Manche haben es nicht leicht. Teil 2.

Juni 27, 2017

Für die Anne ist es wirklich schwer, zu verstehen dass die Mama da auch eine Frau gern sehen mag. Der Gedanke, dass die beiden dann auch wirklich . . . . nein, das kann sie noch nicht fassen. Ja, da hat die Anne doch den richtigen Riecher. Aber was hat die Mama da gesagt, sie will sich gar nicht von Papa trennen. Wie geht das denn. Will die Ute bei ihnen einziehen? Das muss sie nun doch genauer erfahren.

„Mama, nun sagt ihr beiden wie das mit euch weiter gehen soll?“
„Ach Anne, wir wissen es selbst noch nicht. Aber auf keinen Fall wollen wir uns von euch trennen. Das heißt die Ute von ihrer Familie und ich nicht von euch. Dafür hab ich den Papa doch zu arg lieb. Und die Ute liebt richtig abgöttisch ihren Mann und auch ihre Kinder. Komm, mach es uns nicht noch schwerer wie es ist.“

„Und was macht ihr, wenn die Kerle auf dumme Gedanken kommen und meinen sie könnten jetzt mit euch machen was ihnen gefällt?“
„Also, das fehlt noch, dass da auch noch was passiert. So was darfst du erst gar nicht denken. Da gibt es doch Grenzen. Ute sag du doch auch mal was.“

„Also Anne, wie deine Mutter schon sagt, es gibt Grenzen die werden nicht überschritten. Das mit deiner Mutter ist eines. Es hatte uns einfach so übermannt. Doch nun sag mal ehrlich. Wie findest du mich?“
„Ganz ehrlich, wenn ich dich wo anders kennen gelernt hätte, in der Art wie Mama. Aber entschuldige, du kannst nicht mit meiner Mama konkurrieren. Gut, du siehst nicht schlecht aus. Bist eben auch nicht mehr gerade achtzehn. Aber ich weiß nicht, wie Männer dich einschätzen werden. Für mich bist du eine Durchschnittsfrau.“
„Na, Ute, vor der brauchst du keine Angst zu haben. Die wird dich nicht anmachen.“

Und dabei muss die Käthe auch noch lachen. Nein, für die Anne ist die Ute kein Thema. Doch schon naht das nächste Unheil. Der Spross der Familie kommt da ins Haus gestürmt. Schon im Haus entledigt er sich seiner Kleidung. Völlig verschwitzt stürmt er in den Garten und platsch, da ist er auch schon im Pool. Ja, wie es bei ihnen eben üblich ist völlig nackt. Dass auch Besuch da ist, das hatte er nicht wahrgenommen. Erst als er doch etwas erregt aus dem Pool kommt bemerkt er die Ute.

Ubs, da muss er sich doch gleich das Badetuch besser umbinden. Ja, er weiß schließlich was sich gehört. Doch dann wird er etwas stutzig. Die sind ja doch auch alle ganz ohne. Diese Frau, er kennt sie doch von irgendwo her. Wer ist sie nur. Doch wie es sich gehört begrüßt er sie erst mal und entschuldigt sich bei ihr.

„Du bist also der Jörg. Sag mal, kennst du nicht etwa einen Peter? Etwa so groß wie du, blond, so in deinem Alter?“
„Ja, was soll mit ihm sein? Mit dem war ich heut zusammen. Wir machen öfters eine Radtour zusammen.“
„Ach Käthe, was ist doch die Welt so klein. Da sind die Jungs mit einander zusammen, nein nicht so. Aber wie es scheint verstehen die sich doch ganz gut. Der Peter hat mir oft gesagt dass er mit einem Jörg zusammen ist. Hat ihn sogar als richtigen Kumpel bezeichnet. Jungs eben.“

Dass die Mutter und auch diese Dame nackt vor ihm sind und sich überhaupt nicht bedecken wollen macht ihn stutzig. Da stimmt doch etwas nicht. Ja, auch seine Schwester hat sich etwas übergezogen. Und doch, er muss immer wieder diese Dame ansehen.

„Na Jörg, genug gesehen? Mehr siehst du doch auch in der Sauna oder am See.“

Erschrocken fährt er zusammen. Die Anne kann sich da nun wieder nicht beherrschen. Sie muss unbedingt loswerden was ihr nicht gefällt.

„Peter, die Mama wird uns verlassen und mit dieser Frau zusammen sein. Was sagst du dazu?“
„Das stimmt doch so gar nicht. Kein Wort haben wir gesagt, dass ich euch verlassen will. Aber es stimmt, die Ute und ich, wir mögen uns. Und nun sind wir in einer Zwickmühle.“
„Nun mal langsam Mama. Du hast die Ute kennengelernt und nun seid ihr lesbisch. Kein Gedanke mehr an Papa, und sie? Was wird dem Peter sein Papa da sagen. Und erst der Peter. Mann, das ist ein Ding. Wie stell ihr euch das nun vor?“

„Jörg, wir haben gedacht, dass wir bei unseren Familien bleiben, weil wir sie doch immer noch lieben. Und dennoch mit einander zusammen sein können.“

„Das ist mir zu rund für meinen eckigen Kopf. Wie das nun gehen soll?“
„Jörg, ihr dürft uns nicht verurteilen. Hast du noch nie gehört, dass man auch BI sein kann? Ich hab den Papa noch immer genauso lieb wie vorher. Und euch auch. Nur dass ich auch die Ute mag.“

„Und wie ist es bei ihnen? Weiß der Peter es schon? Und ihr Mann, was sagt der dazu? Oh Mann, wenn ich an den Papa denk. Hast du dem das schon gesagt?“
„Nein, ich weiß nicht wie ich das ihm sagen soll. Ihr sagt nichts, das mach ich selbst. Das muss ich ihm selbst sagen. Ich weiß nur noch nicht wie.“

„Ute, ich denke, es ist gut, wenn sie erst mal zu sich nach Hause gehen. Für sie wird es genauso schwer sein. Oh Mann ist das auch verrückt.“

Ja, da hat sich die Ute dann auch verabschiedet. Sie hatte sich ja zwischendurch schon angezogen. Die Käthe ist erst einmal in die Küche das Abendessen zu zubereiten. Es muss etwas sein, das ihrem Mann besonders schmeckt. Sie muss in gnädig stimmen. Der Jörg und die Anne sind auf ihren Zimmern.

„Anne, darf ich rein kommen. Ich muss mit dir reden.“
„Ja, komm rein, es ist wegen Mama?“
„Ja, bei jeder anderen Familie hätt ich gesagt: ‚Dann sollen sie doch“.
Aber jetzt bei uns? Das ist ganz schön verzwickt. Für uns ändert sich ja nichts. Sie bleibt ja bei uns. Aber für Papa. Der soll neben sich die Andere dulden. Geht das überhaupt dass man da einen Mann liebt, und dann auch noch eine Frau dazu?“

„Naja, seh das mal so. Da ist ein Kerl verheiratet, hat Familie, und dann auf einmal lernt er eine Frau kenne und verliebt sich in sie. Aber der liebt seine Frau auch noch. Doch in der Regel tut er das dann auch noch verheimlichen. So ähnlich ist es nun bei Mama. Nur, dass sie es nicht verheimlicht. Sie will, dass wir das akzeptieren. Für die Ute ist das ja auch so. Die will es ja auch nicht verheimlichen.“

„Dann haben wir also in Zukunft zwei Mütter. Und der Peter ist dann unser Halbbruder. Ach du liebes Ei, der hat aber auch noch eine Schwester. Hab sie nur ganz kurz gesehen. Der Peter schwärmt nur so von ihr.“
„Meinst du, die haben was mit einander?“
„Weiß nicht, wird sich aber noch zeigen. Jetzt, wo eh alles egal ist.“

Was da wohl noch alles so kommt?
Naja, mal sehen.

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