Manche haben es nicht leicht. Teil 1.

Juni 27, 2017

Es ist ja schon interessant, wie so zwei Menschen zusammen finden. Zumal dann fast immer auch das Umfeld damit betroffen ist. Ach, wie sehnen wir uns doch manches Mal nach einer Zeit der Ruhe und Erholung. Das ist die eine Seite. Die andere ist dass man Jahr ein, Jahr aus an anderen vorbei läuft, ohne dass wir sie überhaupt wahr nehmen. Sie scheinen überhaupt nicht zu existieren. Aber den anderen ergeht es doch genauso. Sie übersehen uns einfach.

Und doch, dann sind wir erstaunt, dass wir den einen oder die andere doch kennen, was immer das heißen kann. Da ist nun mal die Käthe. Sie ist da nicht mehr gerade zwanzig, verheiratet und sie haben einen Sohn und eine Tochter. Ihr Mann, der Klaus hat sie regelrecht genötigt, endlich mal ganz allein in Urlaub zu fahren. Ja sie hat es bitter nötig. Immer ist sie für die Familie da und schont sich nicht.

Jetzt endlich hat sie auf ihre Familie gehört und ist am Urlaubsort. Ihre Kleidung ist schick, aber nicht gerade der letzte Schrei. Was sie erfreut, der Strand ist fast direkt beim Hotel. Jedoch sind die Dünen so dass man sie nicht vom Hotel einsehen kann. Ja, man kann sich dort ganz ungestört aufhalten. Die Käthe hat den Strand am ersten Tag inspiziert. Nun möchte sie sich dort einmal niederlassen und nur träumen.

Sie hat eine Senke der Dünen entdeckt, nicht gar zu weit vom Ufer weg, aber doch so weit, dass die Spaziergänger und Uferläufer sie nicht stören. Ja, die Senke ist zwar groß genug einer ganzen Familie genügend Platz bieten würde. Ja, hier lässt e sich aushalten. Da liegt sie nun so ganz ohne. Sie mag die volle Bräune ihrer Haut.

Doch sie bleibt nicht lange allein. Eine Dame trifft auf sie und fragt ganz höflich ob sie auch hier Platz nehmen darf. Auch sie sucht Ruhe und Erholung. Dass sie auch noch fast Zimmernachbarn sind. Schleppend kommt dann doch eine Unterhaltung zu Stande. Doch dann werden beide mitteilsamer. Sie haben sich gegenseitig gemustert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass man sogar den ganzen Urlaub gemeinsam verbringen könnte. Die Dame stellt sich dann auch vor. Ute heißt sie und ist in etwa auch so alt wie die Käthe und hat auch eine Familie. Ja, es stellt sich heraus, dass sie so zu sagen „Leidensgenossinnen“ sind.

Für den Abend hat das Hotel einen Tanzabend vorgesehen. Nein, zum Tanzen haben sie zwar keine Lust, aber einen gemütlichen Abend mit musikalischen Erinnerungen, das wollen sie nun doch nicht verpassen. Ach ist das herrlich einmal so richtig verwöhnt zu werden. Da sind doch so einige Herren die ihnen ihre Gunst zeigen wolle. Nun ja, den einen oder anderen Galan, tja, wenn sie nicht schon vergeben wären . . . Ach nein. Sie sind ja schon versorgt und einer langt auch. Da sind sich beide einig.

So verbringen sie einige Tage gemeinsam am Strand und helfen sich gegenseitig beim eincremen und so. Doch diese Berührungen bleiben nicht ohne Folgen. Da hat es doch bei beiden wie ein Blitz eingeschlagen. Zum eincremen kommen da auch die eine und andere Streicheleinheit dazu. Und so kommt, was kommen muss. Erst ist es ja nur mal so ein Küsschen. Doch dann, dann ist es passiert. Hätte man ihnen vorher noch gesagt, dass sie eine lesbische Ader haben, sie hätten denjenigen für verrückt erklärt.

Und doch, sie geben sich gegenseitig hin. Das Entdecken eine Frau zu lieben und sie auch zu begehren, das ist für beide etwas Neues und auch aufregend. Dass bei der Ute die Brüste wegen der Schwerkraft etwas hängen, was soll‘s. Ihre sind ja auch nicht mehr die Besten. Sie sind zwar auch voll und rund und auch fest, aber auch sie hängen eben auch etwas. Und dass sie zwei Kinder hat sieht man ihr auch an.

Leute, vergebt mir, ich muss mich erst einmal da hinein finden. Ich bin eben nun mal Hetero. Aber ich will mir Mühe geben. Ach ja, auch die Ute ist ja verheiratet. Auch sie hat da zwei hübsche Kinder. Und wie sie von ihrer Familie erzählt. Da zittert sogar ihre Stimme. Nun, nach dem sie eine ganze Woche schön brav, jede für sich in ihrem Zimmer geschlafen haben, da meinen sie, sie könnten doch einmal eine Nacht zusammen verbringen. Es war aber eine wilde Nacht. Und ihr sind dann noch weitere gefolgt.

Doch dann rückt das Urlaubsende immer näher. Mit Müh gestehen sie sich ihre Wohnadresse. Doch da sind sie aber überrascht. Sie wohnen gerade so um die Ecke bei einander. Also nimmt die Romanze doch kein Ende. Doch wie sollen sie es ihrer Familie beibringen. Nein, Heimlichkeiten wollen sie beide nicht. Nun ja, sie haben in ihrem Leben schon so manche Klippe umschifft, das müssten sie doch auch noch schaffen.

Die Anne hat es doch gleich bemerkt. Mit der Mama stimmt was nicht. Da musste doch auch dann ein offenes Gespräch sein. Es ist wieder mal so ein herrlicher Sommertag. Die Käthe liegt ganz ohne im Garten und aalt sich. Da kommt ihr ihre Tochter gerade recht.

„Kannst du mich etwas eincremen?“
„Moment, bin gleich bei dir. Muss mich nur ein wenig erfrischen.“

Ja, ein Sprung in den Pool ist angesagt. Dass sie alle nackt sind, das ist ihnen egal. Sie sind ja unter sich. Doch dann kommt die Ute zu Besuch und die Käthe bleibt wie sie ist. Das wundert nun doch die Anne.

„Mama, willst du dir nichts anziehen, wir haben doch Besuch.“
„Ach Kind, im Urlaub sind wir doch auch nackt gewesen. Das was sie bei mir sieht, das kann sie bei sich greifen. Und genug hat sie ja auch davon. Gefällt sie dir auch?“
„Mama, die Dame ist doch eine Frau, und du bist verheiratet. Denk doch mal an Papa und Jörg.“
„Ach ja, die sind ja auch noch da. Was meinst du, wird die Ute ihnen gefallen?“
„Das ist jetzt aber doch nicht dein ernst. Du willst dich von Papa trennen?“
„Aber Kind, warum das. Wir sind Freundinnen. Und wir haben auch keine Geheimnisse vor einander. Und übrigens, die Ute hat auch einen Mann und auch zwei Kinder. Ute komm nimm doch erst einmal eine Erfrischung. Der Pool ist auch für dich da.“

Doch die Ute hat sich da doch noch etwas geziert. Soll sie jetzt sich vor der Anne ganz ausziehen. Das hat sie so doch noch nicht erwartet. Sie dachte sie hat da noch etwas mehr Zeit. Doch die Käthe nötigt nun die Ute regelrecht.

„Anne, macht es dir wirklich nichts aus wenn ich jetzt alles ausziehe?“
„Ich hab ja schon so einiges bei Mama erlebt, aber das ist jetzt doch der Gipfel. Nein, mir macht es nichts aus. Nur wenn ihr dann auch noch mit was anderem anfangt, das ertrage ich dann doch nicht.“

Peng, das hat gesessen. Da sind doch noch einige Gespräche notwendig. Und anlügen, das geht nicht.

Da bin ich mal gespannt was da noch so geschieht.

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