„Ich will dir ein bisschen weh tun!“

Juni 20, 2017

Kunst- und Kulturfest in unserem Ort! Dass ich da hin muss, ist ja selbstverständlich. Ich bummelte durch die Gassen, sah mir Stände und Werkarbeiten an, ganz für mich, niemand hetzte mich oder machte mir etwas madig. Es war klasse, einzigartig, nette Gespräche, ein Lächeln hierhin, einen Kaffee dort, auch mal ein Pröbchen von leckerem Wein … guter Tag! Dann, ja dann sah ich Corinna!
Verflixt, bevor ich irgendwohin ausweichen konnte, erkannte sie mich!
>Na gut, dann so es eben sein!Schit! Das zahl ich dir heim!< dachte ich.
Mit gespreizten Händen und einem Aufschrei ging ich auf sie los und schleuderte sie am Mantel herum, sie war aber nicht auf einen Ringkampf mit mir aus. Wieder spürte ich eine Hand in meinen Haaren, wieder griff ich reflexartig in ihres, aber diesmal riss ich ihr dabei den Mantel auf. Klasse! Sie trug eine Tunika aus leichtem Stoff! Ich langte in den Ausschnitt und dehnte den Stoff, bis er mit einem für mich schönen Geräusch riss. Wütend schrie meine Gegnerin auf! Corinna fetzte mit einem Ruck den Reißverschluss meiner Jacke auf! Fuck! Eine Hand in meinem Haar – sie wickelte gerade mehrere Strähnen um ihre gierigen Eigner – attackierte sie mein schönstes Top! Oh Kacke, ich konnte ja nicht ahnen, auf Corinna zu stoßen! Natürlich war dieses schöne Stück einem Kampf nicht gewachsen, aber dafür suchte ich an ihrem Mantel nach Schwachstellen. Ratsch! Eine ihrer Taschen hing zur Hälfte weg! Immer noch eng an eng wühlten wir uns mit beiden Händen in den Haaren herum, ich stieß abwechselnd ein Knie in ihren Bauch, trat ihr an die Beine – klar, dass ich mit ihren Antworten leben mußte! Wir wirbelten uns an den Haaren und Jacken herum. Sie grapschte nach allem, was irgendwie zerreißbar war, auch ich tat es ihr gleich, ich bekam ihren Rock zu fassen und zerrte ihn hoch, Haha! Der eignete sich zum hübsch und adrett flanieren, aber nicht für eine Prügelei mit Martina!
Sie war so zornig über den kaputten Rock, dass sie mir rechts und links ins Gesicht schlug, mir einen üblen Treffer in die Magengrube versetzte und mich, bevor ich zusammenklappte, an den Haaren hochzog. Mir reichte es endgültig! Meine Fingernägel drangen in ihre Wange ein und rissen ihr von oben nach unten hässliche Striemen ins Fleisch! Sie schrie hell auf und hielt wimmernd die Hände an die blutenden Stellen.
"Wir sehen uns wieder!" schrie sie mich an und wankte eilig davon. Jetzt klappte ich wirklich zusammen, auf den Knien saß ich tief durchatmend mit geschlossenen Augen da und lauschte den gemein pochenden Schmerzen in meinem Körper.

Tinchen & Jo 2017

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