Meine Mitbewohnerin, Bruno und ich..Teil 1+2 Ende

Juni 27, 2017

Nicht von mir…Aber wunderschön…

Meine Mitbewohnerin, Bruno und ich
byKMeise©

„Es hat geklingelt. Ich muss Schluss machen. Viel Lust habe ich ja nicht gerade“, fügte ich mürrisch hinzu.

„Nun stell dich nicht so an“, kam Karos Stimme aus dem Smartphone. „Es ist eine gute Entscheidung gewesen. Ich bin so stolz auf dich.“

„Veralbern kann ich mich auch selber.“ „Melde dich, wie es gelaufen ist.“

Ich legte auf und ging zur Tür. So lief es bereits die ganze Woche über, seit ich das Gesuch nach einer Mitbewohnerin ausgehängt hatte. Nachdem Karo vor einem Jahr ausgezogen war, wohnte ich allein in der geräumigen 3-Zimmerwohnung. Meine langjährige Mitbewohnerin und beste Freundin war angehende Gynäkologin und hatte eine Stelle als Assistenzärztin in Berlin angetreten, wo sie jetzt mit ihrem Uwe zusammen lebte. Ich hatte mitten im Promotions Stress gestanden und die Ruhe in der Wohnung war mir ganz recht gekommen. Karo war doch ziemlich unternehmungslustig, während ich eher ruhig war und mich meist von ihr hatte mitschleifen lassen.

Nach der Promotion hatte ich nahtlos eine Postdoc Stelle angetreten und nach einem Jahr anstrengender Einarbeitung wurde mir langsam bewusst, wie einsam meine Abende geworden waren. Die Studentenzeit war vorbei. Wir hatten alle Jobs und zu wenig überschüssige Energie, um uns jeden Abend mit Freunden zu treffen. Als wie in jedem Herbst vor Semesterbeginn ein Artikel über die Wohnungsnot von Studenten in der Zeitung erschien, dachte ich mir, warum eigentlich nicht? Von der gesparten Miete konnte ich mir einen schönen Urlaub oder jede Menge Schuhe gönnen.

Ich öffnete die Tür und musste mir ein Grinsen verkneifen, als sich Tina vorstellte. Vom Typ erinnerte sie mich sofort an Karo. Flippig, etwas kleiner als ich, schlank. Ihr kurzes Haar unterstützte den frechen, burschikosen Eindruck. So hatte ich Karo in meinem ersten Semester kennengelernt. Es war keine neun Jahre her. Damals war ich selbst so ein dürres Dinge wie Karo gewesen, wenn auch an einigen Stellen kurviger.

Karo sah noch immer aus wie früher. Bei mir hatte die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Ich war femininer geworden. Als ich meinen Abschluss machte, scherzte Karo, ich wäre als Mädchen gekommen und als Frau gegangen. Eine Zeit lang fühlte ich mich wohl mit meinen Rundungen, doch dann geriet das Frauliche nach meiner Trennung von Tobias ins Üppige. Ich versank in Selbstmitleid und völligem Desinteresse an amourösen Abenteuern, stürzte mich wie eine Irre in meine gerade begonnene Promotion, bis ich eines Tages vor dem Spiegel stand und mit Schrecken bemerkte, dass ich begann wie meine Mutter auszusehen. Und die hatte immerhin drei Kinder auf die Welt gebracht.

Ein rigoroses Sportprogramm drängte meinen Bauch auf ein kleines Bäuchlein zurück. So sehr ich mich auch dagegen anstemmte, weiter zurückdrängen ließ sich die Flut nicht. Der Grat zwischen üppig und mollig war so schmal, dass er kaum einen Ausrutscher verzieh, wenn man nicht auf der falschen Seite landen wollte. Es war ein endloser Kampf. Und dieser Sisyphus-Typ dachte, er hätte Probleme.

Tina war Anfang zwanzig, lebenslustig und sehr kommunikativ. Ich hatte ihr kaum das Wohnzimmer gezeigt, als ich auch schon das meiste aus ihrem Leben wusste. Single, nicht auf der Suche, Hobbys Malen und Biken. Politikwissenschaft im dritten Semester. In der Küche erzählte sie mir, dass sie es liebte zu kochen.

„Und das ist der Mann in meinem Leben. Bruno“, sagte ich mit einem lahmen Lächeln, als ich sie einen Blick in mein Zimmer werfen lies. Bruno war ein riesiger Stoffbär, der auf der Tagesdecke meines Bettes lag. Ich hatte Bruno auf meiner Erstsemester-fahrt geschossen, die uns eines Tages in ein verschlafenes Dorf in der Eifel verschlagen hatte, dessen einzige Attraktion eine kleine Kirmes gewesen war.

Ich stammte selbst aus einem ähnlichen Kaff, wo die Mitgliedschaft im Schützenverein geradezu verpflichtend gewesen war. Wir hatten alle reichlich getrunken, aber ich hatte dennoch keine Mühe, die Ziele an der Schießbude abzuräumen. Unter den bewundernden Blicken meiner Kommilitonen trug ich Bruno als Trophäe davon. An diesem Abend wurde auch mein Ex Tobias auf mich aufmerksam.

„Ist der süß.“ Tina lachte mich an. „Wenn alle Männer so knuffig wären, hätte ich weniger Probleme.“

Tina war mir auf Anhieb sympathisch. Ich wusste, wir würden uns gut verstehen und viel Spaß haben. Ich verabschiedete sie und versprach mich morgen bei ihr zu melden. Ich hatte es mir zur Angewohnheit gemacht, wichtige Entscheidungen zu überschlafen. Immerhin suchte ich jemanden, der die Wohnung mit mir teilte.

Eine halbe Stunde später klingelte Klara. Sie war ein unscheinbares junges Mädchen von Anfang zwanzig. Sie hatte Nacken-langes, gewelltes Haar. Ihr kurzer Pony unterstrich ihre unvorteilhafte, große Brille. Sie trug einen enganliegenden Wollpulli. Ihr Oberkörper war schlank, ihre Hüften im Verhältnis breit. Sie lächelte mir schüchtern zu, als ich ihr die Jacke abnahm. Sie war zurückhaltend und sprach wenig, versuchte sogar mich zu siezen.

„Und das ist der Mann in meinem Leben“, sagte ich, als ich ihr mein Zimmer zeigte. Der Witz wurde nicht besser, wenn man ihn wiederholte, aber Klara fing an zu kichern. Ich musste ihr die Antworten aus der Nase ziehen. Freund? Nein. Fächer? Evangelische Religion und Latein auf Lehramt. Das passt, dachte ich. Sie wirkte wie eine kleine graue Maus. Ich versprach mich zu melden und verabschiedete sie. Abendessen, zwei Artikel durcharbeiten, etwas fernsehen, dann Bett.

Der Wecker ging um sechs. Kaffee schwarz, dann zog ich mir den Sport-BH an. Und noch einen zweiten drüber. Den Punkt, wo meine Dinger noch praktisch waren, hatte ich mit Anfang zwanzig längst überschritten. Jetzt taten sie beim Laufen weh und mein Rücken begann zu schmerzen, wenn ich mit meinen Übungen schluderte. Eine Dreiviertelstunde später kam ich zurück. Noch eine Tasse, dann duschen, anziehen, Frühstück. Ich griff die Nutella. Das Glas war leer. Ich zog ein Gesicht.

Als ich es gestern morgen geleert hatte, hatte ich heldenhaft beschlossen mit dem herrlichen Zeug aufzuhören. Ich zog meine beste Bluse an. Ich musste heute eine Vorlesung für meinen Professor übernehmen. Für den war das kein Problem, ich aber musste sie drei Tage lang vorbereiten, um mich nicht zu blamieren. Ich murrte. Die Bluse spannte und klaffte zwischen den oberen Knopflöchern etwas auf. Keine Zeit mehr. Ich hastete aus dem Haus, schwang mich aufs Fahrrad.

Ach ja, ich wollte sie noch anrufen. Es klingelte. „Hallo, hier ist Petra. Hoffentlich ist es nicht zu früh.“ „Nein, überhaupt nicht.“ „Ich wollte dir nur sagen, dass du das Zimmer haben kannst.“ „Wirklich? Das ist super.“ „Wann willst du einziehen.“ „In Zwei Wochen? Ich habe schon einen Nachmieter.“ „Prima. Ich helfe dir beim tragen. Tschüss, Klara.“

Klara war genau das, was ich gesucht hatte. Ich brauchte keine flippige Seelenverwandte, die mit mir um die Häuser zog. Die Zeit war vorbei. Ich musste mich auf meinen Job konzentrieren und suchte jemand, der die Einsamkeit vertrieb, aber nicht zu nah und vielleicht etwas langweilig wie ich war.

Ihr Umzug ging schnell über die Bühne. Sie hatte alles ordentlich verpackt und drei Helfer dabei. Es waren Kommilitonen und Mitspieler ihrer Rollenspielgruppe. Auch das passt, dachte ich belustigt, als mein Blick auf den schlaksigen jungen Mann in den schwarzen Klamotten fiel. Sein schütteres, schwarzgefärbtes Haar trug er zu einem Zopf gebunden. Es wirkte, als könnte er sich des Nachts auf Friedhöfen herumtreiben, wenn er auch nur etwas weniger schüchtern und liebenswürdig gewesen wäre.

Sein kleiner Kumpel mit dem Bauch und dem Bart-artigen Geflecht im Gesicht schien zu glauben, ich merkte es nicht, dass er mir bei jeder Gelegenheit auf meinen weiten Wollpulli starrte. Das Mädchen in der Runde trug mehr als die beiden Jungs zusammen.

Sie spielte mit Klara Fußball, war etwas gedrungen und stark. Die drei kamen ab und an zu Besuch, waren nett aber schrecklich jung. Seit Klara dem kleinen Glotzer gesteckt hatte, dass ich promovierte Biologin war, traute er sich überhaupt nicht mehr, mir irgendwohin zu starren.

Klara war ruhig, lernte viel und ging nicht häufig aus. Zu meiner großen Erleichterung hatte sie keinen Freund. Unsere Zimmer grenzten aneinander und Karo war nie sehr zimperlich gewesen, was nächtliche Männergesellschaft anging. Wenn es ganz schlimm durch meine Ohrstöpsel drang, musste ich gegen die Wand wummern.

„Tut mir leid“, entschuldigte sie sich am nächsten Morgen einmal auf ihre unvergleichliche Art. „Was soll ich machen? Nicht jeder lebt so zölibatär wie eine Äbtissin wie du?“ Womit ich leider meinen neuen Spitznamen weg hatte. In der Beziehung bereitet Klara mir keinen Kummer. Wenn es etwas gab, dass ich zu beanstanden hatte, dann den Dienstagabend, unseren Lasagne-Abend.

Ich zog den Duschvorhang vor der Wanne zur Seite, trocknete mich mich ab und wischte die Feuchtigkeit von dem beschlagenen großen Spiegel im Bad ab. Mir entfuhr ein Schrei. Augenblicke später klopfte es gegen die Tür.

„Alles in Ordnung, Petra?“ Klaras Stimme klang besorgt.

„Alles in Ordnung“, log ich. Nichts war hier in Ordnung. Ich hatte mich mühsam durch einen dunklen Novembermorgen über meine übliche Joggingstrecke geschleppt und irgendwie eine Belohnung von der Welt dafür erwartet. Stattdessen bemerkte ich die kleine Welle an meinem Bauch. „Ohhhh!“, rief ich anklagend, als ich in meinen Bauchspeck griff. Meinen Hintern sah ich erst gar nicht an. Die Speckschicht auf meinen Armen würde sich dort noch verstärkt vorfinden.

Meine Gesicht war vom Sport und der Dusche erhitzt. Mein Busen schien es sich in den Kopf gesetzt zu haben, innerhalb der nächsten Jahre endlich meinen Bauchnabel zu erreichen. Dann würde er wenigstens meine Welle überdecken, dachte ich bitter. Mit meinen roten Bäckchen sah ich aus, wie ein properer Teenie gefangen im Körper einer prähistorischen Fruchtbarkeitsgöttin.

Die letzten Wochen mit meiner neuen Mitbewohnerinnen waren zu gemütlich gewesen. Nach einem langen Tag war es angenehm, sich mit jemanden auszutauschen, zu kochen, vielleicht die Nachrichten zu sehen, ehe ich noch an meinem Paper schrieb oder Klausuren korrigierte, die ich heimlich mit nach Hause genommen hatte, da ich während meiner regulären Arbeitszeit nie Zeit dafür fand. Das letzte Laub war noch nicht von den Bäumen und mein Körper bereitete sich schon auf Überwinterung vor. Das schlimmste war, dass ich mich bis vor wenigen Augenblicken so wohl wie seit langem nicht mehr gefühlt hatte. Verflucht! Ich musste heute Vorlesung halten.

Das war´s. Kein Lasagne-Abend mehr für mich.

„Noch ein Stück? Sonst tue ich es in die Tupperdose.“

Missmutig sah ich auf die fast leere Backform. Nur noch ein kleines Eckstück war übrig. Ich seufzte: „Gibt her. Dann bleibt mir wenigstens die Demütigung erspart, nachher an den Kühlschrank zu schleichen.“ Es schmeckte köstlich. „Gott, ich werde fett“, stöhnte ich zwischen zwei Bissen.

„Überhaupt nicht“, protestierte Klara. „Du siehst sehr…“ Ich erriet ihre Worte:

„Süß aus? Ich sollte eigentlich seriös wirken.“

Klara wurde rot. „Das tust du doch. Du siehst so fraulich und erwachsen aus, besonders wenn du deinen Hosenanzug trägst.“

Fraulich? Wohl eher wie meine Mutter. Aber immer noch besser als süß.

Ich hatte den letzten Bissen verschlungen. „Von nun an wird alles anders. Ich hab heute meinen Skiurlaub mit Karo gebucht. Bis Ende Januar muss ich topfit sein.“

„Du machst doch viel Sport, Petra.“

Ich leckte die Gabel genüsslich ab: „Aber aus irgendeinem Grunde scheine ich mehr Kalorien zu mir zu nehmen, als ich verbrauche.“

„Dann backen wir keine Adventsplätzchen nächste Woche?“, fragte Klara enttäuscht.

„Doch natürlich. Warum auch nicht? Gehen wir Sonntag essen?“

„Ich fahre zu meinen Eltern.“

Das hatte ich völlig vergessen. Klaras Eltern lebten in einem Kaff irgendwo in Schleswig-Holstein. Ihre Mutter war Pastorin, ihr Vater Lehrer. Mittlerweile unterhielten wir uns ganz offen. Klara war ziemlich schüchtern. In den ersten zwei Wochen musste ich ihr jedes Wort aus der Nase ziehen, ehe sie endlich auftaute und sich an mich gewöhnte. Anfangs nahm ich an, dass sich hinter ihrer Schüchternheit Naivität verbarg, bis sie mir eines Tages erzählte, dass sie nach ihrem Abitur ein Jahr lang als freiwillige Helferin bei einem Kirchenprojekt auf Tahiti tätig gewesen war.

Mittlerweile argwöhnte ich, dass sie mehr Lebenserfahrung hatte als ich. Ich mochte ihre zurückhaltende Art. Sie war ausgesprochen höflich. Einmal schrieb sie mir eine SMS auf einer Konferenz in der Schweiz und fragte, ob sie in meiner Abwesenheit mein Zimmer betreten, meine Bettwäsche abziehen und waschen durfte. Sie hatte ein Putzwochenende geplant. „Jederzeit“, schrieb ich zurück. Ich saß ganz gerührt unter den anderen Konferenzteilnehmern, die gelangweilt dem Vortrag zuhörten.

Sie war gerade einmal sechs Jahre jünger als ich, aber in ihrem Alter kam das einem wie eine Ewigkeit vor. Ich genoss, wie sie zu mir auf sah, und mir gefiel die Rolle der unwesentlich älteren Schwester, die die Jüngere an ihrer kaum vorhandenen Lebensweisheit teilhaben ließ. Klara ging nicht häufig auf Partys. Wenn sie nicht die Wochenenden bei ihren Eltern verbrachte oder mit ihrer Fußballmannschaft unterwegs war, blieb sie zu Hause. Es dauerte nicht lange, bis wir begannen gemeinsam ins Kino zu gehen. Wenn sie Sonntags aus der Kirche kam, machten wir oft Spaziergänge, sahen wie das Laub sich färbte und endlich fiel, kehrten oft noch ein, wo ich sie dann zum Essen einlud als Dank für ihre Kocherei. Dieses Wochenende würde ich wohl allein verbringen müssen.

Klara räumte den Tisch ab. Ich hatte zu viel gegessen und fühlte mich unendlich Müde. Vielleicht ließ ich die Klausuren Klausuren sein und ging nach den Nachrichten früh ins Bett.

„Du, Petra?“ Ich riss meine flackernden Augenlider auf. „Ja?“

„Ich hab in zwei Wochen Geburtstag.“

„Ich weiß.“

„Ich wollte fragen… Also, ich weiß, dass du eine ruhige Mitbewohnerin haben wolltest, aber ich hab mich gefragt, ob ich wohl meinen Geburtstag hier feiern darf.“

Ich sah sie entsetzt an: „Natürlich wollte ich eine ruhige Mitbewohnerin, die nicht jede Woche Party macht. Aber das heißt doch nicht, dass du nie eine eine machen darfst. Hältst du mich für so langweilig? Wird es denn eine große Orgie?“

Sie schüttelte heftig den Kopf. „Nur die Mädchen aus der Mannschaft und ein paar Kommilitonen mit Anhang.“

„Kein Problem. Soll ich mir ein Hotelzimmer nehmen oder bin ich auch eingeladen?“

„Ich würde mich so freuen, wenn du kommst.“

Ich lächelte. „Gucken wir die Nachrichten?“

„Ich hole den Nachtisch“, nickte Klara eifrig.

Einige Augenblicke später saßen wir nebeneinander auf dem Sofa. Vor mir stand die leere Pudding-schale. Die Sekundenanzeige der Tagesschau zählte runter und meine Augen schlossen sich bereits.

„Ich brauche eine Kleid“, sagte Klara.

„Ich helfe dir“, schaffte ich noch, ehe ich die Geschehnisse des Tages verschlief.

**

Klara hatte breite Hüften und die kräftigen Oberschenkel einer Fußballerin, aber ihr Oberkörper war schlank und unter ihrem BH verbarg sich ein kleiner, fester Busen, für den ich gemordet hätte. Ich half ihr mit den Reißverschluss und verließ die Kabine.

Kurz darauf zog sie verlegen zog den Vorhang zur Seite. Das kleine Schwarze stand ihr hervorragend. Es reichte bis zu ihren Knien, war weit geschnitten und verbarg ihr Becken. Der Ausschnitt war hochgeschlossen, die Träger breit, dass sie die Schultern verbargen. Nicht sexy aber niedlich. Es drückte aus, was es war. „Seht her, es ist so ungewohnt, aber heute ist ein besonderer Tag.“ Ich lächelte ihr zu. „Perfekt.“

Wider besseren Wissens ließ ich mich von Klara überreden, ein Kleid auszuprobieren. Meine Auswahl an langweiligen, verhüllenden Kleidern zu Hause war eigentlich groß genug, aber aus einer Laune heraus probierte ich etwas gewagteres an. Es war hochgeschlossen, ließ aber ein kleines Dreieck über dem Ausschnitt aus. Laut Etikett stimmte die Größe, aber es gelang mir nur mit Mühe mich hineinzuzwängen.

„Auf keinen Fall“, rief ich.

„Nun trau dich doch.“ Widerwillig zog ich den Vorhang auf. Klara machte große Augen.

„So schrecklich? Gott, ich sehe aus wie eine Presswurst.“

„Du siehst großartig aus.“

Mit etwas weniger großzügigem Blick besah ich mich im Spiegel. Irgendwie bezweifelte ich, dass das Kleid von Schnitt her so eng anliegen sollte. Mein Bäuchlein sprang mir wie ein Gibraltar ins Auge. Mein Ausschnitt glich der dazu passenden Meeresenge.

„Nein“, sagte ich fest. Ich würde es mit einem meiner langweiligen Kleider probieren.

**

Im Hosenanzug stand ich mit einer Flasche Jever in der Hand und unterhielt mich mit einer von Klaras Mannschaftskameradinnen. Es war voll in unser Wohnung und warm. Ich ließ dennoch mein Oberteil über meiner weißen Bluse an. Klara hatte ihren kleinen, lüsternen Rollenspielfreund eingeladen. Erfreulicher Weise waren einige von Klaras Teamkollegen in meinem Alter und sogar promoviert. Ich tauschte mich mit einer Postdoc der Ernährungswissenschaften über unsere Projekte aus, während ich mit einem Auge nach den Gästen spähte. Wer wusste schon, was Theologiestudenten nach einem Bier für Schäden in unser Wohnung anrichten konnten?

Ich hatte eine anstrenge Woche an der Uni hinter mir und meine Hilfe bei der Vorbereitung der Party hatte sich darauf beschränkt beim Umräumen der Wohnung zu helfen, einen Kartoffelsalat zu zaubern und Klara mein Auto für die Einkäufe zu leihen. Ich war müde und erledigt, aber ein Bier, gutes Essen und Gesellschaft waren ein netter Ausgleich.

Klara mischte sich unter die Gäste. So zurückhaltend sie war, so sehr genoss sie die Rolle der Gastgeberin. Sie strahlte übers ganze Gesicht. Ich wusste, sie strahlte nicht nur über all die Gäste, die erschienen waren, sie strahlte über jemanden ganz besonderen. Natürlich kaufen Frauen neue Kleider auch für sich selbst, aber manchmal auch nur für eine spezielle Person.

Den ganzen Abend über wich der schlaksige junge Mann in schwarz nicht von Klaras Seite. Die Namen ihrer Rollenspielfreunde hatte ich mir längst gemerkt. Sie hatten oft genug bei uns gespielt. Das Mädchen hieß Maya, der bärtige Sittenstrolch hieß Ben und Volker mit den Pferdeschwanz schien schwer in Klara verschossen zu sein.

Ich füllte mir gerade am Büfett den Pappteller, als Maya sich neben mich stellte.

„Das ist so lieb von dir, dass Klara hier feiern darf. Es bedeutet ihr wirklich viel.“

Ich zog ein Gesicht: „Ich weiß ja nicht, was Klara euch erzählt hat, aber so streng und langweilig bin ich auch nicht.“ Wir standen eine Zeit lang neben einander, wussten nicht, was wir sagen sollten.

„Du tust Klara gut“, meinte Maya auf einmal. „Es hat ihr nicht gefallen in dem Studentenwohnheim. Seit sie bei dir wohnt, blüht sie richtig auf.“

Ich klopfte mir auf den Bauch und grinste: „Mir bekommt Klara auch gut.“

„Hast du sie schon einmal spielen sehen? Wir haben morgen unser letztes Fußballspiel in diesem Jahr. Hast du Lust zuzuschauen.“

„Ja, gerne, wenn es Klara denn recht ist?“

„Sie freut sich bestimmt. Weißt du, sie bewundert dich sehr. Hast du nicht Lust einmal bei unserem Rollenspiel mitzumachen. Einmal im Jahr veranstalten wir sogar ein Live-Rollenspiel in der Eifel. Beim letzten Mal waren wir fast hundert Leute. Das würde dir bestimmt gefallen.“

Ich grinste bei der Vorstellung, als ich Klara hinter mir hörte:

„Maya!“

„Was, denn?“, tat ihre Teamkollegin unschuldig. „Ich mach doch gar nichts.“

„Ich komme morgen zu deinem Spiel und Maya hat mich zu eurem Rollenspiel eingeladen“, petzte ich amüsiert. Klara funkelte Maya wütend an. Neben ihr ragte Volker auf. In ihrem Schlepptau befand sich Ben. Ich beging einen fatalen Fehler:

„Was genau macht man eigentlich bei diesen Rollenspielen.“ Gefühlte drei Stunden später war ich voll im Bilde. Klara kümmerte sich mit Volker an ihrer Seite um das Wohl ihrer Gäste, aber Ben und Maya hatten mich über jede ihrer Rollenspieltreffen oder Kampagnen, wie sie es nannten, der letzten zwei Jahre aufgeklärt.

„Das Schöne ist, man kann alles sein, was man im normalen Leben nicht ist“, sagte Maya.

„Aha, was spielst du denn für einen Charakter?“

„Eine gutherzige Zwergenkriegerin.“ Meine Mundwinkel schoben meine Bäckchen nach oben. Maya war süß, klein und ein wahres Kraftpaket.

„Genau“, sagte Ben. „Und Volker spielt einen Nekromanten, ich einen Halblingsdieb und Klara eine Klerikerin.“

„Und was könnte ich spielen?“

„Wir könnten noch eine Barbarin gebrauchen“, schlug Maya vor.

„Ich weiß nicht, mir fehlt einfach die Zeit dafür. Ihr sitzt doch immer stundenlang zusammen. Außerdem habe ich nicht soviel Fantasie wie ihr. Mir fällt wahrscheinlich noch nicht einmal ein Name für die Barbarin ein.“

„Wie wäre es mit Uschi Digart? Das klingt doch barbarisch gut… Aua.“ Maya hatte ihm gegen ’s Schienenbein getreten.

**

Der Jackenberg auf meinem Bett lichtete sich allmählich. Die meisten Gäste waren gegangen. Nur ihre Rollenspieler und zwei, drei andere Gestalten waren übrig. Ich entschuldigte mich bei Klara, wünschte ihr noch viel Spaß und versprach ihr morgen bei Aufräumen zu helfen. „Das ist so lieb, dass du morgen zu meinem Spiel kommst.“ Ihre Augen strahlten mich glücklich unter ihrer großen Brille an. Sie sah so niedlich damit aus. Spontan drückte ich ihr einen Kuss auf die Wange. „Du bist lieb. Feier noch schön.“

Ich schmiss die letzten Jacken aus meinem Zimmer, schloss hinter mir ab und zog mich aus. Ich seufzte, als ich nur im Höschen vorm Spiegel stand und mir fast liebevoll über mein Bäuchlein strich. Mein dunkelblondes Haar fiel auf meine nackten Schultern. Mein Gesicht war runder geworden. Ich seufzte und fasste an meinen Rücken. Er schmerzte. Ich hatte die letzten Wochen mit meinen Übungen geschludert.

Wie schön es wohl wäre, kleine feste Dinger zuhaben, anstatt dieser schweren, weichen Brüste? Und kleine, mädchenhafte Brustwarzen. Meine Warzenhöfe waren riesig und längst nicht mehr rund und ebenmäßig. Durch die Schwere zogen sie sich nach unten wie riesige Regentropfen. Meine Brustwarzen hatten sich nach Innen verzogen. Ich grinste mein Spiegelbild keck an. Aus irgendeinem Grund war ich dennoch unglaublich zufrieden damit, wie ich war.

Ich zog mein Nachthemd an und verkroch mich kichernd unter die Decke. Ehe ich das Licht löschte, griff ich mein Smartphone. „Ben, du unverschämter Kerl“, entfuhr es mir. Dann besah ich mir die Bilder genauer. Diese Uschi Digert war eine bildhübsche Frau. Man musste Komplimente wohl nehmen, woher man sie bekam. Lachend löschte ich das Licht und steckte mir Ohrstöpsel hinein. Die Stimmen und Musik verstummten zu einem leisen Plätschern, als ich in den Schlaf sank.

Es war noch dunkel. Ich spürte, dass ich wach war, war aber unfähig mich zu rühren. Die Stille der Nacht drang an mein Ohr. Die Ohrstöpseln waren im Schlaf herausgerutscht. Ich schloss die Augen wieder. Dann hörte ich es. Leise, nur durch die Abwesenheit aller Laute wahrnehmbar. Ein leises Stöhnen drang durch die Wand. Ich war wie elektrisiert und hellwach. Weinte Klara? Ich rutschte näher, bis mein Ohr fast an der Wand lang.

Ein heißer Schauer durchlief mich, als ich das Stöhnen erkannte. Es war lustvolles Stöhnen. Klara hatte eine gute Zeit auf der anderen Seite. Ich sollte die Ohrenstöpsel suchen, dachte ich.

Stattdessen lauschte ich weiter. Es war ein leises, zufriedenes Schnurren, als habe man den Punkt gefunden und genoss das angenehme Gefühl, ehe sich die Lust steigerte. Ob dieser Volker bei ihr war? Wer hätte gedacht, dass er ein so zärtlicher Liebhaber war. Mein Ohr klebte an der Wand. Das Stöhnen, erst leise und zurückhaltend, wurde schneller und lauter. Ich sah Lippen, die ihren Hals hinab wanderten, ihre festen Brüste küssten, ehe sie über ihren Bauch nach unten fuhren. Klara seufzte auf.

Meine Hand hatte ein Eigenleben entwickelt, glitt unter mein Nachthemd und endete wie auf magische Weise zwischen meinen Schenkeln. Mein letztes Mal lag Ewigkeiten zurück. Kaum legten sich die Finger über den Stoff meines Höschens, spürte ich wie meine Erregung anschwoll. Ich rieb, schneller, presste meine Schenkel fest zusammen, spürte wie der Punkt schon kam. Ich biss mir auf die Zunge, stieß den Atem aus und riss meine Hand fort. Nicht so schnell, Petra. Ich war so erregt, ich wollte es genießen.

Lippen küssten ihren Nacken, Finger zogen den Reißverschluss ihres süßen Kleides nach unten. Es rutschte sanft über ihre breiten Hüften hinab. Ich seufzte auf, als meine Hand unter mein Höschen fuhr. Hände liefen über ihren Rücken, über die Schließen ihres spröden, weißen BH ’s über die Hüften hinab, wanderten nach vorn, zu dem Dreieck unter ihrem langweiligen, breiten Baumwollhöschen.

Wie meines, schoss es mir durch den Kopf. Bequem, sicher. Ich stöhnte leise. Meine Hand glitt über mein Haar. Drei Finger breit, die Ränder stoppelig. Das Haar wurde lang, ich zog daran. Ich sollte es trimmen, aber es war usselig draußen und ich war zu erledigt, um mich sexy fühlen zu wollen.

Karla stöhnte auf. Die Hände drückten auf ihr Höschen, ließen sie frei, drehten sie an den Hüften um. Ihr Pony wuchs langsam heraus. Blicke trafen sich. Die Augen unter ihrer Brille, scheu und ängstlich wie ihr Lächeln.

Ich war nie sehr laut, verbiss mir aber mein Stöhnen, als ich über meinen Kitzler streifte. Nur kurz, sonst war es um mich geschehen. Lippen trafen die ihren, Arme pressten sie fest an sich, ehe sie die Schließen ihres BH ’s fanden. Das Haar endete. Mein Mund offen, als ich mit fiebrigen Fingern meine Schamlippen sortierte. Sie hingen heraus, waren schrecklich groß, klebten aufeinander. Das Haar hatte ich dort entfernt. „Oh Gott, Klara“, entfuhr es mir, als mein Finger in mir versank.

Ich war unglaublich feucht. Ein Schrecken befiel mich, als das Stöhnen auf der anderen Seite verstummte. Hatte ich es gedacht oder wirklich geseufzt? Dann setzte das Stöhnen wieder an. Es wurde heftiger. Unterdrückt, aber mein Ohr an der Wand vernahm es wie Glockenschläge. Es rumpelte und quietschte, als sich das Bett auf der anderen Seite in Bewegung setzte. Meine Fantasie hing zurück, mein Geist übersprang Szenen.

Die Küsse auf ihren Körper erloschen. Sie lag auf ihren Rücken, spreizte sich, ihr Arme ausgestreckt… Mein Finger zog sich zurück, legte sich mit den anderen auf mein Haar, rieb wie irre. Ich presste meine Schenkel zusammen. Meine andere Hand griff meine Brust. Mein Busen war sensibel, qualifizierte sich als erogene Zone nur, wenn ich äußerst erregt war.

Meine Brustwarzen hatten sich verwundert aus ihren Überwinterungshöhlen gestreckt, reckten sich empor, als sei es das natürlichste auf der Welt. Ich drückte eine sanft zwischen zwei Fingern, als ich fest in das weiche Fleisch der Brust griff.

Sie lächelte, nicht mehr ängstlich sondern erregt. Hände teilten ihre Schenkel, ein Körper legte sich über sie… Meine Schenkel schlossen sich wie eine Schraubzwinge, als das Zittern durch meinen Körper lief. Ich hielt die Luft an, um nicht verräterisch aufzustöhnen. Das Zittern erstarb.

Ich entließ die Luft und ein leises Lachen entwich meine Lippen. Auf der anderen Seite erstarb das Rumpeln. Eine Ewigkeit war es still. Dann erklang ein leises, entspannendes Stöhnen, ehe es endgültig ruhig war.

Ich schämte mich und versuchte mir Absolution zu erteilen. Vielleicht lebte ich wirklich zu zölibatär. Kein Wunder, dass ich so leicht erregbar war. Ich war unglaublich entspannt, genoss das atemlose Wogen meines Busens. Ich sollte es öfter machen. An einem festen Termin, damit ich ich es nicht übersprang.

Abends, nicht morgens, da hatte mein Körper ganz andere Bedürfnisse wie zum Beispiel Kaffee und nicht wieder einschlafen. Abends. Lasagne, Nachrichten, Paper schreiben, Masturbation und dann schlafen. Warum nicht? Es war bestimmt gesund und gut für mich.

Ich wischte meinen Finger an meinem Bauch ab. Er hinterließ eine klebrige Spur. Ich sollte mir die Hände waschen, aber ich war zu müde. Ich wollte nur noch in Schlaf sinken.

Eine Minute später stand ich im Bad und wusch mir ausgiebig die Hände. Was soll´s, ich musste eh mal. Als ich die Tür öffnete, stand Klara davor. Sie schien es eilig zu haben.

„Alles ihn Ordnung?“

„Ja, ich muss nur dringend.“

„Sind die anderen alle weg? Auch Volker und so?“, fragte ich unschuldig, als sie sich mit den Händen vor ihrem Nachthemd an mir vorbei schob.

„Ja, schon längst. Schlaf gut, Petra.“ Die Tür schloss sich.

„Ähm…“ Meine Stirn zog sich zusammen. Klaras Zimmertür stand weit offen. Es ging mich überhaupt nichts an, dachte ich. Aber wenn ich rein zufällig in die Küche ging, würde ich an der offenen Tür… Ich sah hinein. Die Nachttischlampe brannte. Das Zimmer war leer. Ich verzog anerkennend die Lippen. Warum auch nicht? Es war bestimmt gut für Klara und gesund auch

**

Weihnachten rückte näher. Obwohl wir uns darauf geeinigt hatten, uns nicht zu schenken, endete Klara mit einem neuen Schal und ich mit einer knuffigen, selbst gestrickten Mütze, aus der mich ein großer Schokoladenweihnachtsmann anlachte. Weihnachten verbrachten wir bei unseren Familien. Am ersten Weihnachtstag konnte ich mich für fünf Minuten von meinen beiden Nichten losreißen und rief Klara an.

Silvester verbrachte ich bei Karo und Uwe in Berlin. Die beiden schienen noch schwerer verliebt als sonst zu sein, hielten sich aber höflich zurück. Wir standen vor dem Brandenburger Tor, oder besser gesagt, entfernt davon, weil ich nicht mitten unter die Menge wollte. Um zwölf stießen wir an. Dann versanken die beiden in einem ewigen Kuss. Ich war überglücklich, als Klaras Anruf mich aus der Einsamkeit unter all den Menschen riss.

Zwei Tage später kam ich zurück in die leere Wohnung. Klara würde noch ein paar Tage bei ihren Eltern sein. Ich packte aus und erinnerte mich schließlich an das Geschenk, das Karo mir mit süffisantem Lächeln bei meiner Abfahrt zugesteckt hatte.

Ich riss das Geschenkpapier auf und seufzte. „Sehr witzig.“ Es war ein Porno. Eine reife Frau mit der Kopfbedeckung einer Nonne und blankem, schwerem Busen war auf dem Cover. „Die Äbtissin“, stand in dicken Lettern drauf. Darüber hatte man einen billigen Aufkleber mit „Von Frauen für Frauen“ geklebt. Ich warf das Machwerk achtlos auf den Sessel.

**

Die Credits liefen bereits ab, als ich aus dem kurzen, zufriedenen Nickerchen erwachte. Ich kicherte verlegen. Es war Dienstagabend. Wenn es schon keine Lasagne gab, hatte ich wenigsten die anderen Tagesordnungspunkte nicht unter den Tisch fallen lassen wollen. Warum der Film mit den Qualitätsmerkmals „Von Frauen für Frauen“ versehen war, blieb ein Rätsel.

Das Pseudonym des Regisseurs war aberwitzig aber eindeutig männlich. Handlung war nicht vorhanden, es sei denn, wann wollte den Umstand, dass die Äbtissin immer wieder junge Novizinnen dazu brachte, vor ihr Sex zu haben, als Handlung zu bezeichnen. Der Film italienischer Machart stammte aus einer etwas Natur belasseneren Zeit und war mit einer urkomischen Synchronisation unterlegt.

Rätselhafter Weise konnte ich mich ihm nicht entziehen. Es kam mir schon bei der ersten Szene. Aus halb zugefallenen Augen sah ich weiter, bis ich wieder in Stimmung kam. Diesmal nahm ich mir Zeit und verwöhnte mich. Der Film war aus. Ich war einsam. Ein paar freie Tage hatten die Arbeit aus meinen Gedanken vertrieben und ich erinnerte mich dunkel daran, wie schön es war, in die Arme genommen zu werden und zu flüstern: ich liebe dich. Vielleicht war es wieder an der Zeit für mein jährliches Date.

Seit es zwischen mir und Tobias endgültig aus war, waren vier Jahre vergangen. Vier Jahre ohne Freund. Meine Einsamkeit schien zyklisch anzuwachsen, bis es einmal im Jahr soweit war, dass ich mich auf jemanden einließ. Ich hatte Sex und Liebe nie von einander trennen können und war alt genug, um zu wissen, dass sich das nicht mehr ändern würde. Entsprechend vorsichtig Hand habte ich beides.

Ich ging aus. Wenn ich mich amüsierte trafen wir uns öfter, aber es fühlte sich nie richtig an. Nicht seit Tobias. Und so verlief es im Sande, ehe es zu dem einen oder anderen kam. Vielleicht tat ich es nur, um mir selbst zu bestätigen, dass ich allein besser dran war. Jedenfalls war ich nach meinem Date wieder zufrieden mit meinem Single-Dasein, zufrieden, bis der Zyklus aufs Neue begann.

Ich kuschelte mich an Bruno und schloss die Augen. Karo und Uwe waren so verliebt und die Wohnung leer. Kein Wunder, dass ich mich einsam fühlte.

Am nächsten Tag rief Karo an.

„Wir sind verlobt. Seit Weihnachten.“

„Oh, das ist ja wundervoll. Warum habt ihr denn nichts gesagt?“

Karo kannte mich: „Ich wollte nicht, dass du dich wie das fünfte Rad am Wagen fühlst. Wir heiraten im Mai.“

„So früh?“

„Das ist der einzige Zeitraum, an dem Uwe und ich zusammen Urlaub für die Hochzeitsreise bekommen können. Wir feiern unten bei euch. Unsere Familien kommen ja aus der Ecke und die meisten unser Freunde auch.“

Ich glühte vor Stolz, als sie mich bat, Trauzeugin zu sein.

„Du, ich hab dich nie gefragt, was genau du von Uwe hältst. Magst du ihn überhaupt, Petra?“

„Bist du verrückt? Ich liebe den Mann. Es ist so gut für dich. Er macht dich mehr wie…“

„Wie dich?“, lachte sie.

„Wenn du damit verantwortungsbewusst und erdverbunden meinst, dann ja.“

„Das ist wundervoll. Da ist nämlich eine Klitzekleine Kleinigkeit.“ Karo hatte mich eiskalt in die Falle tappen lassen. Das frisch verlobte Paar war so verliebt, dass es sich nicht von einander getrennt sein konnte. Uwe wollte unbedingt bei unserem Mädels-Skiurlaub dabei sein. Ich konnte es nachvollziehen. Wir hatten uns Silvester etwas zu viel über Karos vergangene Après-Ski Eskapaden aufgelassen. Manche Nacht hatte ich allein in unserem Zimmer verbringen müssen.

„Wir haben das Zimmer schon gebucht“, gestand sie. Ich seufzte. Frisch Verlobten durfte man wohl nichts abschlagen.

„Dann muss ich wohl in ein trauriges Einzelzimmer ziehen.“

„Es war nur noch ein Doppelzimmer frei. Aber Uwe zahlt die Hälfte. Er kann es sich leisten. Sein Konzern hat erfolgreich so viele Arbeiter geknechtet, dass er einen fetten Bonus erhalten hat.“

Ich überlegte. Nach den Trümmerurlauben der Vergangenheit hatten wir uns entschlossen, unser Gehalt in eine Wellnessunterkunft zu investieren.

„Gut, aber ich habe zwei Bedingungen, Karo. Unter keinen Umständen wird es geschehen, dass Uwe mich in der Sauna sieht.“

„Oh, Petra. Dabei hat er sich schon darauf gefreut mal eine richtige Frau zu sehen und nicht so ein dürres Brett wie mich.“

„Ich mache keine Witze, Karo. Da gibt es Dinge, die Uwe und ich nicht von einander kennen sollten.“

„Also gut, Petra. Ich verspreche es. Und das zweite.“

„Dein Mann wird gefälligst auch die Halbpension mit zahlen. Ich frag Klara, ob sie mitkommen will, sonst fühle ich mich wirklich wie das fünfte Rad am Wagen.“

Ich hörte sie seufzen. „Na gut.“ Ich hätte ihr nicht erzählen dürfen, dass Klara gläubige Pastorentochter war, die Theologie auf Lehramt studierte. „Das klingt schon so engstirnig“, hatte Karo geurteilt.

Wir legten auf und ich rief Klara bei ihren Eltern an, unterhielt mich kurz mit ihrer Mutter, ehe sie mich weiterreichte. Klara ließ mich abblitzen.

„Ich würde ja gerne, aber es ist mitten im Semester.“ Ich verstand. „Kein Problem.“ Wir legten auf. Ich stieß einen Seufzer aus. Karo und Uwe fuhren hervorragend Ski. Ich konnte mir nur bei dem Gedanken schmeicheln, dass ich langsam aber elegant fuhr. Die beiden würden dauernd auf mich warten müssen. Ich zog ein Gesicht, als ich die zwei vor meinem Auge beim Après-Ski knutschen sah, während ich mich einsam an mein Bier krallte. Einsam im besten Fall. Ab einem gewissen Alkoholpegel schienen Männer runde Formen am besten wahrnehmen zu können. Vermutlich erinnerten sie sie am Mama.

Meist war die Kerle ganz lieb, ein-, zweimal hatte ich aber schon richtig unangenehme Typen erlebt. Das Telefon ging. Es war Klara.

„Du, weißt du was? Ich würde gerne mitkommen. Ich darf mir zwei Fehlstunden pro Kurs erlauben und habe in diesem Semester noch nicht eine einzige.“

Ich grinste. Natürlich hatte sie das nicht.

Drei Wochen später fuhr ich mit Klara in meinem Auto nach Österreich. Wir freuten uns riesig. Wir holten Uwe und Karo am nächst gelegenen Flughafen ab und fuhren ins Skigebiet. Unser Zimmer war schön. Ruhig, komfortabel. Großes Bett, ein Sofa und eine kleine Sitzecke. Wir aßen zusammen im Speisesaal zu Abend, nahmen noch einen Drink an der Bar ein.

Karo wollte noch ausgehen, aber ich war von der Fahrt zu erledigt. Klara ging es ähnlich. Sie hatte wenig gesagt. Manchmal vergaß ich, wie schüchtern sie war. Karo und ich waren sechs Jahre älter als sie und Uwe sogar noch mehr. Sie wirkte etwas eingeschüchtert.

Das Ehebett war groß genug, dass wir darin schlafen konnten, ohne uns unangenehm auf die Pelle zu rücken. In der Nacht wachte ich auf. Ich fror wie ein Schneider. Ich spürte, dass Klara wach war. „Frierst du auch so?“ „Ja. Es ist eiskalt.“ Fröstelnd stand ich auf und holte die dicken Wolldecken aus dem Schrank und deckte uns zu. Bibbernd zog ich meine Knie an, bis sich allmählich Wärme in meinem Bau ausbreitete.

„Danke.“ „Keine Ursache.“ „Ich meine dafür, dass du dich beim Essen um mich gekümmert hast“, meinte Klara. Ich grinste. Karo konnte ganze Abende damit verbringen, unsere alten Abenteuer Revue passieren zu lassen. Ich wollte nicht, dass Klara sich ausgeschlossen fühlte. Ich lachte:

„Dafür musst du morgen auf der Piste bei mir bleiben, Klara.“

Über Nacht hatte ein sibirischer Winter die Alpen erreicht. Die drei studierten eifrig die Pistenkarte beim Frühstück, während ich missmutig meine Tasse Kaffee umklammert hielt.

„Was willst du zuerst machen?“, fragte mich Karo.

„Ich will heiße Schoki und wieder ins Bett.“

„Wenn man sein Bett mit einem riesigen Bären teilt, braucht man sich nicht wundern, wenn gewisse Angewohnheiten abfärben. Jetzt ist keine Zeit für Winterschlaf, Petra. Wir sind im Ski-Urlaub.“

Eine Stunde später stand ich nach einer alptraumhaften Gondel-Odyssee auf dem Berggipfel. Es herrschen arktische Temperaturen von minus zwanzig Grad. Der Wind peitschte harschigen Schnee in mein Gesicht.

„Wir werden alle erfrieren“, maulte ich.

„Wir vielleicht“, spottete Karo. „Du bist die einzige, die körperlich für solche Temperaturen gerüstet ist.“ Dann stürzte sie sich todesverachtend die steile Abfahrt von der Endstation hinab. Uwe folgte ihr und verschwand nach ein paar Metern im aufgewirbelten Schnee.

„Fahr vor, ich folge dir langsam.“ Ich war mir nicht sicher, wie gut Klara wirklich auf den Skiern war und wollte sie nicht aus den Augen verlieren.

**

„Wie kann man nur aus Schleswig-Holstein stammen und so gut Ski fahren können“, wunderte ich mich, als ich die Tür zu unserem Zimmer aufstieß.

„Ich habe eine Tante in der Schweiz“, lachte Klara.

Erschöpft stieg ich aus meiner Kluft und setzte mich in meiner Thermounterwäsche aufs Sofa. Nach dem ersten Hüttenbesuch hatte sich meine Laune rasch gebessert. Nach einer zweiten Abfahrt ließen wir es gut sein für den Tag. Es war zu kalt, um wirklich Spaß zu machen. Klara setzte sich neben mich. Mein Smartphone summte. Karo schrieb: Uwe und ich halten Nachmittagsschläfchen. Knick, Knack. Sauna ist frei.“

„Komm“, sagte ich zu Klara. „Lass und in die Sauna gehen.“ Karla sah mich erschrocken an. „Ich glaube, ich will lieber nicht.“

Ich nickte verstehend. „Keine Sorge. Ich habe dafür gesorgt, dass Uwe uns nicht nackt sehen wird. Es ist ein völlig normales Verhalten, wenn man von Männern, mit denen man später noch ganz normalen Umgang pflegen möchte, nicht nackt gesehen werden will.“

„Das ist es nicht“, druckste Klara herum. Ihr Gesicht war feuerrot. Ich betrachtete einen Punkt an der Decke. Anscheinend war ich prüder als eine Pastorentochter. „Es ist… Ach, es ist so dämlich.“

Ich brauchte nicht lange, um er aus ihr heraus zu bekommen. Anscheinend hatte sie es bei ihren Teamkolleginnen aufgeschnappt. Klara wollte sich wohl etwas erwachsener fühlen und hatte sich rasiert. Völlig. Und sich dabei geschnitten.

„Ist es schlimm? Karo ist Frauenärztin.“

„Bloß nicht“, schoss es aus ihr heraus. „Es ist nicht schlimm. Es ist auch nicht da, wo´s… na ja, empfindlicher ist, sondern oberhalb. Es sieht so dämlich aus und alles ist gerötet. Ich schäme mich einfach.“

„Ach komm schon. Davon lassen wir uns nicht den Urlaub vermiesen. Die Sauna ist doch das beste nach der Abfahrt. Ich leg sowieso immer ein Handtuch über meinen Schoß. Was meinst du erst, was ich für Unzulänglichkeiten habe.“

Der Gedanke, dass mir jemand auf die ausgeprägten Schamlippen starren konnten, war unerträglich. Das gefiel mir schon in der Dusche nicht besonders. Am liebsten hätte ich auch Bauch und Busen bedeckt, aber dann konnte man ja gleich im Pulli in die Sauna.

**

Der Schweiß lief mir in Strömen. Als der Mann die Sauna verließ, entspannten wir uns sichtlich. Wir waren allein. Die meisten anderen steckten wohl bei Après Ski.

„Aufguss?“ Ich nickte. Klara legte ihr Handtuch ab und stand auf. Ich konnte nicht umhin, sie zu beobachten. Ihr Becken war zu breit für ihren Oberkörper, aber ihr Hintern war recht niedlich. Sie drehte sich um und setzte sich wieder. Ihre Brüste waren klein und fest. Ihre Warzen süß und perfekt. Nicht jeder konnte mit untertassengroßen Tropfen gesegnet sein, dachte ich bitter. Ich hatte einen Blick erhascht.

„Man sieht gar nichts.“ Klara lief rot an. Es lag nicht am Aufguss. Jetzt wurde ich rot und konnte nicht aufhören zu reden. „Nur ein kleiner, roter Strich und ein paar Hautirritationen. Sieht eigentlich ganz süß aus.“ Sie legte schnell ihr Handtuch über den Schoss.

„Du hast überhaupt keine Unzulänglichkeiten“, sagte sie leise. Ich erstrahlte und legte mich mit den Ellenbogen an die Stufe über uns zurück. Sie sah mich schüchtern an. Als ich ihr zu lächelte, weiteten sich ihre großen Augen, die ohne ihre Brille scheu und hilflos wirkten. Eine meiner Schlupfwarzen hatte sich neugierig empor gereckt. Mein Kopf lief feuerrot an. „Die hat einen Willen für sich selbst“, sagte ich. Wir brachen in Lachen aus, als die Tür aufging und ein älteres Paar eintrat. Mit breitem Grinsen überließen wir ihnen das Feld.

**

Wir standen an einem Heizpilz um ein großes Fass herum, das uns als Tisch diente. Grottige Hüttenmusik ertönte in ohrenbetäubender Lautstärke. Die Terrasse der Après- Skihütte war brechend voll. Die Temperaturen waren erträglicher geworden. Nach einem herrlichen Skitag hatten wir endlich Lust auf unseren ersten Après-Ski. Nachdem jeder schon eine Runde Bier und Williamsbirne intus hatte, taute Klara sichtlich auf. Während Karo und Uwe im Takt schunkelten, erzählte die Pastorentochter mit leichtem Schlag in der Zunge eine völlig zusammenhangslose Geschichte aus Tahiti. Es war unmöglich ihr zu folgen, aber Klara amüsierte sich köstlich. Sie vertrug nicht viel.

„Hast du eigentlich einen Freund“, fragte Karo auf einmal. Ich warf ihr einen Blick zu. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie nichts mit Klara anfangen konnte. Vielleicht war sie eifersüchtig, dass ich mich so um meine Mitbewohnerin kümmerte. Dabei klebte sie selbst in Wahrheit verständlicherweise an ihrem Verlobten und ohne Klara hätte ich mich ziemlich gelangweilt.

„Habe ich nicht“, sagte Klara.

„Aber du hattest schon mal einen Freund, oder?“ Karos Fragerei ging mir ordentlich gegen den Strich. Ich wollte nicht, dass sie Klara aufzog.

„Ja, in der Schule. Er war sogar mit mir in Tahiti.“

„Wirklich“, entfuhr es mir. Das hörte ich zum ersten Mal.

„Es ist so schrecklich, was da passiert ist“, versuchte Uwe das Thema zu wechseln, aber Karo ließ nicht locker.

„Warum habt ihr euch getrennt?“

Klaras gelockerte Zunge konnte nicht anders, als die Wahrheit sagen:

„Er wollte mehr. Aber ich war nicht bereit dazu.“

„Dann bist du noch Jungfrau?“, entglitt es Karo.

Mein wütender Ausruf war überflüssig. Als Karo ihre eigene Wort hörte, riss sie entsetzt die Hände vor den Mund:

„Oh, mein Gott, Klara, es tut mir so leid. Das war völlig inakzeptabel. Ich bin angehende Frauenärztin. Du weißt gar nicht, wie viele Patientinnen ich schon hatte, denen ich gerne etwas mehr Zurückhaltung empfohlen hätte. Das ist deine ganz persönliche Entscheidung. Und sicher nicht die schlechteste.“ Sie griff Klaras Hände. „Es tut mir aufrichtig leid.“

Klara war rot im Gesicht, grinste Karo aber breit an: „Der Vorteil wenn man gläubiger Christ ist, ist, dass man sich in der ganzen Vergebung ’s-Sache leicht tut. Ich nehme die Entschuldigung an. Es ist doch auch nicht schlimm, oder? Ich will warten, bis ich jemanden treffe, bei dem ich mir wirklich sicher bin. Dann kann ich ja immer noch alles nachholen.“ Sie fing an zu kichern.

„Das ist eine gute Einstellung“, lobte Uwe. „Ich hole noch eine Runde.“

Eine halbe Stunde später knutschen Uwe und Karo irgendwo auf der Tanzfläche, während ich mit Klara schunkelte. Ein hochaufgeschossener junger Mann stellte sich neben mich. „Hi, ich bin der…“ Ich schüttelte den Kopf und drückte Klara an mich. „Tut mir leid, ich hab schon jemanden für heute Nacht.“

Der Junge Mann drehte sprachlos um. Klara sah mich mit rotem Kopf an.

„Was denn? Es war nicht einmal gelogen. Wir schlafen in einem Bett.“

„Aber der war doch ganz süß.“

„Hm, ja? Geht so.“

„Warum hast du eigentlich keinen Freund, Petra? Du bist so lieb.“

Jetzt wurde ich feuerrot.

„Willst du es wirklich wissen? Ich muss dich warnen, es ist eine lange, traurige Geschichte.“

Sie nickte ernst. „Ich will es wissen.“

„Vor vier Jahren endete meine Beziehung mit einem Typen, den ich unter Tränen immer wieder angefleht habe, mich nicht zu verlassen, obwohl er mich nur betrogen hat. Ich schäme mich bis heute über mich selbst.“

Klara sah mich erstaunt an: „So lang war die Geschichte nun auch nicht.“

Ich zuckte mit den Schultern: „Vier Jahre rücken einiges in Perspektive. Tobias, so heißt der Typ, ist eigentlich völlig unwichtig. Ich schäme mich nur so sehr über mich selbst. Es war so offensichtlich, dass es auf eine Katastrophe hinauslaufen würde. Ich glaube, ich wollte nicht einmal mehr wirklich mit ihm zusammen sein. Ich hatte nur Angst, allein zu sein. Erbärmlich, oder?“

„Nein. Davor haben doch viele Angst. Ich auch.“

„Das ist lieb von dir. Seitdem traue ich mir selbst nicht mehr so recht über den Weg. Vielleicht steckt dieses erbärmliche junge Mädchen noch immer in mir und wartet nur darauf auszubrechen.“

„Man muss sich auch selbst vergeben können.“

„Ich weiß, aber ich bin schrecklich selbstkritisch.“

„Das muss du aber nicht. Du bist so lieb und einer der besonnensten Menschen, die ich kenne.“

Ich lachte meine Röte fort. „Oje, besonnen. Das klingt schon so alt. Ich muss mal. In meinem Alter kann man das Wasser ja nicht mehr so halten.“

Als ich mit einem Tablett mit der nächsten Runde zurückkehrte, sah ich, wie sich gerade ein athletischer, blonder Junge an Klara ran schmiss. Ich stellte das Tablett auf den Tisch, umarmte Klara von hinten und gab ihr einen Schmatzer auf die Wange.

„Alles in Ordnung, meine Süße?“ Der Kerl verschwand so schnell, wie er gekommen war.

„He, der war nun wirklich nett“, protestierte Klara.

„Du bist betrunken. Der war alt und hässlich.“

Gut gelaunt torkelten wir in unser Hotel.

„Wir treffen uns gleich zum Abendessen“, rief ich Uwe und Karo hinterher.

„He, ich will aber noch mit dir in die Sauna“, lachte Klara.

**

Kaum aus dem Urlaub zurück, hatte mich der Arbeitsalltag wieder in seinen Klauen. Der Februar kam und Klara büffelte für die Abschlussklausuren des Wintersemesters. Den Rest des Monats verbrachte sie bei ihren Eltern. Wir skypten fast jeden Abend, aber als sie Anfang März zurückkehrte, freute ich mich sehr. Karo hatte mir einmal gestanden, dass sie etwas eifersüchtig auf Klara war, weil sie so ein wichtiger Teil in meinem Leben geworden war.

„Aber Karo, du bleibst doch immer der wichtigste Mensch in meinem Leben“, hatte ich gelacht. „Ich meine, du liebst Uwe doch auch nicht mehr als mich, oder?“

„Ähm, nein, natürlich nicht.“ Die Antwort war etwas sehr spät gekommen.

Der April kam und Karfreitag. Ich wollte Karo in Berlin besuchen. Nach zwei anstrengenden Wochen an der Uni hatte ich es nicht über mich gebracht, mich am ersten Tag meines langen Wochenendes früh aus dem Bett zu quälen. Gepackt hatte ich auch noch nicht. Auf den Esstisch in der Küche wartete ein Schokohase auf mich. Ich strahlte. Klara. Ich klopfte an ihrer Tür. Sie war wach und las im Bett. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Sie trug ihr Schlumpf-Nachthemd. „Frühstück?“ Sie nickte begeistert. Wir verquatschten uns. Es ging bereits auf Mittag zu, als ich endlich fertig zum Aufbruch war.

„Ich würde viel lieber bei dir bleiben“, gestand ich, als sie mich an der Tür verabschiedet. Mein Körper sehnte sich nach Entspannung und nicht nach einer langen Autofahrt.

„Dann bleibt doch. Ich mache nachher Muffins.“ Sie lächelte. Sie wusste, wie sehr ich die Dinger mochte. Ich schüttelte den Kopf. Karo wollte unbedingt ihre Hochzeitspläne mit mir durchgehen und außerdem hatte ich keine Muffins verdient. Im Urlaub hatte ich wider Erwarten nicht abgenommen. Für Anfang April war das Wetter unverschämt warm. Wenn es in Berlin nur halb so schön war wie hier, würde es mir schon gefallen, sobald ich dort war.

Eine Stunde später stand ich im dicksten Urlaubsstau. Nichts ging mehr. Blaulichter quälten sich mühsam an den Autos vorbei. Mein Smartphon ging. Es war Uwe.

„Hi, Petra. Sag mal bist du schon weit gekommen?“

„Ne, wieso?“

„Sie ist bestimmt schon bald da. Sie ist immer so pünktlich“, hörte ich Karo im Hintergrund. Dann vernahm ich einen schrecklichen Laut.

„Karo hat die Magendarmgrippe. Du kennst sie ja, sie wollte es nicht wahr haben, bis es zu spät war. “ Das grauenerregende Würgen in Hintergrund setzte erneut ein. Diesmal noch lauter. „Sie hat noch immer ein schlechtes Gewissen, weil ich mit in euren Skiurlaub mitgekommen bin, und wollte unbedingt Zeit mit ihrer besten Freundin verbringen, aber… na ja… du hörst ja selbst. Und wenn ich ehrlich bin, mir geht es auch nicht so gut.“

„Kein Problem, Uwe. Ich bin wirklich noch nicht weit gekommen. Ich kann die Zeit auch gut gebrauchen, um an meinem Paper zu arbeiten.“

„Sag Petra, dass es mir schrecklich…“ Das Würgen riss Karos Worte ab. Ich war zwar promovierte Biologin, aber nach dem Telefonat hatte ich das dringe Bedürfnis, mir die Hände zu waschen.

Es dauerte eine Ewigkeit, bis der Stau sich in Bewegung setzte und ich an der nächsten Abfahrt umkehren konnte. Ich rief Klara an, aber sie meldete sich nicht. Dann würde ich sie eben überraschen. Die Gegenrichtung war frei. Ich drückte aufs Gas. Vielleicht waren die Muffins sogar noch warm.

Ich schloss auf, stellte meinen Koffer ab, zog mir Mantel und Schuhe aus. „Klara?“ Sie war nicht zu sehen, aber von der Küche strömte mir der Duft frischer Muffins entgegen. Laute Musik erklang. Es war Marvin Gaye. Klara schien die Master Collection in meiner spärlichen Sammlung entdeckt zu haben. Es traf mich wie ein Schock und schnürte mir die Kehle zu. Marvin Gaye, sturmfreie Bude. Vor meinem Inneren Auge sah ich Volkers klebrige Finger über ihre blasse Haut fahren. Ich zog ein Gesicht. Dann bemerkte ich, dass die Musik aus meinem Zimmer kam. Ich hörte Stöhnen.

Jetzt hielt es mich nicht mehr. Der miese Perversling verführte Klara auf meinem Bett. Volker war bestimmt nicht der richtige für sie. Das lustvolle Stöhnen wurde lauter, als ich in mein Zimmer stürmte. Der Anblick verschlug mir den Atem. Klara trug nichts als ihre große Brille. Sie hatte ihr brünettes Haar wachsen lassen. Es umspielte ihre Schulter. Der ebenmäßige Rücken gebogen, als sie ihren Kopf in den Nacken warf und einen Laut durch ihre blassen Lippen stieß, der erschreckender Weise wie mein Name klang. Eine Hand krallte sich fest in ihre straffe Brust, die andere lag zwischen ihren starken Schenkeln.

Der Mund vor Lust geöffnet. Ihre Hüften schmiegten sich immer schneller gegen ihre Hand. Sie hob ihr breites Becken. Ich sah den dicken Schaft, auf dem sie rittlinks saß, der tief in sie drang, als sie zurücksank und seufzend meinen Namen ausstieß.

„Bruno!“, entfuhr es mir mir entsetzt. Klara riss erschrocken den Kopf herum. Für einen Augenblick fürchtete ich, der Schlag hätte sie getroffen. Dann sprang sie von meinen Stoffbären und verschwand hinter der abgewandten Seite meines Bettes. Bruno blieb zurück. Der dicke Gummipenis, der mit einem Geschirr um seine Hüften befestigt war, reckte sich feucht glänzend und schamlos in die Höhe, versicherte mir, dass ich nicht träumte.

„Klara, was um Gottes Willen…“ Klara erhob sich zögerlich. Eine Hand bedeckte ihre Scham, die andere unzureichend ihren Busen. Sie brach in Tränen aus. Ihr ganzer Körper bebte vor Schluchzen. Ich unterdrückte den Impuls sie in den Arm zu nehmen. Ich sollte etwas sagen, aber ich konnte nicht. Ich konnte sie nur anstarren. Sie schluchzte, sah hilflos und verloren aus. Mitleid überkam mich, mehr aber noch eine unerklärliche Lust. Noch nie hatte ich etwas so erregendes gesehen, wie dieses süße Mädchen, das vor Scham im Boden versank, hilflos darum bemüht seine Nacktheit zu verbergen.

„Bitte schmeiß mich nicht raus, Petra“, heulte sie. „Oh, Klara…“ Sie sah flehentlich auf. „Bitte, bitte, bitte. Ich tue alles für dich, wenn du mich nur bleiben lässt.“

Ich weiß nicht welcher Teufel mich ritt. Es musste der Anblick dieses unschuldigen Dings gewesen sein, das so obszön meinen Bären geritten hatte. Sie war so nackt und wehrlos. Ich drehte Marvin Gaye leiser. Klarer wurden meine Gedanken dadurch nicht.“Alles?“, vergewisserte ich mich. Sie nickte scheu. Ich rückte meinen Stuhl vom Schreibtisch und setzte mich. „Tanze!“ Es kostete mich meine ganze Willenskraft den Anschein von Selbstvertrauen in das Wort zu stecken.

„Was?“ Klara riss ungläubig die Augen auf. „Du sollst für mich tanzen, wenn du nicht willst, dass ich dich rausschmeiße.“

„Und dann darf ich bleiben?“ Ich brach beinahe selbst in Tränen aus. Aber ich wollte, musste sie sehen. Ihre nackte Scham, ihre Hüften, die süßen Brüste.

„Vielleicht“, antwortete ich. Sie fing an, sich zu bewegen. Ungelenk und linkisch, das erotischste, was ich je erlebt hatte. Ein Brennen schoss meinen Leib hinab. Ich presste meine Schenkel zusammen, öffnete die Lippen. „Nimm die Hand von Schoss.“

Sie gehorchte, sah mir in die Augen, als sie die Hand von der Scham nahm. Ich biss mir auf die Unterlippe. Das Dreieck zog meinen Blick magisch an. Frisch rasiert, voller Hautirritationen, obszön und lüstern, passte es überhaupt nicht zu der schüchternen Pastorentochter. Mein Unterleib stand in Flammen. Meine Hand wanderte zum Stoff meiner Jeanshose hinab. Klara beobachtete mich so gebannt, wie ich sie.

Ich seufzte, als sie ungeschickt versuchte, ihre Hüften sexy zu bewegen. Sie zog schüchtern die Hand von ihrem Busen. „Du bist wunderschön.“ Sie wurde feuerrot. Ich hatte es laut gesagt. Meine Beine öffneten sich wie von selbst, meine Hand griff in den rauen Jeansstoff. Der Druck ließ mich aufstöhnen. Klaras Bewegungen wurden selbstbewusster, geschmeidiger, als sie sah, was sie mit mir machte.

Sie war unwiderstehlich. Ich stöhnte auf, vor Erkenntnis, nicht vor Lust. Das ganze war wie eine Szene aus „Die Äbtissin.“ Ich war die alte, lüsterne Ordensfrau, die eine junge Novizin zwang, ihr zu Diensten zu sein. Es war sexuelle Nötigung. Ich sprang auf und schloss die völlig überraschte Klara in meine Arme. „Es tut mir so leid. Ich wollte dich zu nichts zwingen, Klara.“ Die Tränen kamen mir.

Der Gedanke, ihr wehgetan zu haben, war unerträglich. „Verzeih mir. Ich werde dich niemals raus werfen. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Kannst du mir verzeihen? Bitte, bitte, verzeih mir.“ Sie klammerte sich an mich, wie ein Ertrinkender an ein Stück Treibholz. Ihre Stimme krächzte. Sie legte allen Mut hinein: „Ich will es tun.“

Wir lösten uns. Ich sah sie fragend an. Splitterfasernackt hatte es etwas rührendes, welche Entschlusskraft sie in ihre Worte zu legen versuchte: „Ich will alles tun, was du von mir verlangst. Freiwillig. Bitte, Petra, ich will nicht, dass es endet.“ Sie führte mich zum Stuhl und drückte mich sanft nieder. „Bitte“, flehte sie. Ich strich mir die Tränen fort.

„Also gut. Du hast wohl eine kleine Strafe verdient“, sagte ich. Ich entspannte mich, als Klara zum ersten Mal lächelte. „Tanz für mich, du…“ Die geile Äbtissin hatte ihre Novizinnen immer unflätig beschimpft. Das nannte man wohl Dirty Talk. Eine Reihe von Optionen raste an mir vorbei. Miststück? Kleine Schlampe? Flittchen? „Tanz für mich, meine Süße!“ Verflucht! „Aber sexy.“ Ha! Schon besser.

Sie drehte sich blitzschnell um die eigene Achse. Ihr süßes Hinterteil wirbelte an mir vorbei, ehe sie ihre blanke Scham in kreisenden Bewegungen präsentierte. Die breiten Hüften wirkten wie hypnotisierend auf mich. „Streichele dich.“ Ihre Hände fuhren über ihren Leib. Es machte nichts, dass sie dabei aus dem Rhythmus kam, meine Hand knetete den festen Stoff immer stärker. Sie hielte ihre Brüste, zeigte sie mir stolz. Sie waren perfekt, die Nippel steif empor gereckt. Sie hingen kein Stück. Das Leben konnte so ungerecht sein. Selbst wenn sich meine Nippel mal zeigten, ragten sie kaum empor.

Eine Hand glitt hinab, hinab zu ihrem geröteten Schoss. Ich zwängte meine Hand unter den Bund meiner Hose. Verdammt, es sollte meine bequeme Autofahrhose sein, aber ich kam kaum hinein. Ich fand mein Höschen, meine andere Hand griff an meine Brust. In einer Bewegung hob Klara ein Bein und ließ frech einen Finger in sich verschwinden, ehe sie aus Balance-gründen heftig mit den Armen zu rudern begann. „Oh Gott, Klara.“ Meine Finger hatte meine Klitoris gefunden. Die anderen krallten sich durch den Wollpulli in meine weiche Brust. Ihre Muschi sah so süß aus. Ihre Schamlippen traten kaum hervor. Ich fing hemmungslos an zu schnurren.

„Kommt näher“, presste ich hervor, zwang meine Finger inne zu halten, damit es mich nicht überkam. Sie stand ganz dicht vor mir. Ich sog den Duft ihrer Haut, ihrer Erregung ein, widerstand dem Drang, sie in meine Arme zu schließen.

„Zeig sie mir.“ Klara setzte sich auf den Teppich, stützte den Oberkörper auf den Armen auf, spreizte ihre Beine weit vor mir. Ihre Lippen öffneten sich, gaben den Blick in ihr Inneres frei. Brunos dickes Teil hatte sie gedehnt. „Spiel damit.“ Ihre Schamlippen glänzten feucht, als sie drei Finger über ihren Kitzler legte und sanft kreisen ließ.

„Du machst mich so geil, Petra.“ Das Wort klang so unnatürlich aus ihrem Mund, aber im Zusammenhang mit meinen Namen, machte es mich verrückt. Mein Finger fuhr tiefer. Die Feuchtigkeit war bereits durch meine Lippen gedrungen. „Zeig es mir, Klara!“ Ihr Mittelfinger verschwand mühelos in ihr. „Ich bin so nass, Süße.“ „Oh, Petra.“ Sie legte sich auf den Rücken, steckte ihren Finger tiefer hinein, fasste sich mit der anderen Hand in den Schoss.

Ihr Stöhnen wurde lauter und schneller. Ich konnte es nicht fassen. Die brave Pastorentochter hatte jedes Schamgefühl verloren und machte es sich vor meinen Augen selbst. Diese verfluchte Hose musste endlich runter, schoss es mir durch den Kopf. „Petra, oh Petra.“ Sie hob den Kopf, sah mir in die Augen. Ihr Blick begann sich zu verklären. Sie stand kurz davor.

„Wenn es dir kommt, ist es vorbei“, entfuhr es mir. Fast augenblicklich erstarrte sie. In den Augen, die mich gerade noch vor Sehnsucht angesehen hatten, sammelte sich Wasser.

„Was?“

„Wenn es dir kommt, ist alles vorbei, Klara. Dann sind wieder Freundinnen, als wäre nie etwas geschehen. Wir werden nie wieder darüber reden. Das ist meine Bedingung. Wenn du nicht damit einverstanden bist, dann hören wir sofort damit auf.“

Es war mir unmöglich einen Gedanken an die Zukunft zu verschwenden, der nicht damit zu tun hatte, wie ich diese vermaledeite enge Jeans von mir herunter bekam, aber es war eine beruhigende Illusion, dass diese erschreckende Wollust in mir eine einmalige Sache war.

„Ich will weiter machen“, sagte Klara. Sie hatte sich aufgesetzt und versuchte sich zu bedeckten.

„Dann komm und zieh mir die Hose aus.“ „Wirklich?“ „Ja, Süße.“ Sie krabbelte zwischen meine gespreizten Beine, nestelte an meinem Gürtel und fingerte die Knöpfe auf. „Hör auf zu lachen und zieh stärker.“ Klara mühte sich redlich damit ab, die Jeans über meine Rundung zu ziehen. Ich stürzte mich auf dem Stuhl ab. Endlich kam sie frei. Mein Höschen rutschte ein Stück hinab. Klara starrte auf den Ansatz meines Schamhaars, überraschte mich völlig, als sie mir blitzschnell ein Küsschen drauf setzte. Ich wieherte vor Lachen. Sie war so süß.

Ich hätte sie am liebsten in die Arme geschlossen und nie mehr gehen lassen. „Langsam“, mahnte ich stattdessen. „Da küsst man nicht ungefragt hin.“ „Tschuldige.“ Sie sah nicht sonderlich geknickt aus. Ich lachte. „Wenn du lieb bist, dann bekommst du nachher vielleicht noch Gelegenheit.“ Klaras Mund klappte auf. Hatte ich das wirklich gesagt? Die Vorstellung, sie könnte meine schrecklich großen Lippen ganz nah sehen, löste Panik in mir aus. Dann stellte ich mir vor, wie ihr warmer Atem mich traf, kurz bevor ihre schönen Lippen sich auf meine feuchten Lappen legten.

„Jetzt aber runter mit der Hose. Und setzt dich auf mich.“ Der Stoff glitt von meinen Beinen. Ich schloss die Schenkel. Klara setzt sich auf mich. Wir schlangen die Arme um einander. Ich zog sie an mich, ihre Scham drückte an meinen Bauch. „Küsst du mich, Petra?“ „Ja“, keuchte ich. „Küsst du mich geil?“ Unsere Zungen verschmolzen in einen leidenschaftlichen Kuss. „Darf ich deine Brust berühren“, fragte sie scheu, als wir Luft holten. „Willst du denn?“ Sie nickte eifrig.

Ihre Hand glitt zwischen uns, legte sich auf meine Brust, drückte sie ungeschickt. Ich war so erregt, sie konnte nichts mehr falsch machen. „Darf ich deine berühren?“ Sie küsste mich innig, ehe sie nickte. Ich hatte keine große Hand, aber sie bedeckte Klaras Brust vollständig. Ich drückte sie sanft. Das Gefühl war elektrisierend. Für Klara auch. Sie bekam eine Gänsehaut. Ihr Nippel richteten sich wohl möglich noch steifer auf.

„Hat dich jemand schon mal da berührt?“ „Mein Freund aus der Schule. Aber nicht so schön wie du.“ Ich küsste ihr eine Belohnung auf die Brust. Klara erschauderte. „Petra, was machst du nur mit mir?“ Ich hätte die gleiche Frage stellen können. Meine Finger glitten sanft über ihre Haut, streichelten zärtlich über ihre Brustwarze. Sie stöhnte auf, als ich sie ohne Vorwarnung an mich presste. „Du bist unglaublich schön.“

„Du auch, Petra.“ Ich hielt sie zu eng umklammert. Vergeblich versuchte sie mir die Hand unter den Pulli zu schieben. „Willst du die sehen?“ Sie nickte eifrig. „Sie sind ganz schrecklich“, warnte ich. „Sie sind wunderschön. Ich habe sie doch schon gesehen.“

„In der Sauna. Du Biest hast gespiekst.“ Sie wurde rot. Widerwillig ließ ich ihre Brust los, als sie mir den Pullover auszog. „Oh nein“, entfuhr es mir, als ich mein Haar ordnete. In Sitzen bildete mein Bauch eine zusätzliche Welle. Meine Brüste schienen förmlich auf ihm zu liegen. Mein BH stemmte sich tapfer gegen die Schwerkraft. „Darf ich?“ „Du hast es ja ganz schön eilig“, sagte ich bitter.

Nach einiger Fummelei gelang es ihr die Schließen meines BH ’s zu öffnen. Mein Brüste plumpsten aus den Körbchen nach unten. Ich hatte kaum Gelegenheit, den BH abzulegen, als Klara schon über mich herfiel und meine Brüste mit Küssen bedeckte. „Ich wünschte ich hätte so kleine feste Brüste wir du. Meine hängen so schwer.“ Klaras Augen leuchteten wie die eines Kindes bei der Geschenköffnung an Heiligabend, als sie meine linke Brust in beiden Händen wog.

„Meine Warzenhöfe sind doch grotesk.“ Sie hob die Brust etwas an und überschüttete das tropfenförmige Gebilde mit unzähligen Küsschen. „Und meine Schlupfwarzen erst. Die sind wirklich nicht schön.“ „Sie sind wunderschön. Außerdem gucken sie doch raus.“ „Ja, jetzt schon.“ „Du bist die schönste Frau der ganzen Welt.“ Ich wurde rot und lachte: „Kann es sein, dass du größte Brüste magst?“ „Ich mag nur deine.“ Ich schloss ihren frechen Mund mit einem Kuss. Ihre Nippel bohrten sich in das weiche Fleisch meiner Brüste, als ich sie an sich drückte. Meine Hand glitt ihren Rücken hinab, wanderte über die Hüften zu ihrem Bauch, übersprang ihren Schoss und legte sich auf ihren Oberschenkel. Klara stöhnte enttäuscht in meinen Mund. Unsere Lippen lösten sich, wir sahen uns in die Augen, als sich meine Hand näher an ihren gespreizten Schoss schob. „Hat dich da schon einmal jemand berührt, sinnlich berührt?“ Sie schüttelte heftig den Kopf. Nur ein Hauch trennte mich von ihrer Scham.

„Darf ich?“ „Oh, bitte, Petra, bitte, bitte, bitte.“ Ich spürte die kleinen Pusteln von der Rasur. Meine Finger lagen auf ihren Kitzler, still, berührten ihn nur. „Oh, Petra.“ Ihr leidenschaftlicher Kuss machte mich verrückt. Ich drückte fest auf ihre Klitoris, als ich meine Beine etwas spreizte und ihre Hand an meinen Bauch legte. „Hast du schon einmal jemanden dort berührt?“ Sie schüttelte den Kopf. „Willst du?“ Ihre Stimme krächzte belegt: „Ja.“ „Aber über dem Höschen, ja?“ Ein zustimmendes Hmm. Das Gefühl war unbeschreiblich, als ich ihre Hand auf den Stoff meines weißen Baumwollhöschen legte.

Ich fing dämlich an bis über beide Ohren zu grinsen. Klara strahlte mich überglücklich an. Mein Finger glitt tiefer. Ich sah sie fragend an. Sie nickte scheu. Mühelos drang ich in sie ein. Sie sah mich nur an, öffnete die Lippen, entließ keinen Laut. Ich schob ihn so tief es in dieser Haltung ging. „Petra“, seufzte sie. Meine Handballen drückte auf ihre Klitoris. Sie fing an ihr Becken dagegen zu bewegen. „Es ist so schön. Dein Finger in mir.“ Ich schluckte schwer. Ihr Gesicht war atemberaubend schön. Dann seufzte ich auf, als ihr Finger tiefer glitt. Meine Schamlippen beulten mein Höschen aus.

Ein fragender Ausdruck schob sich in ihr vor Lust glühendes Gesicht. Jetzt war mir alles egal. „Schieb es zur Seite.“ Ihre Finger schoben den Stoff beiseite, glitten unter mein Höschen. Klara stöhnte vor Entzücken auf. Sie beobachtet die Lust in meinen Gesicht, als ihr Finger in mich glitt. „Ich liebe deine großen Lippen.“ Das war zu viel. Ich presste mich wie wild an ihre Hand, ihr Finger trieb mich über die Klippe. Meine freie Hand griff ihre Brust, ihre fuhr zart an meine rechte. Wir küssten uns wild.

„Petra, es kommt mir gleich.“ „Mir auch.“ Ich presste mich immer fester an ihren Handballen. Ihr Finger hatte die perfekte Stelle gefunden. Ich stöhnte. Für einen Augenblick vergaß ich alles um mich herum. Dann schlang sich Klara um mich, den Finger noch in mir, begann sie hemmungslos zu schluchzen.

„Es ist mir gekommen, Petra.“ Ich streichende ihr Haar, küsste ihre Stirn, ehe ich ihren Kopf sanft an mich drückte. „Ich weiß“, keuchte ich ergriffen. Mein Finger schwamm förmlich in ihr. Es war das schönste Gefühl der Welt. Ich würde ihn für immer da drin lassen müssen. Ihre Tränen liefen an meinen Hals hinab. „Jetzt ist alles vorbei.“

Ich küsste sie hinters Ohr. Hier sollte es enden. Es wäre das Richtige gewesen. Aber das Richtige hatte keine Augen, in denen man sich verlor, die einem das Herz brachen, wenn sie weinten. Ich stieß aus, was ich für mein dreckigstes Lachen hielt. „Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass ich mit dir fertig bin, oder? Für das, was du mit meinem Bruno gemacht hast, wird du noch büßen, du…“ Freches Gör? Durchtriebenes Ding? Verruchtes Luder. „Du Süße.“ Ich zog ein Gesicht.

Dieser ganze Dirty Talk war wohl nichts für mich. Tobias hat mich am Anfang unser Beziehung einmal in Ekstase seine kleine Schlappe genannt. Er konnte sich entschuldigen, wie er wollte, meine romantischen Gefühle waren mir für diesen Abend gründlich vergangen. Klara sah mich glücklich an. Ich küsste ihre Tränen fort.

„Ich ziehe ihn jetzt raus“, warnte ich. „Warum?“ „Ich will mit dir ins Bett.“ Sie strahlte. Langsam zog ich ihn raus. Klara tat dasselbe, ganz vorsichtig. Ich war wahnsinnig empfindlich. „Bin ich sehr nass?“ „Ja.“ „Du hast mich so geil gemacht.“ Sie glühte vor stolz. Dann griff sie keck meine feuchten Schamlippen. Ich schnurrte vor Wollust. „Sie sind so groß.“ Sie rieb sie sanft an einander. Sie waren unglaublich glitschig. „Es sind schreckliche Lappen“, stöhnte ich. „Sie sind wunderschön. Darf ich sie einmal…“ Sie wurde rot. „Küssen?“ „Später, ja?“

Allein der Gedanke daran, löste ein kleines Feuerwerk da unten aus. Sie zog ihre Hand fort, grinste mich frech an und steckte den glitschigen Finger in ihren Mund. Ich schubste Klara halb von meinen Schoss, als ich aufsprang und sie ins Bett zerrte. Wir verschwanden unter der Bettdecke. Mein Höschen flog davon,wir versanken in einem leidenschaftlichen Kuss, pressten unsere Schenkel zwischen einander. Unsere Hände fuhren hinab, es ging rasend schnell.

Ich kicherte verlegen. „Was machst du nur mit mir?“ „Es ist so schön mit dir.“ Wir kuschelten uns eng aneinander. Klara trug noch immer ihre große Brille. Jetzt setzte sie sie ab. „Ich mag deine Brille.“ Klaras Augen sahen mich hilflos und glücklich an. „Ja?“ „Du siehst niedlich damit aus. Ist das schlimm?“ „Dass du mich niedlich findest?“ „Hmm.“ Sie schüttelte den Kopf und küsste mich innig. „Sie sieht auch sexy aus“, grinste ich. „Soll ich sie wieder aufsetzten.“ „Siehst du mich denn noch.“ „Ja.“ „Dann nicht, Süße.“

Nach einigen Minuten begann ich in zufriedenen Schlaf zu versinken. Klaras zarte Lippen an meinen Hals brachten mich zurück. Ihre Hand fuhr über meine Brust.

„Sag mir, dass du sie liebst.“ „Ich liebe deine Brüste. Sie sind so groß und schwer.“ „He, so groß und schwer sind sie auch nicht. “ Klara schloss meinen Mund mit einem Kuss. Sie zog die Decke etwas zurück. Mit ihrer warmen Hand auf meiner Haut fröstelte es mich nicht. Ihre Finger fuhren über meine Brust. Ich lag auf dem Rücken. Mein Busen schien in alle Richtungen quellen zu wollen. Sie beobachtete fasziniert, wie sich die Haut meiner Warzenhöfe zusammenzog, wenn sie darüber glitt.

„Ganz sanft, bitte. Sie sind sehr empfindlich.“ Ich beugte mich vor und hauchte in ihr Ohr: „Besonders nach so einem Orgasmus.“ Die Warnung war unnötig. Ihre Finger schienen meine Haut kaum zu berühren. Es war, als errege mich allein die Ahnung ihrer Nähe. „Willst du sie heraus küssen?“, fragte ich scheu. Meine Brustwarzen hatten sich entspannt nach Innen verkrochen. Sie fühlten sich wohl wie der Rest von mir. „Ganz zärtlich, ja?“ Ich erschauerte, als ihre Lippen einen Kuss auf meine Schlupfwarze hauchten. Sie legte beide Hände um meine Brust.

Ich fühlte mich unendlich geborgen. Nach einem weiteren Kuss zeigte sich die Brustwarze. Feuchte Lippen empfingen sie neugierig. „Sie sind so unästhetisch“, stöhnte ich und strahlte glücklich, als Klara mir glaubhaft versicherte, ich sei die schöne Frau auf der ganzen Welt. „Du machst mich wieder ganz feucht“, säuselte ich. Sie schnurrte. „Du mich auch.“ „Küsst du mich?“ Ihre Lippen trafen die meinen. Ich lachte. „Ich meine da unten.“ Sie bekam kein Wort heraus, nickte nur. Ihre Lippen fuhren an mir herab, ließen es sich nicht nehmen, meine Brüste mit Küssen zu bedecken, ehe sie weiter hinab wanderten. Sie verschwand unter der Decke.

Das bange Erwarten trieb mich bereits an den Rand. Ich floss förmlich dahin. Ihre Hände folgten den Küssen über den Bauch. Lüstern griff sie in das Fleisch. „Ich bin so fett“, stöhnte ich. Ich konnte nicht anders, als meine Unzulänglichkeiten hinauszuposaunen. Ich musste wissen, dass ich die schönste Frau der Welt war. Ich war es. „Ich liebe deine Kurven“, kam es brav von unter der Bettdecke. Ihre Lippen erreichten meine Scham, küssten mein Haar. Ich krallte die Hände ins Laken. Sie gab meinen Kitzler einen Kuss. Ich spürte ihren Finger an meinen Lippen.

„Oh, Gott, Klara.“ „Sie sind so schön.“ Manchmal hatte ich mich frustriert gefragt, ob ich eine körperliche Bad Bank war. Als Klara ihre Lippen auf meine legte und mit ihrer Zunge sanft in mich drang, war dieser Gedanke für immer verschwunden. Ihr heißer Atem. Ein Finger löste die Zunge ab, drang in mich, ihre Lippen legten sich über meinen Kitzler, ihre Zunge leckte mich zärtlich, immer wilder stieß der Finger in mich. Mit einem Seufzer bäumte ich mich auf. Meine verkrampften Hände entließen das Laken, als es mir kam. Ihre Zunge schleckte durch meine Lippen.

„Zu viel, zu viel“, kreischte ich und zog sie nach oben. „Das war das schönste, was ich je erlebt habe.“ Klara war ergriffen von der Lust, die sie mir bereitet hatte. „Du schmeckst so gut.“ „Ich glaub es dir ungesehen.“ Ich zog ein Gesicht, als ich ihre vor Nässe glänzenden Lippen bemerkte. Ich wischte ihr mit der Hand drüber, ehe ich sie fest zu einem Kuss an mich zog. Ich rollte uns herum. Klara stöhnte glücklich, als meine Brüste sich mit meinen vollem Gewicht auf sie pressten.

„Oh“, entwich es ihr in Vorfreude, als ich unter der Decke verschwand. Ihre süßen Brustwarzen standen steil ab. Ich küsste sie. Klara schlug die Decke fort. „Ich will dich sehen.“ „Ist dir nicht kalt?“ „Mir ist eigentlich ziemlich heiß.“ Zur Belohnung legte ihn meine Lippen über die Zähne und knabberte an ihrer Brust. Ihre Hand legte sich auf mein blondes Haar. „Magst du das?“ „Hmm.“ „Und das?“ Meine Lippen küssten ihre Warze sanft, ehe meine Zunge über sie glitt. „Oh, Petra.“

Ihre Hüften folgten dem Drängen meiner Hände. Wiederstandlos ließ sich Klara auf den Bauch drehen. Ich setzte mich über sie. Meine Hände streichelten ihren Rücken, meine Lippen küssen ihren Nacken, fuhren die Wirbelsäule langsam herab. „Du machst mich so geil“, hauchte sie, als ich neckisch meinen Schamlippen an ihrem Hintern baumeln ließ, ehe ich mich auf ihre Schenkel setzte und meine Lippen ihren Weg fortsetzten. Geil. Es war das einzige Wort in unserem Dirty Talk Repertoire.

Es war für uns beide so ungewohnt, dass wir kein anderes brauchten. Endlich erreichten meine Hände ihren Hintern, etwas breit aber süß gerundet. Lüstern erkundeten meine Lippen jeden Zentimeter davon. Sie schnurrte genüsslich, stöhnte auf, als mein Daumen sich auf ihre Schamlippen legte und sanft in sie drang. Meine Finger fanden ihren Kitzler. Ihre Schenkel schlossen sich wie eine Schraubzwinge um mein Handgelenk und Klara begann rhythmisch ihren Hintern zu bewegen. „Oh, Petra.“

Keine Chance, irgendwo mit meiner Zunge einzudringen. Ich küsste mich ihre Schenkel hinab, während sie sich immer stärker aufbäumte. Ihr Kopf seitlich, der Mund offen. Eine Hand krallte sich ins Laken, die andere fasste ihre Brust. „Es kommt mir. Es kommt mir gleich“, stöhnte sie auf, als ich ihre Kniekehle mit Küssen bedeckte. Ich sah auf, sah Bruno am Rand des Bettes, sah das obszöne Dinge zwischen seinen Beinen.

„Warte“, sagte ich. „Ich bin gleich so weit“, protestierte sie in Lust. Ich gab ihr einen Schmatzer auf den Po. „Noch nicht, Klara. Etwas Strafe muss sein.“ Widerwillig gab sie meine Hand frei. Sie sah mich mit einer Mischung von Geilheit und Scheu an, als sie sich aufrichtete. Ich zog sie in meine Arme und hauchte: „Zeig mir was du mit Bruno gemacht hast.“ Sie wurde feuerrot. „Es ist mir so peinlich.“ „Oh, Klara, weißt du eigentlich, wie geil mich der Anblick gemacht hat?“

„Wirklich?“ „Ja.“ Ich steckte den nassen Daumen in den Mund und lutschte verspielt daran. In Windeseile zog Klara Bruno an sich und meinen Stoffbär fand sich wieder im Mittelpunkt des Bettes und der Geschehnisse wieder. Er ließ mit keiner Miene erkennen, ob es ihm gefiel, als Klara über ihn stieg, aber ich vermutete es stark.

„Soll ich dir helfen?“ Klara nickte heftig. Ich fasste Bruno Glied an der Wurzel. Es war glatt und hart, besaß die Ausmaße eine normalen Gliedes. Klara senkte sich der Spitze entgehen. „Warte.“ Ich beugte mich vor, küsste ihre Scham. Sie kicherte niedlich. Ich ließ Brunos Ding fahren, legte mich auf den Rücken, schob meinen Kopf zwischen ihre Schenkel und küsste vorsichtig ihre Schamlippen. „Oh, Petra!“

Klaras Stöhnen machte mich verrückt. Ich musste sie schmecken, fuhr breit mit der Zunge durch sie. Mein Schoss stand in Flammen. Ihr Geschmack war atemberaubend. Meine Zunge fuhr in sie, als sie sich langsam absenkte. Als ich spürte, wie sich ihre Finger an ihre Klitoris legten, wühlte ich mich ins Freie. Sie sah mich traurig an. „Später, ja? Dann mach ich es ganz lange.“ „Ja“, hauchte sie. Ich packte Brunos Schaft und gab der Spitze ein Küsschen, ehe ich sie an Klara führte.

Die Spitze teilte ihre Lippen. Sie sank langsam den Schaft hinab, bis ihre Muschi meine Hände an der Wurzel traf. „Du siehst so geil aus.“ Meine Hand fuhr zwischen meine Beine. „Hmm.“ Klara seufzte, als sie sich zu bewegen begann. Ich zwang meine Hand fort, sonst war es um mich geschehen. Ich wollte sie sehen, sehen wie es ihr kam. Ich baute mich hinter ihr auf, streichelte ihre Arme, küsste die Schulter. Sie bewegte sich schneller. „Halt dein Haar hoch.“ Sie fasste mit einer Hand ihr Haar.

Ihr Rücken wand sich rhythmisch, als sie zu reiten begann. Meine Lippen küssten ihren Nacken. Meine Hand griff ihren Busen, die andere glitt über ihren Bauch hinab. „Oh, ja. Fass mich an, Petra.“ Meine Finger legten sich über ihren Kitzler. Sie war nass. Vor Erregung. Von meiner Zunge. Sie ritt immer schneller. Meine Fingerkuppen streifen über den Schaft, als sie ihn immer schneller in sich trieb. „Oh, Petra.“

Ihre Hand legte sich auf meine, drückte sie heftig gegen ihre Scham, als sie ihn tief in sich stieß. „Du bist so wunderschön“, hauchte ich in ihr Ohr, als sie schaudernd ihren Höhepunkt erreichte. Sie glitt von Bruno und lag erschöpft in meinen Armen. „War es schön?“ „Ich mag deinen Finger lieber.“ „Du sahst aber ganz angetan aus.“ Sie nickte beschämt an meiner Brust. „Deinen Finger mag ich dennoch lieber“, sagte sie leise. „Und deine Lippen.“ „Du hast so sexy ausgesehen, Klara.“ „Wirklich?“ „Hmm.“ „Willst du auch mal.“ „Ich soll auf Bruno reiten?“ Ich schüttelte überrascht den Kopf. „Bruno und ich sind alte, aber platonische Bettgefährten.“

„Ich meine…“ Sie lief wieder rot an. „Der Strap-on wurde nicht für Kuscheltiere hergestellt.“

„Der was?“ „Strap-on. So nennt man das Ding.“ „Du meinst… Oh?“ Mein Blick fiel auf Bruno. Das seltsame Ding glänzte feucht von Klaras Ritt. „Hm, du hast es ganz nass gemacht.“ Ich biss mir auf die Unterlippe. „Ich wasche es schnell ab.“ Ich lachte und küsste sie. „Das hast du falsch verstanden.“ In Windeseile nahm sie Bruno das Ding ab und legte es sich selbst an. Sie legte sich auf den Rücken. Ich schüttelte den Kopf. „Ich liege unten.“ Ich wollte sie fest in meinen Armen halten. Ich öffnete meine Schenkel, streckte die Arme nach ihr aus, lag schamlos, hilflos vor ihr.

Klara beugte sich vor, ihre Lippen küssten meine Scham. „Ich glaube, ich bin feucht genug… Oh!“ Ihre Zunge leckte mir keck durch die Lippen, ehe sie sich erhob. „Leg dich einfach über mich, Klara.“ Ich griff das glitschige Ding, als sie über mich kam. Es glänzte feucht von ihr. Ich war geil und nervös wie beim ersten Mal. Es dauerte einen Augenblick, ehe ich meine Schamlippen auseinander sortiert hatte. Dann setzte ich die Spitze an. „Ganz langsam“, bat ich. „Es ist lange her.“

Klara glitt langsam in mich, folgte dem Druck meiner Hände auf ihrem Hintern, bis ihr Becken auf meinem lag. „Oh, du Süße.“ Ich seufzte auf. „Tue ich dir weh?“ „Du bist so zärtlich.“ Meine Arme umschlossen ihren Rücken, presste sie fest an mich. Wir sahen uns in die Augen, sie lächelte, als sie die Lust in meinem Gesicht beobachtete.

„Ich kann nicht glauben, dass du in mir bist“, hauchte ich. „Mach ich es richtig?“ Ich küsste sie zur Antwort. „Ich will meine Beine schließen“, sagte ich. Unsere Schenkel lagen übereinander. Ich presste meine Beine zusammen, umschloss Klara, die sich kaum zu bewegen wagte. Ich fand ihren Hintern, stieß ihre Hüfte den Hauch eines Millimeters tiefer in mich. Ihre Hand hielt meine Brust. Sie küsste meine Brustwarze. Ich zog sie schnell zu mir zurück. Ich wollte ihre Lippen spüren. Sie zog ihn etwas heraus und fuhr sanft in mich. Unser Kuss löste sich erst, als ich stöhnend kam.

Wir kuschelten uns aneinander. Welch seltsames Glück fand sich unter unserer Decke.

„War es schön?“ „So wunderschön, meine Süße.“ „So schön wie mit einem Mann?“ Ihre Unsicherheit war unüberhörbar. Sie war so lieb. Ich erinnerte mich an den Sex mit Tobias und seinem Vorgänger. Ich konnte nicht lügen. „Es war viel schöner mit dir.“ Klara legte sich auf mich und bedeckte mich mit Küssen.

Am Abend kuschelten wir uns vorm Fernseher unter einer Decke aufs Sofa. Wir küssten uns, bekamen kaum mit, dass der Film längst vorbei war. Kichernd sprangen wir ins Bett. Ich holte nach, was ich ihr versprochen hatte, genoss ihren Geschmack und das sanfte Aufbäumen ihres Höhepunktes. Ich kuschelte mich von hinten an sie. Mein Busen drückte durch den Stoff der Nachthemden an ihren Rücken. Zum Schlafen war es nackt zu kalt. Wir machten das Licht aus. Es war so weit. Mit einiger Wahrscheinlichkeit würde morgen ein neuer Tag anbrechen. Und mit ihm kamen Konsequenzen. Es brach mir das Herz. Es war leichter, weil es dunkel war. Ich hätte den Blick ihrer Augen nicht ertragen können.

„Du, Klara, ich bin nicht lesbisch. Das weißt du, oder?“ „Ja.“ Ihre Stimme zitterte. „Bist du?“ Ich hörte ein Schniefen, spürte, wie sie den Kopf schüttelte. „Ich mag dich“, sagte sie leise. Ich küsste ihr Haar. „Ich mag dich auch. Aber wir müssen es bei dieser Nacht belassen. Verstehst du das?“ „Ja.“ Es schnürte mir das Herz ab. Ihre Schultern zuckten.

„Weinst du?“ „Nein“, log sie. „Hältst du mich?“ „Ja.“ „Ganz fest?“ „Ja, ganz fest.“

Als ich am nächsten Morgen erwachte, spürte ich Klaras Geruch in der Bettwäsche. Ich öffnete die Augen. Das Bett war leer. Ich stand auf. Ostersamstag. Es war noch früh, keine acht Uhr. Auf dem Küchentisch lag eine Tüte mit Brötchen und Croissants. Duft von frischem Kaffee stieg in meine Nase. Ich ging Richtung Bad. Es war die richtige Entscheidung gewesen. Sonst würde es noch mehr weh tun. Das würde ich nicht ertragen. Ich war nicht lesbisch. Es konnte nur in einer Katastrophe enden. Ich hatte gesehen, wie sie mich anstrahlte. Sie konnte Sex nicht besser von Gefühlen trennen als ich.

Ich öffnete die Tür. Heißer Wasserdampf schlug mir entgegen. Vielleicht hatte mein zyklisches Date-Verhalten diesmal eine etwas experimentellere Richtung eingeschlagen, aber Zukunft konnte darin nicht liegen. Ich hatte hart an meiner Besonnenheit gearbeitet. Die Petra, die die Augen vor der Wirklichkeit verschloss, war nur noch eine blasse Erinnerung wie an einen schlechten Traum.

Ich war rational. Eine Wissenschaftlerin. Ich gratulierte mir. Jetzt war es offiziell. Ich war erwachsen. Zu meiner eigenen Überraschung öffnete ich die Duschkabine und stieg zu Klara unter das heiße Wasser. Sie schlang überglücklich ihren nassen Leib um mich. Die fremde Wollust hatte mich sofort in ihrem Bann. Ich lachte sie an: „Noch einen Tag, ja?“

Der eine Tag verging wie im Flug. Wir mussten uns zwingen, das Haus zu verlassen, um einzukaufen. „Einen Tag noch?“, fragte Klara, als sie sich in meinem großen Bett an mich kuschelte. „Einen Tag noch, Klara.“ Dann schlief ich mit ihrem Arm um mich ein.

Am Ostersonntag schafften wir es gegen Mittag aus dem Haus und fuhren in den Wald. Das Wetter war herrlich. Osterspaziergänger grüßten uns freundlich, als wir ihnen händchenhaltend entgegen kamen. Die Sonne ließ das Grau des Winters vergessen und zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen. Wenn uns keiner sah, tauschten wir Küsschen aus.

Eine Frage beschäftigte mich. Das Bild von Klara und Bruno ging mir nicht nur aus sinnlicher Weise nicht mehr aus dem Kopf.

„Du, beim Skifahren hast du doch gebeichtet, dass du noch Jungfrau bist.“

Klara lief rot an. „Erinnere mich bloß nicht daran. Ich war schrecklich betrunken.“ Ich stahl mir einen Kuss. „Du warst ganz süß betrunken. Aber wie hast du dann… also, ich meine… ähm, deine Jungfräulichkeit verloren?“ Sie schmiegte sich eng an meinen Arm. „Vorgestern. Mit dir, du Dummerchen.“ Oh, Gott, ich war unglaublich verantwortungslos! Ich räusperte mich. „Also, ich meine mit Bruno.“

„Ach so, das meinst du. Das ist doch eher eine technische Frage. Für mich bedeutet Jungfräulichkeit, dass man wartet, bis man jemanden trifft, den man wirklich mag.“ Klara hatte ein unheimliche Gespür dafür, was ich vertrug und was nicht. Ich schmolz dahin, wenn sie gestand, dass sie meine Brüste liebte, aber in einem anderen Zusammenhang als mit einzelnen Körperteilen würde ich das Wort Liebe nicht ertragen können. Es würde eine Lawine von Gedanken auslösen. Deshalb trat Klara behutsam auf. Und deshalb mochte ich sie so wahnsinnig doll.

„Ich wollte diese Erfahrung immer mit jemanden ganz besonderen machen, Petra, aber das heißt doch nicht, dass ich keine Lust empfinde. Ich habe mich schon immer gerne gestreichelt. Eines Tages ist es eben passiert. Es war richtig schön.“

Den ganzen Abend schon lagen ihre verführerischen braunen Augen unter der niedlichen Brille auf ihrer attraktiven Mitbewohnerin. Sie glühte vor Erregung, wenn ihre Blicke sich quer durch den vollen Raum trafen. Sie strahlte in dem neuen Kleid, das sie sich eigens für die junge, aufstrebende Wissenschaftlerin gekauft hatte. Wenn sie nur wüsste, wie sehr sie sie wirklich mochte, wie sehr sie sich in den einsamen Nächten nach ihr sehnte. Getrennt nur von einer dünnen Wand…“

„Ich weiß nicht, wie du dir das alles erschließt, aber ich bewunderte dein Talent fürs Geschichten erzählen. Besonders für phantastische Geschichten“, spottete Klara, als ich die Fäden mit vielleicht etwas viel Phantasie zusammen-spann.

„Hast du das Kleid etwa nicht gekauft, weil ich dich darin so süß fand?“

„Ja, aber nicht nur…“

„Aha, wusste ich es doch.“ Wir wanderten weiter Hand in Hand. Ich fühlte mich seltsam geborgen. „Während Volker nicht von ihrer Seite wich, überlegte sie fieberhaft, wie sie ihre Mitbewohnerin mit den unwiderstehlichen Rundungen verführen konnte.“

„Das habe ich nicht!“

„Leugnen ist zwecklos. Du… He!“ Ich stemmte die Fäuste in die Hüften, als ich den Abend an mir Revue passieren ließ. „Du hast Maya erzählt, dass du mich magst.“ Kein Wunder, dass ihre Freundin versucht hatte, mich dazu zubringen, mehr Zeit mit Klara zu verbringen. Ich musste lachen. Es war irgendwie süß von Maya.

„Ich hab nur erwähnt, wie sehr ich es liebe, dass du mich so zum Lachen bringst.“ Da war es wieder das Wort. Unschuldig, in einem Zusammenhang, der mich strahlen ließ.

„Der Kuss, den ihr ihre kurvige Mitbewohnerin zum Abschied auf die Wange gab, brannte wie Feuer auf Klaras Haut.“

„Vielleicht“, räumte sie skeptisch ein.

„Sie nutzte die erst beste Gelegenheit, um die anderen Gäste hinaus zu komplementieren.“

„Sie waren müde“, korrigierte sie.

„Die Gäste waren fort. Unsere blutjunge Heldin schlüpft unter ihre Bettdecke, angetan in ihrem verführerischen Spitzennegligee.“

„Oh, wie peinlich. Mein Schlumpf-Nachthemd. Du musst mich nicht aufziehen, Petra.“

„In ihrem verführerischen Spitzennegligee“, beharrte ich. „Zärtlich berührten ihre Finger die Wange, die Stelle auf die die Schöne sie geküsst hat.“ Klara nickte mit rotem Kopf. „Die Vorstellung, dass wie die dralle Schönheit nur wenige Zentimeter von ihr im anderen Zimmer lag, ließ sie vor Lust erglühen.“

„Also bitte… na ja, vielleicht…“

„Unmerklich fuhr ihre Hand unter ihr Nachthemd, legte sich auf ihre perfekt geformte Brust.“

„Meinst du wirklich?“ „Hmm. Du bist so schön, meine Süße. Ein lustvolles Stöhnen entfuhr ihr, als ihre Hand über ihre blanke Scham glitt.“ Sie schüttele den Kopf. „Ich hatte mich noch nicht rasiert. Erst im Urlaub. Ich wollte sexy sein.“

„Das warst du auch. Also, ihre Hand fuhr in ihren wilden Busch…“

„He! Gepflegten Busch, wenn überhaupt.“

„Rieb kreisend ihren Lustknubbel…“ Klara brüllte vor Lachen. „…ehe ihre Finger den Eingang ihrer jungfräulichen Pforte spreizten. Feucht vor Erregung glitt ihr Finger in sie. Seufzend ließ sie von ihrer Brust, griff auf ihre Klitoris, während der Finger fordernd tiefer drang. Sie stöhnte, als ein Geräusch sie vor Schreck innehalten ließ.“

„Auf der anderen Seite erwachte die durchtriebene Doktorin“, führte Klara zu meiner Überraschung die Geschichte fort. „Sie hatte das unschuldige Liebesspiel der jungen Theologiestudentin belauscht, griff sich lüstern an die große, schwere Brust, fuhr in ihr Höschen, griff in ihren perfekt getrimmten Busch mit dem weichen, duftenden Haar, ehe das Stöhnen der Jungfrau auf der anderen Seite sie tiefer trieb. Ihre riesigen, blanken Schamlippen…“ „He!“ „… schwammen vor Nässe, als ihr Finger gierig in sie fuhr.“

„Hmm, ja. Ich war schrecklich feucht“, gestand ich

„Die verruchte Schönheit missbrauchte den Namen des Herrn, als sie in Lust den Namen ihrer Mitbewohnerin ausstieß.“

„Oh, nein. Du hast mich gehört?“ Ich lief puterrot an. „Du warst ganz schön laut, Petra.“ „War ich überhaupt nicht.“ Klara setzte die Geschichte fort: „Erschrocken nahm die junge Studentin das Ohr von der Wand. Hatte sie sich verhört? Sie musste es. Ihr Traum konnte sich nicht erfüllen. Ihr Finger glitt aus ihr. Sie war wie rasend. Es war ihr Name gewesen. Sie griff die Bürste an dem Nachtisch, schob den Stiel zwischen ihre vor Lust bebenden Schenkel, stöhnte in ihr Kopfkissen, als sie ihn langsam in sich schob, die Schenkel nun fest zusammengepresst.

Immer wilder bäumte sie sich auf, als sie sich vorstellte, wie ihre Gespielin sie mit Küssen übersäte. Als es ihr kam, schrie sie ihren Namen ins Kopfkissen: Petra, Petra, Petra. He!“ Ich zog sie mit sanfter Gewalt vom Weg in den Wald. Laub hatte es noch nicht, so musste ich sie weit ziehen, bis man uns vom Weg aus nicht mehr sah. Atemlos erzählte sie weiter. „Ich war mit meinen Gedanken ganz woanders. Es hat überhaupt nicht weh getan, nur etwas geblutet hat es. Deshalb hatte ich es eilig aufs Bad zu kommen.“

„Von da an ließ die junge Theologiestudentin alle Hemmung fahren und bestellte sich einen Strap-on – ich kann nicht glauben, dass man so etwas bei Amazon bekommt – und verführte den unschuldigen Bären ihrer Mitbewohnerin.“

Ich stieß sie mit dem Rücken gegen einen Stamm und überfiel sie mit einem leidenschaftlichen Kuss. Sie schnurrte, als ich ihre Jacke aufzog und meine Hand auf ihre Brust unter dem Pulli legte. Ich trug einen knielangen Jeansrock mit Wollstrumpfhose darunter. Ich fürchte, ich hatte mich hübsch für sie gemacht. Sie schob ihn ungeschickt hoch, fand endlich den Bund der Strumpfhose und schob unter wilden Küssen ihre Hand auf mein Höschen. „Oh, Gott, ich hab dich zweimal entjungfert, Klara. Ah…“

Ihr Finger griffen meine Lippen durch den Stoff. Sie drehte mich an den Baum, ging vor mir in die Knie, zog mir Strumpfhose und Höschen bis zu den Knöcheln herunter. Sie legte ihre Brille ins alte Laub, ehe sie ihre Lippen in meinen Schoss legte. „Oh, Klara. Ich bin so nass.“ „Ich auch, Petra.“ Völlig unnötig leckte sie ihren Finger, ehe sie ihn in mich schob. Ich drückte ihren Kopf an mich, als ihre Zunge meinen Kitzler leckte. „Ich habe noch nie im Freien…“

Meine Worte heizten sie noch mehr an. „Klara!“ Es kam mir. Schwer atmend und völlig fassungslos lehnte ich am Baumstamm. Sie setzte ihre Brille auf und sah mich glücklich an. „Klara, ich…“ Ein Ruf erklang. „Waldi, hier her.“ Jemand suchte seinen Hund und kam auf uns zu. Hektisch zog ich meine Strumpfhose hoch. Ich zwängte der Rock hinunter, rannte lachend Hand in Hand mit Klara davon.

Ich kannte den Wald. Ich war früher oft zum Joggen hergekommen, als ich noch als Studentin in einem anderen Stadtteil gewohnt habe. Wir hielten kurz an, küssten uns. Sie war glitschig von mir. „Hier lang“, sagte ich als wir auf einen Pfad stießen. Wir kamen zu einer Lichtung. „Hier rauf.“ Ich zeigte auf den am Waldrand verborgenen Hochsitz. „Was hast du vor?“ Meine Lippen berührten fast ihr Ohr, als ich hauchte: „Ich will mich revanchieren.“ Sie raste die morschen Sprossen hinauf, ihr süßes Baumwollhöschen war längst unten, als ich es nach oben schaffte.

Am Abend kuschelte wir uns ins Bett. „Hast du wirklich noch nie mit jemandem draußen…“

„Liebe gemacht?“ Sie nickte. „Noch nie, Klara. Du bist die erste.“ Sie strahlte glücklich. Auch Frauen markierten gerne ihr Territorium. „Drinnen ist aber schöner, weil man kuscheln kann.“

Ich küsste sie und schaltete das Licht aus.

„Noch einen Tag?“ „Noch einen Tag.“

Ostern verging und die Woche danach. Ihr Studium und mein Job ließen sich nicht ewig um die Zeit betrügen, die sie in Anspruch für sich nahmen, aber Klara war fast immer in meinen Gedanken. Sie war anhänglich, ohne mich zu erdrücken, ließ mir so viel Freiraum, dass ich sie jedes Mal vermisste, wenn wir nicht zusammen waren. Manchmal stahl ich mich in der Mittagspause davon, radelte in die Mensa, um mich mit ihr und ihren Kommilitonen zum Essen zu treffen.

Dann bekam ich meine Tage. Wir kuschelten auf dem Sofa, sahen den Abspann der Tagesthemen. Es wurde Zeit ins Bett zu gehen.

„Noch einen Tag?“ Ich gab ihr einen Kuss. „Noch einen Tag.“ Klara gab mir einen Abschiedskuss und ging in ihr Zimmer. Ich starrte ihr fassungslos hinterher. „Klara Amalie Petersen! Das ist doch wirklich der Gipfel“, rief ich empört. Sie erschien überrascht in der Tür. „Wenn es an Sex geht, bist du die erste in meinem Bett. Aber wenn ich einmal unpässlich bin, lässt du mich allein zurück.“ „Ich wusste nicht, dass du…“

„Ich muss nicht immer Sex haben. Ich finde es schön, wenn man manchmal einfach nur kuschelt.“ Sie schlang die Arme um mich. Zu meiner Zufriedenheit schmiegte sie sich einige Augenblicke später schnurrend von hinten an mich.

„Noch einen Tag?“ „Du musst nicht jedes mal fragen, Klara.“ „Doch, muss ich. Du bist überhaupt nicht selbstverständlich.“ Ich küsste ihre Hand. Sie schaltete die Nachttischlampe aus. Klaras Hand schien ein Eigenleben zu entwickeln und kroch unter mein Nachthemd. Ich beobachtete das Spiel eine geraume Zeit, ehe ich mich räusperte. „Sind sie noch größer geworden?“ „Was soll hier noch heißen?“, fragte ich empört. Ich stieß einen Seufzer aus: „Ich habe meine Tage.“ Ich klopfte auf ihre Finger. „Lass das. Die sind schrecklich empfindlich.“ „Oh.“ „Vielleicht morgen, Süße.“ „Versprochen?“ „Wenn du lieb bist.“ „Darf ich sie liegen lassen?“ „Hmm.“ Zufrieden glitt ich mit ihrer Hand auf der Brust in den Schlaf.

Pfingsten, eine Woche vor Karos Hochzeit. Ich mühte mich durch eine Masterarbeit, als sich auf meinem Tablett Skype meldet. Klara. Sie war über Pfingsten zu ihren Eltern gefahren. Ich vermisste sie. „Hallo, Süße.“ Ich biss mir auf die Zunge. Ich versuchte, sie nicht mehr so zu nennen, aber es kam mir so natürlich über die Lippen und Klara liebte es, wenn ich sie so nannte. Aber ich fürchtete, es könne ihr zu viel der Normalität vorgaukeln. Natürlich konnte ich eins und eins zusammen zählen, aber ich hatte mich bislang einfach geweigert, es zu tun.

Je mehr Zeit verging, desto schwieriger wurde es, die Augen vor der Realität zu schließen. Früher oder später würde selbst meine Halsstarrigkeit an ihr Ende kommen. Dann würde sich die eine entscheidende Tatsache nicht mehr verdrängen lassen: ich war nicht lesbisch. Meine Faszination für das männliche Geschlecht mochte zwar in den letzten Jahren einen Tiefpunkt erreicht haben, aber mit Ausnahme von Klara fühlte ich mich in sexueller Hinsicht von Frauen nicht angezogen. Es ergab alles keinen Sinn.

Ich träumte noch immer von Kindern, Haus auf dem Land, Mann. Er würde zwar als Hausmann die Kinder hüten müssen – meinen Doktortitel hatte ich nicht aus Langeweile gemacht -, aber ich träumte noch immer davon. Ich spürte, dass der Zeitpunkt, an dem ich ihr wehtun musste, unausweichlich näher kam, was mich vor ein gewisses Problem stellte. In den letzten Wochen mit ihr wurde immer deutlicher, dass ich ihr nicht wehtun konnte. Ich redete ihr nicht nach dem Munde und wir konnten uns wunderbar streiten, aber weh tun konnte ich ihr nicht.

Vor zwei Wochen kamen wir aus der Spätvorstellung. Es war eine romantische Komödie gewesen. Sie hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Händchenhaltend verließen wir das Kino. Ich hatte niemanden von Klara erzählt. Ich wollte es nicht an die große Glocke hängen. Aber verbergen musste ich es nicht. Dafür hielt ich zu gerne ihre Hand.

Klara war entzückt. „Wie schön, dass sie sich gekriegt haben.“ „Die kriegen sich doch immer. Zu dramatisches passt nicht zu einer leichten Geschichte.“

„Der Hauptdarsteller war doch süß, oder.“ Ein Steilvorlage. Die Gelegenheit um daran zu erinnern, dass ich vermutlich ziemlich sicher auf Männer stand. „Nicht so süß wie du.“ Ach, verdammt! Sie kuschelte sich fest an meinen Arm, strahlte überglücklich. In diesem Augenblick stand mein Professor vor mir. Attraktiv, Mitte fünfzig und von gelegentlichen Aussetzern abgesehen, ein liebenswürdiger Chef. Er hatte mit seiner zweiten, jüngeren Frau denselben Film gesehen. „Hallo, Petra.“

Sein Lächeln wurde breiter, als er Klara an meiner Hand bemerkte. Instinktiv wollte ich loslassen, aber ich konnte nicht. Sie hätte es verstanden, aber es hätte ihr dennoch weh getan. Das hatte sie nicht verdient. Sie rückte von meinem Arm ab, aber ich hielt ihre Hand in eisernem Griff. „Das ist meine Freundin Klara“, stellte ich vor. Es schoss einfach aus mir heraus. Ich konnte sie wohl kaum als meine Mitbewohnerin vorstellen. Das hätte sie wirklich verletzt. Und nur als Klara vorstellen, hätte bei uns allen Fragen geweckt. Am meisten bei uns beiden. Sie sagte nichts auf dem Heimweg, aber als die Wohnungstür hinter uns zufiel, riss sie mir förmlich die Kleider von Leib und scheuchte mich splitternackt durch die Wohnung ins Bett.

Am Montagmorgen kam mein Professor mit einer Tasse Kaffee in mein Zimmer, um unser Projekt zu besprechen. „Wusstest du eigentlich, dass meine Tochter lesbisch ist“, sagte er irgendwann unvermittelt. Ich wäre am liebsten im Boden versunken.

Manchmal fragte ich mich, ob es ein unterbewusster Mutterinstinkt war, der mich meine Süße so beschützen ließ. Wenn ja, warum sagte er mir dann nicht, dass ich mir endlich einen Mann mit Penis suchten sollte, um Kinder zu zeugen?

„Hallo, Petra.“ Sie gab mir keine Kosenamen. Klara kannte mich zu gut. Wir schalteten die Kamera ein. Sie saß in ihrem Mädchenzimmer im Bademantel auf dem Bett. Ich lachte, als ich das große Jesus Christ Superstar Poster im Hintergrund sah.

„Vermisst du mich?“, fragte ich. Letzte Nacht hatte mich ein seltsamer Gedanke wach gehalten. Was, wenn sie sich über Nacht in einen Bauern ihrer schleswig-holsteinischen Pfarrgemeinde verliebte und die Sache mit mir beendete. Es war sehr verwirrend gewesen. Sie nahm mir meine Sorgen. „Natürlich vermisse ich dich. Und du?“

„Ich vermisse dich auch.“ „Du, ich war gerade duschen.“ „Aha.“ Sie klaffte ihren Bademantel auf. „Ich hab mich frisch rasiert.“

„Tut es sehr weh“, fragte sie besorgt. „Nein“, log ich. Mit dem Tablett in der Hand hatte ich versucht mich in Rekordzeit auf dem Weg in mein Zimmer auszuziehen, bis ich über die Hose an meinen Knöcheln gestolperte. Ich konnte mein Tablett gerade noch aufs Bett werfen, ehe ich zu Boden ging.

Sie öffnete den Bademantel wieder. Mit der einen Hand hielt sie ihr Tablett, in dem ich mich nackt in Vorfreude auf dem Bett räkelte. Die andere fuhr den Bauch hinab zu ihrer frisch rasierten Scham. „Ich musste schon den ganzen Tag daran decken, wie unsere Lippen sich treffen. Du weißt, welche ich meine. Hm“, sie teilte ihre Muschi für mich.

„Ich vermisse dich so sehr.“ „Oh Gott, Klara.“ Sie hatte es nicht so gerne, wenn ich den Namen des Herrn missbrauchte, aber unter gewissen Umständen machte es ihr nichts aus. „Du bist…“ Unanständig? Verrucht? Durchtrieben. „So lieb.“ „Du auch.“ Sie seufzte, als ihre Finger über ihren Kitzler kreisten. Meine Hand lag längst an der Stelle. „Sagst du mir was Liebes?“ „Du bist so schön, Klara. Manchmal habe ich Angst, mein Herz könne zerspringen, wenn ich dich morgens neben mir schlafen sehe.“ Sie biss sich auf die Unterlippe. „Oh, Petra. Du machst mich so an.“ Ihr Finger legte sich auf ihre Schamlippen, drückte sanft hinein.

„Sagst du mir was schmutziges?“ Wir übten noch immer an unserem Dirty Talk. Über das Wort geil waren wir jedoch noch immer nicht hinausgekommen. Mein Gehirn wurde von Glückshormonen überflutet, als ich mich streichelte und Klara dabei zusah, wie sie es sich machte. Kapazitäten zum Denken waren eingeschränkt. „Es macht mich so geil, wenn du betest“, schoss es aus mir heraus. Mit einem Ruck setzte sich Klara auf und schloss den Bademantel. „Bitte, was?“

Als Klara verstand, dass ich sie nicht nur wegen des Sex mochte, lud sie mich an einem Sonntag zum Gottesdienst ein. Sie wollte mich nicht auf den rechten Pfad bringen, mir nur einen wichtigen Teil ihres Lebens zeigen. Es bedeutete ihr viel, dass ich mit kam. Sie sah so süß aus, als sie betete. Eine Vielzahl von Gefühlen überwältigte mich. Wie sehr mich der Anblick erregte, war am leichtesten davon einzuordnen. Sie war so lieb. Sie würde mir nie weh tun.

„Du hast so anmutig ausgesehen“, entschuldigte ich mich. „Wollen wir nicht weiter machen?“

„Die Stimmung ist wohl dahin“, sagte sie entrüstet. „Ach ja?“ Ich legte das Tablett aufs Bett und kniete mich auf allen Vieren drüber. Ich ließ meine Brüste drüber wackeln. „Oh, Petra. Sie springen gleich aus meinen Tablett. Was machst du mit mir?“ „Ich mach doch gar nichts“, sagte ich unschuldig, hob eine Brust an die Lippen und saugte daran, bis meine Brustwarze erschien. „Hmm, sie ist so schwer, Klara.“ „Oh, Petra“, stieß Klara aus. „Ich vermisse deine Lippen, Süße.“

Sie spreizte die Schenkel und rieb wie verrückt ihre Klitoris. „Ich träume jede Nacht von dir, Petra. Wie ich deine Lippen spreize und meine Zunge dich leckt.“ Ich ließ sie sehen, wie mein Finger in mir versank. „Oh, Petra, es kommt mir gleich.“ Dann klopfte es. Klara schaffte es gerade noch ihren Bademantel zu schließen und das Tablett umzudrehen, als ich die Zimmertür aufgehen hörte. Erschrocken huschte ich unter die Bettdecke.

„Es gibt Abendessen, Klara“, hörte ich eine Frauenstimme. „Mama, ich skype gerade mit Petra.“

„Hallo, Petra“, rief die Stimme. „Hallo, Frau Petersen.“ „Darf ich deine Freundin denn nicht einmal sehen?“ „Mama!“ „Ist ja gut, ist ja gut“, lachte die Stimme. „Beeil dich aber bitte, Klara.“ Klara drehte das Tablett wieder um. „Meine Mutter.“ Ich lachte. „Ich muss los. Noch einen Tag?“ „Noch einen Tag.“ Sie hauchte einen Kuss auf die Kamera. „Hab dich lieb.“ „Ich dich auch.“ Das Bild wurde schwarz. Fuck!

Noch einen Tag? Eines Tages würde ich den Kopfschütteln. Es war unausweichlich. Ich würde aufwachen und mich fragen, was ich hier tat. Oder würde ich einen Mann kennenlernen, Klara allein mit dem Schmerz zurücklassen? Mit jedem Tag würde der Schmerz schlimmer werden. Mit jedem Tag würde ich mich mehr schämen, dass ich so schwach war. Bis ich mich nicht mehr ertrug und ich ihr das Herz brechen musste.

Der Zug fuhr ein. Als ich meine Arme um Klara schlang und sie küsste, waren meine Ängste verflogen wie ein vergangener Traum.

„Ich habe dich so vermisst.“ „Dann hast du keinen Bauern kennengelernt?“ Sie schüttelte den Kopf. Ich küsste sie überglücklich.

Abends kuschelte wir uns aneinander. Die Nacht war warm, wir machten uns nicht die Mühe uns wieder anzuziehen, wärmten uns gegenseitig. Sie küsste meine Schulter. „Alles in Ordnung?“ „Ich bin etwas nervös. Wegen meiner Rede morgen.“

Ich sollte eine kleine Rede auf der Hochzeit halten. Immerhin war ich die Trauzeugin. Zum Glück war Klara an meiner Seite. Nicht als mein Date. Karo hatte sie nach dem peinlichen Zwischenfall im Urlaub spontan zu ihrer Hochzeit eingeladen. Sie hatte ein richtig schlechtes Gewissen gehabt.

„Denk einfach daran, dass es morgen nur um Karo und Uwe geht“, beruhigte mich Klara. „Keiner wird darauf achten, ob du eine schlechte oder brillante Rede hältst.“

Ich küsste sie. Sie glitt an mir herab, küsste meine Brüste. „Ich liebe deinen Busen.“ Sie wanderte tiefer, küsste meinen Bauch. „Ich liebe deinen süßen Bauch. Ich liebe deine Scham.“ Ich seufzte auf, als ihre Lippen mich trafen. Meine Beine öffneten sich erwartungsvoll. „Ich liebe deine Lippen.“ Ihre Zunge glitt über mich. Ich stöhnte. Seit wir zusammen waren, gab es kaum eine Stelle meines Körpers, die sie nicht mit Küssen und Liebesgeständnissen überschüttet hatte. Wenn ich nicht an gewissen Punkten so verklemmt wäre, hätte sie längst den ganzen Menschen zusammen, den sie lieben konnte.

„Noch einen Tag?“ Ihre Zunge fuhr in mich. Ich stöhnte: „Ja!“

Es war eine wundervolle Hochzeit. Karo hätte vor ein paar Jahren gelacht, wenn ich ihr gesagt hätte, dass sie eines Tages kirchlich heiraten würde. Sie sah großartig aus. Der einzige Wermutstropfen war, dass es anfing zu regnen, kaum dass die Brautleute die Kirche verlassen hatten. Es regnete ohne Unterlass, als wir im Saal des Hotels feierten. Es dämmerte bereits, als der Regen kurz innehielt. Ich stahl mich mit Klara für einen Augenblick auf die Terrasse davon. Sie trug ihr kleines Schwarzes, das ihr so gut stand. Sie war die schönste Frau auf der Hochzeit.

„Ich würde gern mit dir tanzen“, sagte ich, als wir Seite an Seite den blutroten , wolkenverhangenen Himmel bewunderten. „Ganz eng.“ „Ich auch. Aber das ist nicht unser Tag, Petra.“ Wir hatten heimlich Händchen unterm Tisch gehalten. Die Braut hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit aller verdient. Niemand sah uns. Wir küssten uns.

„Ich musst dir etwas gestehen.“ Klara sah mich geknickt an. „Bitte, werde nicht böse.“

„Ich kann dir nicht böse sein, Süße.“ Mein Leben wäre leichter, wenn dies eine daher gesagte Floskel wäre.

„Ich habe meiner Mutter von uns erzählt.“ Eine Katastrophe! Drei Viertel von mir wollten Reißaus nehmen. Das letzte Viertel war gerührt. „Es geht nicht um dich“, sagte sie rasch. „Ich wollte meiner Mutter nur sagen, was in mir vorgeht. Ist es sehr schlimm?“

„Überhaupt nicht. Was hast du ihr denn erzählt?“

„Dass ich dich ganz doll lieb habe.“ Ich lächelte sie an. Wir waren von mögen zu liebhaben aufgestiegen. Ein Zurück war undenkbar.

„War sie sehr überrascht, dass du ein Mädchen lieb hast?“

„Du bist kein Mädchen“, protestierte Klara. „Du bist eine richtige Frau, Petra. Mama hat schon etwas geahnt.“ Sie kratzte sich verlegen am Kopf. „Ich habe wohl viel von dir erzählt in den letzten Wochen. Sie freut sich einfach für mich. In der Beziehung sie sehr aufgeschlossen. Sie hat auch kein Problem damit, gleichgeschlechtliche Paare in ihrer Kirche zu segnen.“

„Ähm, hat deine Mutter schon viele solcher Paare gesegnet?“

„Nicht eins“, gestand Klara. „Wir leben da ziemlich auf dem Land. Aber wenn es jemals so weit sein sollte, ist meine Mutter sofort zur Stelle.“

Ich sah mich im Hochzeitskleid mit Klara vor den Altar vor ihre Mutter treten. Guter Gott! Wenigstens hatte ich es geschafft, mich in das hautenge Kleid zu hungern. Ich schloss sie in meine Arme. „Komm, wir wollen wieder reingehen. Sonst vermisst man uns noch.“

Als ich aufwachte, strömte das erste Licht des Tages durchs Fenster. Ich konnte kaum ein paar Stunden geschlafen haben, seit ich mit Klara von der Hochzeit nach Hause gekommen war, aber ich spürte sofort, dass ich nicht mehr würde einschlafen können. Klara schlief friedlich neben mir, eine süßer, kleiner Engel. Wir hatten uns geliebt. Der letzte Damm war gebrochen. „Ich liebe Dich, Petra. Ich liebe, liebe, liebe dich.“ Ich hatte ihre Freudenträne fort geküsst, sie fest an mich gedrückt. Es war ergreifend und schrecklich zugleich.

Ich küsste sie zärtlich auf die Schläfe und erhob mich vorsichtig. Es war keine Sechs Uhr. Ich schlüpfte in meine Laufsachen. Zeit den Hochzeitskuchen abzutrainieren. Der Tag hatte seine Unschuld noch nicht durch Sorgen verloren, als ich in die kühle Luft trat und zu laufen begann. Als ich den Fluss erreicht, schien es, als gehöre die Welt mir allein. Niemand war zu sehen. Ich lief, wurde langsamer, blieb endlich stehen. Ich nahm die Stecker aus dem Ohr. Die Tränen flossen mir bereits hemmungslos, als ich Karos Nummer wählte. Die beiden wollten in aller Frühe in die Flitterwochen fliegen. Hoffentlich…

„Ja?“ Karo ging dran. Die Worte strömten aus mir heraus. Alles, was ich in mir getragen hatte, brach sich Bahn. Sie sagte kaum etwas, hörte mir geduldig zu. Im Hintergrund eine Durchsage. „Unser Flug wird aufgerufen“, sagte sie. „Aber ich habe noch Zeit, Petra.“

Ich erzählte weiter. „Als ich dich und Uwe gestern gesehen habe, wurde mir bewusst, dass ich genau das haben möchte, was du hast. Einen Mann, Kinder. Ich bin doch nicht lesbisch. Die Wahrheit, vor der ich die ganze Zeit meine Augen verschließe, ist, dass ich nicht besser bin als Tobias. Er hat es genossen, dass ich ihm hinterhergelaufen bin. Ich genieße Klaras Zuneigung. Sie ist so lieb, aber ich werde sie eine Tages dafür zahlen lassen, dass sie sich in mich verliebt hat. Ich bin ein schrecklicher, egoistischer Mensch. Ich nutzte sie aus.“

Ich hörte schnelle Schritte durchs Telephon. „Keine Sorge, Petra. Wir rennen nur durch die Gangway.“ „Bitte stellen sie ihre elektronischen Geräte aus, wenn sie Platz nehmen“, sagte eine freundliche Stimme.“ „Ja, ja, sofort“, hörte ich Karo. „Hör mal, Petra. Du bist überhaupt nicht schrecklich. Du bist der liebste Mensch, den ich kenne…“ „He!“ Das war Uwe. „Der einzige, der vielleicht so lieb ist, ist Klara. Die Wahrheit ist nicht, dass du sie ausnutzt, Liebes. Sie ist noch viel simpler. Tobias hat dir dein Herz gebrochen und du hast Angst, dich auf jemanden einzulassen. Es ist überhaupt nicht schlimm, jemanden zu lieben. Ich hab euch übrigen gestern auf der Terrasse gesehen.“

„Was? Warum hast du nichts gesagt.“ „Ich wollte nicht stören. Ihr habt so süß ausgesehen. Und um ehrlich zu sein, hast du in den letzten Monaten glücklicher gewirkt als seit Jahren. Sie macht dich glücklich. Sei ein wenig mutig und erlaube dir dies Glück. So etwas geschieht nicht oft, weißt du? Ich verstehe ja, dass einem das Angst machen kann, wenn man sich auf einmal in das gleiche Geschlecht verliebt. Denk nicht so viel darüber nach, ob du auf lesbisch geworden bist, oder nicht? Stelle dir doch einfach vor, dass Klara die einzige Frau auf der ganzen Welt ist, für die du von deinem üblichen Beuteschema ablässt? Wie romantisch ist das denn?“

„Hm, ja“, gestand ich ein. „Du brichst ja richtig eine Lanze für Klara. Ich dachte, du magst sie nicht.“ „Ich muss ja auch nicht mit ihr zusammen sein, Petra. Aber natürlich mag ich sie, wenn sie dich glücklich macht. Sag ihr einfach, wie sehr du sie magst. Von dort geht es in kleinen Schritten weiter. Vielleicht trennt ihr euch eines Tages wirklich, aber wenn du dich traust, wird vielleicht das schönste der Welt draus erwachsen. Oh, ich muss wirklich Schluss machen. Die freundliche Flugbegleiterin insistiert. Viel Glück. Ich melde mich nach der Landung.“

„Danke, Karo. Guten Flug.“

Ich atmete durch. Dann rannte ich, wie nie zuvor in meinem Leben.

Klara lag noch im Bett, aber sie war wach. Sie sah besorgt aus. Ich zog mich aus und legte mich neben sie, bedeckte sie mit Küssen.

„Du bist kalt und nassgeschwitzt“, kreischte sie auf.

„Wir waschen das Bettzeug später. Klara, ich… Augenblick mal. Als du mir damals die SMS geschrieben hast, um zu fragen ob du mein Bettzeug waschen darfst, hast du da mit Bruno….“

Klara wurde rot. „Hm. Ja, aber nur nackt gekuschelt. Ich… ich wollte dir nahe sein. “ Ich schloss sie in die Arme. „Ich liebe dich.“

Meine Mitbewohnerin, Bruno und ich 02. Teil
byKMeise©
Die Sterne spiegelten sich in Klaras großer Brille, als wir Hand in Hand über den Strand spazierten. Das auslaufende Wasser spielte an unseren Füßen, warm wie die Nacht um uns herum. In der letzten Zeit hatte sie sich angewöhnt Kontaktlinsen zu tragen, aber ich freute mich jedes Mal, wenn sie die Brille mit dem großem Gestell aufsetzte. „Ich sehe aus wie ein Nerd“, klagte sie. „Du bist die Leiterin einer Live-Rollenspielgruppe“, erinnerte ich sie. Ich gab ihr einen Kuss: „Und du siehst so niedlich damit aus.“ Sie strahlte. Ich wusste, meine kleine Verführerin setzte ihre Brille abends nicht nur auf, um ihre müden Augen zu schonen.

Ich sah sie an. Unsere Blicke trafen sich, unsere Finger griffen stärker in einander. Ich zog sie an mich. „Ich liebe dich, Klara.“

„Ich liebe dich auch, Petra.“ Sie schmiegte sich enger an mich, als es für zwei Frauen in unserem Urlaubsparadies schicklich war. Es war dunkel und der Strand vor unserem Resort menschenleer. Ich trug den herrlich luftigen Sarong, darunter den Bikini, den Klara mir geschenkt hatte, als wir den Urlaub gebucht hatten.

Nach fünf Jahren hielt sie mich noch immer für die schönste Frau der Welt und das Wunderbarste war, dass ich ihr meistens glaubte. Ich ahnte, was in ihrem Kopf vorgegangen sein musste, als sie mir das Nichts von einem Stoff gekauft hatte. Als ich den Bikini skeptisch in unserem Schlafzimmer anprobierte, fiel sie regelrecht über mich her. Das Oberteil vermochte meinen schweren Busen kaum zu bändigen. Die Träger waren zu schmal und schnitten unangenehm in meine Schulter.

Seit Jahren fochten meine Brüste verzweifelte Rückzugsgefechte gegen die Schwerkraft und hatte mehr Unterstützung dabei verdient, als es die kleinen Körbchen des Bikinis zu leisten vermochten. Sie quollen förmlich zu Seite raus. Wenn ich darin lief, schwang alles unangenehm. Der Stoff verrutschte ständig, sodass meine großen, tropfenförmigen Warzenhöfe hervorlugten. Das Höschen bedeckte kaum meinen Hintern, die Bänder schnitten in Hüfte und Stolz. „Das kann ich nicht in der Öffentlichkeit tragen“, klagte ich trotz ihrer bewundernden Blicke. Ich lag mit dem Rücken auf dem Bett. Sie kniete über mir. „Du bist so schön, mein Schatz.“ Ich zog ein Gesicht. Andere Leute mochten das anders sehen. „Bitte, Süße. Man sieht meinen fetten Bauch.“ Sie sah mich tadelnd an, streichelte zärtlich meinen Bauch und küsste ihn. „Es ist ein kleines, süßes Bäuchlein. Ich liebe deine Kurven.“

„Ach ja?“

„Hmm. Ziehst du ihn an?“

„Aber nur für dich.“ Sie nickte enttäuscht. Sie wollte mit mir angeben. Ich freute mich auf den Urlaub. Ich wollte schön für sie sein. Seit ich mit Klara zusammen war, war mein Kampf mit meinen Pölsterchen noch schwieriger geworden. In unserem ersten Jahr hatte mein Bäuchlein sich wieder zu einem Bauch entwickelt. Ich fühlte mich schrecklich wohl in ihren Armen. Wenn es mir gut ging, aß ich gern. Wenn ich Stress hatte oder traurig war leider auch. Klara war überhaupt keine Hilfe. Sie war meinen Problemzonen gegenüber völlig blind. Ich allerdings nicht. Es bedurfte einer unglaublichen Willensanstrengung, mich wieder auf den schmalen Grat zwischen üppig und mollig zurückzuhungern.

Als wir fünf Jahre später unseren Traumurlaub buchten, war ich wild entschlossen, die Uhr endgültig zurückzudrehen. Ich musste mich immerhin bemühen, mit meiner Freundin mitzuhalten. Sie war sechs Jahre jünger und hatte die süßesten kleinen Brüste, dich ich je geküsste hatte. Es waren die einzigen, die dich je geküsste habe, aber als promovierte Biologin war ich ziemlich sicher, dass die wundervollen Gebilde auch in zwanzig Jahren noch so schön und straff waren wie jetzt. Meine hatten bis dahin vermutlich die Endstation ihrer Reise erreicht: meinen Bauchnabel. An meinen dunklen Tagen betete ich, dass es keine Zwischenstation war.

Ich hatte drei Monate lang Zeit, bevor ich mich mit meiner Liebsten in diesem obszönen Teil an einem Traumstrand präsentieren musste. Zeit genug, um mich von einer üppigen Fruchtbarkeitsgöttin in das schlanke Mädchen mit dem strammen Busen und festen Bauch von einst zu verwandeln.

Nach einer Woche Diät war ich so grantig, dass Klara es nicht mehr aushielt. Wir lagen im Bett, das Licht bereits gelöscht. „Du weißt schon, dass du wunderschön bist, oder?“

„Hm, in deinen Augen vielleicht, Klara.“

„Liebling, ich bin unzulänglich und langweilig, aber in deinen Armen bin ich verführerisch und aufregend für den einzigen Menschen, für den ich es sein will.“

„Hm, du bist sehr sexy“, räumte ich ein. Ich seufzte. „Aber hättest du mich nicht lieber, wenn ich ganz dünn wäre?“ Ich lächelte. Ich kannte die Antwort. „Ich liebe dich, wie du bist.“

„Aber mein Gesicht wird schrecklich rund.“

„Ich liebe deine Bäckchen.“ Sie küsste mich auf die Wange. „Werden meine Arme nicht speckig?“

„Ich liebe es, wenn du mich an dich presst. Du bist so stark, Liebling.“ Ihre Lippen wanderten über meine Oberarme. „Und mein Bauch.“

„Kaum ein Bäuchlein!“ Ihre Hände glitten unter mein Nachthemd, schoben es hoch. Lippen küssten meinen Bauch. „Dein Bäuchlein ist so süß.“

„Oh, Klara. Und meine Brüste? Die sind wirklich schrecklich.“ Ich genoss es, wenn sie mir sagte, wie schön ich war. „Deine Brüste machen mich verrückt.“ Ihre Hand schob sich weiter unter mein Nachthemd. „Petra.“ Klara seufzte, als meine Hand an ihr Baumwollhöschen glitt. „Sind meine Warzen nicht eklig?“

„Nein“, hauchte sie. Meine Hand fuhr unter den Stoff. Sie war frisch rasiert. „Liebling, was machst du nur mit mir?“

„Du bist so schön, weißt du das?“

„Ja. Du auch.“

„Willst du sie küssen?“ Hmm.“ Ihre Lippen legten sich sanft auf meine Brustwarze. Zwei, drei Küsschen und sie erhob sich aus ihrem Versteck. Mein Finger fuhr über ihren Kitzler. „Oh! Du machst mich so geil.“

„Liebst du meine… Du weißt schon?“ Ihre eine Hand hielt meine weiche Brust, die andere fuhr unter mein Höschen. Ihre Lippen hauchten in mein Ohr. „Ich liebe dein Haar. Es ist so fraulich“ Ich ließ es drei Fingerbreit stehen. Meine Schamlippen waren rasiert. „Liebst du meine großen Lippen?“ Ihre Küsse wanderten hinab. Finger zogen mein Höschen beiseite. Ich biss mir auf die Unterlippe. Der ersehnte Augenblick war da. „Ich liebe sie.“ Der Hauch ihrer Worte traf mich. Wollust fuhr durch meinen Unterleib. Nach einer kleinen Ewigkeit erlösten ihre Lippen mich von der unerträglichen Vorfreude, berührten mich. Ich stieß einen Seufzer aus. Ihre Zunge teilte mich. „Oh, Klara!“ Ihr Finger folgte.

Zu unser beider Erleichterung endete meine Diät am nächsten Morgen. Es verging kein Tag, an dem meine Freundin mir nicht sagte, wie schön ich war. Aber manchmal musste ich es zweimal hören.

Fünf Jahre waren wie im Fluge vergangen. Klara hatte ihr Studium beendet und ihr Referendariat in evangelischer Theologie und Latein absolviert. Die Schule mochte sie so sehr, dass man ihr eine Festanstellung anbot. Meine Postdoc-Stelle an der Uni war Dank des Hochschulrahmengesetzes ausgelaufen und meine neue Stelle an einer Forschungseinrichtung des Bundes war entfristet worden.

Der Urlaub war die Belohnung für aufregende Zeiten. Zehn Tage im Paradies verflogen rasend schnell. Alles war perfekt. Nur eine Winzigkeit bedrückte mich. Ich hatte noch nicht den Mut aufgebracht, Klara die Frage zu stellen. Wir hielten an, standen Hand in Hand mit den Füßen im warmen Wasser. „Erinnerst du dich noch an unser erstes Jahr?“ Klara lachte mich an. „Daran musste ich auch gerade denken.“

Klara war als meine Mitbewohnerin in meine Wohnung eingezogen. Ich hatte mich nie zu Frauen hingezogen gefühlt und daher dauerte es seine Zeit, bis ich erkannte, dass ich mich in sie verliebt hatte. Zu unser beider Glück empfand sie genauso. Als ich meine Gefühle für sie erkannte, machte ich keine Gefangenen. Klara strahlte mich an: „Du warst so süß, Petra. Immer wenn wir mit deinen Freunden aus waren, hast du dich förmlich an mich geklammert.“

Meine Freunde und Kollegen waren alle älter als sie. Klara war schrecklich schüchtern. Aus irgendeinem Grund war mir der Gedanke, sie könne sich ausgeschlossen fühlen, unerträglich. „Ich hatte schreckliche Angst, du könntest mir nicht glauben, wie sehr ich dich wirklich liebe.“ Sie küsste mich. „Oh, Liebling, wie hätte ich das nicht glauben können? Weißt du noch, wie du mir zum ersten Mal gesagt hast, dass du mich liebst?“

„Erinnere mich bloß nicht daran.“ Klara war damals in Tränen ausgebrochen. Mich hielt es auch nicht mehr. Heulend lagen wir einander in den Armen, küssten, liebten uns. Danach griff ich mein Smartphone auf dem Nachttisch, rief meine Mutter an. Es war sieben Uhr morgens, als ich ihr gestand, dass ich eine Frau liebte. Es war schrecklich egoistisch, meine Mutter so zu überfallen, aber ich verspürte eine grässliche Angst, dass Klara mich eines Tage verlassen könnte, weil sie befürchtete, dass sie nur eine Phase für mich war. Klara lauschte starr vor Aufregung dem Gespräch.

Dann rief sie überglücklich ihre Eltern an. Die waren sichtlich weniger überrascht. „Du hast ihnen ja auch von mir vorgeschwärmt“, sagte ich vorwurfsvoll. Klara schmiegte sich an mich. „Ich war so verliebt. Ich konnte nicht anders, als von dir zu erzählen.“ Meine Mutter traf es hingegen völlig unvorbereitet. Sie kannte meine beiden Freunde. Und Tobias, mit dem ich während meines Studiums zusammen war, hatte sie aus unerfindlichen Gründen sogar gemocht. Dass ich mich jemals in eine Frau verlieben konnte, war für sie so überraschend wie für mich. Meine Eltern waren geschieden. Als ich auflegte, überfiel mich Klara mit einer Flut von Küssen. Nachdem wir uns geliebt hatten, rief ich meinen Vater an. Er nahm es gelassener. „Ist dieses Mädchen lieb zu dir?“

„Sie ist wahnsinnig lieb, Papa.“ Kaum hatte ich aufgelegt, presste sich Klara an mich und fing hemmungslos an zu weinen.

Als ich Klara meinen Eltern vorstellte, hatten sie keine andere Wahl als einzusehen, dass sie keine Phase war, die ich durchmachte. Mein ältester Bruder schloss sie sofort in sein Herz. „Du hast noch nie so glücklich ausgesehen, Petra. Wehe, du lässt sie gehen.“ Mein anderer Bruder wollte verdächtig genau wissen, wie das denn so zwischen zwei Mädchen ablief. Meine Eltern gewöhnten sich rasch an sie und akzeptierten, dass ihre Tochter lesbisch war.

Mittlerweile liebten sie Klara wie eine Tochter. Manchmal argwöhnte ich sogar, dass sie sie mehr liebten als mich, weil sie ihnen als Teenager nicht den letzten Nerv geraubt hatte. Mich aber ließ in dem ersten Jahr unserer Beziehung ein Gedanke nicht zur Ruhe kommen. Er wurde quasi zur fixen Idee. War ich lesbisch? Ich fühlte mich nicht zu Frauen hingezogen. Nur zu einer und die liebte ich unsterblich. Wenn wir auf dem Sofa kuschelten und eine romantische Komödie sahen, schmolz ich bei Hugh Grants Lächeln dahin, während Klara für Julia Roberts schwärmte. „Vielleicht bist du bisexuell“, sagte Klara, als wir einmal darüber sprachen.

Ich hatte ein untrügerisches Gespür dafür, was meiner Süßen Angst machen und wehtun konnte. Irgendwo tief in ihr steckte die Sorge, dass ich vielleicht lieber mit einem Mann zusammen wäre. „Auf keinen Fall. Ich liebe nur dich.“ Sie schlang glücklich die Arme um mich, aber meine Sorge verschwand nicht. Ich war Wissenschaftlerin. Ich liebte es, Dinge zu klassifizieren.

Zu meinem großen Erstaunen half mir mein Ex-Freund Tobias aus dieser Krise. Wir hatten jahrelang keinen Kontakt gepflegt, als ich ihn auf einer Konferenz traf. Ich wusste, meine Zeit an der Uni war begrenzt. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, Kontakte zu einer Forschungsanstalt des Bundes zu knüpfen, die sich in unserer Stadt befand. Es stellte sich heraus, dass Tobias das gleiche Ziel verfolgte.

Professor Schmitt von der Forschungsanstalt, noch nicht einmal Mitte vierzig mit Bauch und humorvollen Augen, lud uns im kleinen Kreis zum Essen ein. Tobias überfuhr mich mit seinem Charme und seiner Großspurigkeit. Ich bekam kaum ein Wort heraus und sah meine Hoffnungen dahinschwinden, nicht nur einen Traumjob zu landen, sondern auch noch einen, bei dem ich in der Stadt mit Klara zusammenbleiben konnte. „Sie kennen sich von früher“, fragte Professor Schmitt erstaunt. Er hatte es aus Tobias Kommentaren herausgehört. „Petra und ich waren einmal zusammen vor einer Ewigkeit.“ Ich hätte ihm eine reinhauen können. Stattdessen wurde ich rot.

„Aber es hat nicht geklappt mit uns beiden“, sagte Tobias. Ich seufzte und zuckte mit den Schultern. „Ja, ich bin lesbisch.“ Professor Schmitt brach in Lachen aus, konnte sich nur mit Mühe wieder zusammenreißen und sich entschuldigen. Der Rest des Abends verlief wunderbar. Der Professor war interessiert an meinen Projekten und gab mir seine Karte. Als ich mich verabschiedete, griff Tobias meinen Arm. „Das habe ich verdient. Es tut mir wirklich leid. Ich habe mich heute Abend benommen wie ein Arsch.“ Nicht nur heute, schoss es mir durch den Kopf.

Dann lächelte ich. Meine Freundin war Pastorentochter, gläubig und Theologiestudentin. Ich gab Tobias einen Kuss auf die Wange. „Ich vergebe dir.“ Ich ließ ihn wortlos am Fahrstuhl zurück. Als die Kabine nach oben raste, schrieb ich Klara eine SMS: „Ich bin lesbisch.“ Es war einfach nur eine Frage der Liebe. Der Fahrstuhl hielt auf meinem Stockwerk. Ihre Antwort summte: „Ich liebe dich auch.“ Gerührt öffnete ich meine Zimmertür.

Unser Urlaub verging wie im Fluge. Die verbliebene Zeit zerrann mir zwischen den Fingern. Ich raffte das bisschen Mut in mir zusammen. Romantischer als hier am nächtlichen Strand würde es nicht werden. Ich sah Klara an. Sie trug am liebsten Shorts und T-Shirt, wenn wir abends ausgingen. Sie schämte sich ihrer starken Fußballerschenkel und ihres Beckens, das zu breit war für ihren schlanken Oberkörper. Ich liebte es. Es war so weiblich und sanft.

Heute hatte ich darauf bestanden, dass sie ihren Sarong trug, wenn ich ihr schon den Gefallen tat, in tiefster Nacht ihren Bikini unter meinem Wickelrock zu tragen. Sie sah mich selig an, als ich den luftigen Stoff in der Dunkelheit von meinem Busen nahm und ihn um meine Hüften schlang. „Zufrieden?“ Zur Antwort schmiegte sie sich glücklich an meinen Arm, als wir weiter über den Strand spazierten.

Ich suchte nach den rechten Worten. Ich war noch nervöser als bei meinem ersten Antrag. Wir waren sechs Monate zusammen gewesen. Es war Sonntag. Wir waren aus der Kirche gekommen und hatten uns wieder ins Bett gekuschelt. Sie liebte mich innig und küsste mich wild. Sie fühlte sich so herrlich unanständig, weil sie nach dem Gottesdienst Liebe mit einer Frau machte.

Manchmal begleitete ich Klara in die Kirche, weil ich einfach jede Stunde unseres kurzen Wochenendes mit ihr verbringen wollte. Außerdem war sie so süß, wenn sie betete. Klara schlummerte friedlich, als der Hunger mich am Nachmittag aus dem Bett in die Küche trieb. Ich machte Pasta, zündete eine Kerze an, öffnete ein Flasche Wein, schenkte zwei Gläser ein und küsste Klara wach. Als wir uns in Nachthemden an den Tisch setzten, wusste Klara sofort, dass mir etwas auf der Seele lag. Wir tranken selten Alkohol, schon gar nicht tagsüber. Ich griff ihre Hände. Meine zitterten. Sie sah mich ängstlich an, mein schüchternes Lächeln beruhigte sie rasch. „Klara, ich liebe dich.“ Sie strahlte. „Ich liebe dich auch, Liebling.“

„Ich weiß. Und das ist gerade das schöne. Es ist wundervoll jemanden zu lieben. Aber ohne Zweifel zu wissen, dass man bedingungslos geliebt wird, ist ein seltenes Gut. Wenn du mich ansiehst, spüre ich, dass du mich nie verlassen, immer bei mir sein wirst.“

„Oh, Petra, das ist wundervoll. Ich fühle dasselbe.“

„Klara, also, ich dachte mir, wenn wir uns so liebhaben, sollen wir dann nicht… na ja, wollen wir nicht zusammenziehen?“ Klara sprang auf und umarmte mich. „Ja, ja, tausendmal ja.“ Eine halbe Stunde später lagen wir nackt im Bett. Ich dachte an die Pasta, die vermutlich längst kalt war, Klara plante, wie sie unser von nun an gemeinsames Schlafzimmer umgestalten konnte. Wir wohnten zusammen und Klara schlief jede Nacht bei mir im Bett, aber jeder hatte sein eigenes Zimmer mit eigenem Kram. „Können wir einen größeren Schrank haben? Mit Spiegeltür?“ Ich kuschelte mich an ihren nackten Leib und schnurrte zufrieden. „Hmm, ja.“

„Und einen Sessel für eine Leseecke? Fahren wir morgen zu IKEA?“

„Ja, meine Süße.“

„Du, wir sind in richtiges Paar.“ Ich küsste sie. „Für immer, meine Süße.“ Seitdem musste sie nie wieder fragen, ob wir noch einen Tag länger zusammenbleiben wollten.

Ich riss mich zusammen. Es musste endlich heraus. Wir hatten ja oft darüber gesprochen. Die Zeit war reif. „Du, Liebling, mir liegt etwas auf der Seele. Darf ich dich was fragen?“ Ich sah Klara überrascht an. „Natürlich, Klara. Eigentlich wollte ich dich etwas fragen.“

„Darf ich zuerst? Sonst fehlt mir der Mut.“ Ich sah sie fragend an. „Petra…“ Sie raffte ihren Sarong und ging zu meiner Überraschung vor mir in die Knie. Sie griff meine Hände. Mein Herz raste vor Aufregung. „Ich liebe dich. Und jeden Tag ein Stück mehr.“

„Oh!“

„Und ich weiß, du fühlst das gleiche für mich.“

„Ja.“ Die erste Träne lief meine Wange hinab. „Petra Mankowski, ich will den Rest meines Lebens mit dir zusammen sein. Willst mich heiraten?“

„Ja, Klara, ja. Ich will.“ Ich riss sie hoch in meine Arme. Meine Tränen wollten nicht versiegen, als wir uns küssten. „Ich bin so glücklich“, schniefte ich. „Du machst mich so glücklich, Petra.“ Endlich gelang es mir meine Tränen zu trocknen. „Wir tragen aber bei Kleider, oder?“

„Ich dachte eher an einen Hosenanzug…“ Ich schüttelte heftig den Kopf. „Dann musst du jemanden anderen heiraten. Die Braut trägt ein Kleid. Da bin ich sehr konservativ.“ Sie seufzte. „Also gut. Ach, wolltest du mich nicht auch etwas fragen.“ Das hatte ich völlig vergessen. Ich wurde rot. „Ach, es ist nur… ich wollte dich fragen, ob wir zusammen ein Kind haben wollen?“

An meiner Hand zerrte mich Klara über den Strand zu einem Grüppchen Palmen. Mit Entzücken saß ich im Sand und beobachtete, wie Klara sich über mir die spärliche Bekleidung vom Leibe riss. Sternenlicht fiel auf ihren nackten Körper. Ihre Tanlines leuchteten hell in der Nacht. Sie machten mich verrückt. Sie waren so brav und bieder. Nicht einmal die Sonne durfte sehen, was meine Liebste nur für mich verborgen hielt. Klara ging es ähnlich.

Abends in unserer Hotelvilla küsste sie jeden Zentimeter meiner weißen Brüste, die leuchtend von meiner sonnengebräunten Haut abstachen, küsste meinen weißen Schoss, der nur ihr gehörte. Klara war im Vorteil und hatte mehr zu küssen als ich. Sie trug einen sportlichen Bikini, der ihren süßen Hintern betonte. Tagsüber trug ich einen sehr stabilen Bikini im Retro-Stil der fünfziger Jahre. Er verstaute alles fest und schmeichelte meinem Becken.

„Ich will ein Kind von dir.“ Meine nackte Schöne beugte sich über mich zu einem Kuss. Meine Hand fuhr an ihren Rücken, die andere an ihren Hintern. Ich stöhnte vor Entzücken auf. „Oh, Klara. Du weißt schon, dass das so mit uns nicht geht. Ich muss es wissen, ich bin Biologin… Oh.“ Ihre Hand schob sich zwischen den Sarong unter mein Bikinihöschen, griff lüstern in mein Haar. „Wir können es ja versuchen“, seufzte ich. Sie glitt hinab. Ich zog den Sarong fort. Jetzt wusste ich, warum sie den Bikini so liebte. Sie öffnete sie Schleife an der Seite und zog den Stoff über mein Knie. Ihre Nase tauchte in mein Haar, ihre Lippen küssten meine Scham. „Oh, Klara.“ Sie küsste sich hinab. „Leckst du mich? Ganz lieb?“ Sie keuchte. Ihre fiebrigen Finger teilten meine großen Lippen. Ich erbebte. Ihr heißer Atem traf mich. Dann spürte ich ihre Zunge. Ich legte meine Hand auf ihr braunes Haar. Die andere griff mein Oberteil, zog es beiseite, griff in mein weiches Fleisch. Meine Schlupfwarzen stachen heraus, so weit sie konnten. „Du bist schon ganz nass, Petra.“

„Ja.“ Ihr Finger glitt in mich, ihre Zunge streichelte meinen Kitzler. Ihr Finger schob sich vor bis zu dem Punkt. „Gleich, meine Süße, gleich.“ Es ging rasend schnell. Ich spürte, wie es mir kam. „Warte!“ Klara tauchte zwischen meinen Schenkeln auf. „Was machst du? Ich war so weit.“ Meine Enttäuschung war unendlich. Sie legte einen Finger auf meine Lippen. Ich zog ein Gesicht. Er war ganz nass von mir. „Ich hab was gehört. Da kommt jemand.“

Ich setzte mich abrupt auf. Klara klammerte sich an mich. Ein Pärchen spazierte am Strand entlang. Sie hielten Händchen und blieben ausgerechnet vor unseren Palmen stehen. „Guck mal, wie süß. Sie küssen sich.“

„Du bist süß.“ Klara küsste mich. Sie schmeckte nach mir. Nach einer gefühlten Ewigkeit gingen sie weiter. Wir atmeten aus und lachten. „Soll ich weiter…?“

„Ich bin voller Sand, Süße.“

„Komm.“ Wir zogen uns an und eilten in unsere Villa zurück. Unter der Dusche wusch Klara mir zärtlich den Sand aus meinen Lippen, gründlicher als es die Reinlichkeit verlangte. Sie überprüfte das Ergebnis gewissenhaft mit der Zunge. Wir trockneten uns flüchtig ab, dann sprang ich ins Bett. „Wo bleibst du, Verlobte?“ Es klang wundervoll. „Ich komme gleich, Petra. Ich habe eine Überraschung.“ Endlich kam sie aus dem Bad. Ich brach in Lachen aus. Sie trug einen Strap-on. „Oh, Süße, den hast du ihn noch immer?“

Mit dem baumelnden Ding an ihrer Hüfte schaffte es die Pastorentochter mir einen indignierten Blick zu schenken. „Hör auf zu lachen, Petra. Es ist romantisch.“ Ich grinste. Vor fünf Jahren hatte ich Klara dabei überrascht, wie sie meinen Stoffbären Bruno ritt, den sie den Strap-on umgebunden hatte. Der Anblick hatte mich so erregt, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben mit einer Frau, nein, mit Klara schlafen wollte.

Seit dem Tag, an dem wir uns das erste Mal geliebt hatten, hatten wir den Strap-on nicht mehr benutzt. Wir waren langweilig. Kuschelsex gefiel uns am besten. Mein Grinsen verschwand, als ich das obszöne Ding von ihrem Schoss abstehen sah. Klara war feuerrot. Ich schnurrte. „Hm, Süße. Nimm mich.“ Ich legte mich auf den Rücken, spreizte meine Beine und streckte meine Arme nach ihr aus. Ich war Scham – und hilflos. So traute ich mich nur bei ihr. Sie kam über mich. Mein Finger fuhr durch meine Scham. „Ich bin so nass“, wisperte ich. „Oh, Liebling.“ Ich fasste den Schaft, setzte ihn an meine Lippen. „Ich bin ganz zärtlich.“ Ich küsste sie. „Ich weiß.“ Sie drang in mich. „Oh, Klara. Du bist meine Frau.“

„Und du meine.“ In fünf Jahren hatten wir manchmal experimentiert, meist nur, um uns gegenseitig zu vergewissern, dass wir es am schönsten fanden, wenn wir unsere Finger nahmen, uns leckten, streichelten, uns aneinanderpressten. Das Talent für Dirty Talk ging uns völlig ab, aber manchmal war es schön, sich in die Augen zu sehen und dabei zu reden. Wir kannten die Antworten. Wir hatten sie uns tausendmal gesagt. Klara glitt tiefer in mich, bis unsere Schamhügel sich trafen. „Oh, Süße“, keuchte ich. „Bewege dich nicht. Für einen Moment. Du liegst genau richtig.“

„Wann wusstest du zum ersten Mal, dass ich dich liebe, Petra?“ Meine Hände auf ihrem Rücken pressten sie fest an mich, als ich langsam mein Becken bewegte. „Als ich nach dem ersten Mal am nächsten Morgen zu dir unter die Dusche stieg. Du warst so glücklich. Du musstest mich einfach lieben. Und du?“

„Als du mir es gesagt hast“, hauchte sie. „Vorher nicht?“

„Ich hab davon geträumt.“

„Wann?“

„Nach meiner Geburtstagsparty. Als ich hörte, wie du meinen Namen durch die Wand gestöhnt hast.“

„Hm, ich war so erregt von deinem Stöhnen, Süße. Und dann?“

„Dann habe ich gehofft, dass du mich magst.“

„Wann?“

„Im Skiurlaub. In der Sauna.“

„Du hast so niedlich ausgesehen mit deiner rasierten Muschi.“ Klaras Hand legte sich zärtlich auf meinen Busen. Sie küsste meine Warzenhöfe. „Und als du die süßen Typen beim Apres-Ski vertrieben hast.“

„Ich war eifersüchtig. Ich wusste es nur nicht.“ Im Nachhinein war man immer schlauer. Klara hatte sich damals bereits in mein Herz geschlichen, aber ich hatte es nicht erkannt, wollte es nicht erkennen.

Sie sah mir tief in die Augen. Gleich war es so weit. Ich sah sie an. „Willst du mich von hinten?“, schoss es aus mir heraus. Sie sah mich unsicher an, zögerte. „Du könntest meine Brüste schwingen sehen.“ Sie zog den Strap-on aus mir und drehte mich in Windeseile auf den Bauch. Ich erhob mich auf alle Viere und streckte einladend meinen Hintern raus. Ich griff zwischen meine Beine und führte Klara an meine großen Schamlippen. Sanft glitt sie in mich. „Oh, du bist so tief.“ Ihre Hände legten sich auf meinen Hintern. Ihre Finger griffen hinein, als sie sich vor und zurück bewegte. Ich hörte es schmatzen, spürte kaum noch die Reibung. Klara schwamm förmlich in mir. Ich drehte den Kopf zu ihr. Sie war tief in mir und doch so weit weg.

„Oh, Gott, Klara. Siehst wie meine Brüste baumeln?“ Ich stützte mich auf einen Arm, griff meine Brust, hob sie an. „Sie ist so schwer“, stöhnte ich. Ich lachte auf, als Klara sich gierig vorbeugte, um meine andere Brust zu greifen, und dabei fast das Gleichgewicht verlor. „Komm“, lockte ich. Ich krabbelte auf allen Vieren zum Kopfende des Bettes. Klara schaffte es kichernd mir zu folgen, ohne dabei rauszuflutschen. Ich stützte mich an der Wand ab, als ich mich aufrichtete. Sie stieß tief in mich, fasste meine Brust. Das weiße Fleisch quoll durch ihre Finger. „Oh, Klara!“ Ihre andere Hand schob sich an meinen Schoß. „Schwängere mich, Süße!“ Sie wurde immer schneller, die Hand barg die Wölbung meiner Scham. Ich griff meine freie Brust, verrenkte mich, um sie zu küssen, als es mir kam.

Ich beeilte mich, bevor mich die erschöpfte Entspannung einholte, fingerte den Strap-on von ihren Hüften. „Zu dumm, dass das nur für einen geht.“

„Wir könnten uns einen Doppeldildo kaufen“, schoss es aus Klara heraus. Schweiß stand auf ihrer Stirn. „Einen was?“ Klara wurde rot. „Ein Dildo mit zwei Enden.“ Ich kicherte: „Was du nicht alles weißt.“ Klara wurde noch röter. Sie war so brav, wie sie leidenschaftlich war. Endlich hatte ich mir das Ding umgeschnallt. Meine Süße machte große Augen vor Vorfreude, als ich mich mit den Rücken auf Bett legte. „Setzt dich auf mich. Wie auf Bruno damals.“ Ich griff den Schaft, glitschig wie er war, führte ihn zart an ihre Scham. Ich drang ein. Nur etwas, dann senkte sie sich ganz hinab, bewegte rhythmisch ihr Becken, presste sich auf meine Scham.

Lüstern griff ich ihre Brüste. „Petra, Petra, Petra.“ Sie schloss ihre Augen, legte den Kopf in den Nacken, ritt mich immer wilder, griff in ihren Schoß. Ihre Brüste verschwanden beinahe in meinen Händen. Ihre Vorhöfe waren klein und rund, ihre Nippel streckten sich mir stolz entgegen. Meine Lippen schlossen sich darum, leckten, saugten zart an ihnen. Es dauerte nicht lange. Sie warf sich auf mich, umklammerte mich mit aller Macht, als es ihr stöhnend kam. Sie verbarg ihr Gesicht in meiner Hals-beuge. Ihr Körper zuckte. Sie schluchzte. „Oh, Süße.“ Ich strich ihr übers Haar. Sie sah mich aus verweinten, kurzsichtigen Augen an. „Ich bin so glücklich, Petra.“ Ich umschlang sie, noch immer in ihr hielt ich sie ganz fest, blinzelte Tränen fort. „Ich auch, Klara.“

Die Nacht war warm und schwül. Wir hatten dennoch das dünne Laken über unsere Leiber gezogen. Es war geborgener so und weniger schamlos. Sie lag ruhig in meinen Armen. Ihre Tränen waren fortgeküsst. Sie lächelte verzückt.

„Duuu, Petra?“ „Ja, meine holde Gemahlin.“ Sie mochte den altertümlichen Klang. Sie war schließlich Rollenspielerin.

„Ich frage mich, ob wir eigentlich zusammen wären, wenn du mich damals nicht mit Bruno überrascht hättest?“

„Oh, aber natürlich, mein Herz.“ Sie sah mich skeptisch an.

„Hätte ich dir auf deiner Party damals sonst einen Kuss auf die Wange gegeben, wenn ich dich unterbewusst nicht schon so gemocht hätte?“

„Oh, das ist süß.“ Sie stahl sich einen Kuss.

„Hätte ich sonst auf dein Gestöhne durch die Wand hin angefangen zu masturbieren?“

Sie zog ein Gesicht. „Das ist auch süß, denke ich. Irgendwie.“

„Hätte ich dich sonst zum Tanzen gezwungen?“

„Oh, du hast mich zu überhaupt nichts gezwungen, Petra. In dem Augenblick gab es nichts in meinem Leben, was ich lieber gemacht hätte. Ich hab deine Blicke gesehen. Ich hätte nie geglaubt, dass ich dir den Kopf verdrehen kann.“

Ich küsste ihre Stirn. „Hast du aber. Und seitdem jeden Tag.“ Sie schnurrte zufrieden. Ihre Hand lag ruhig auf meiner Brust. Wie auf magische Weise fand sie immer ihren Weg dorthin, wenn wir im Bett lagen.

„Aber wenn du an dem Tag wirklich nach Berlin gefahren wärst und mich nicht überrascht hättest, wie wären wir zusammen gekommen? Ich bin schrecklich schüchtern und du auch.“

Ich zog die Stirn in Falten und überlegte. „Vielleicht im Kino. Eine romantische Komödie. Vorher etwas essen. Ein Glas Wein.“

„Du wirst ziemlich anhänglich nach einem Glas“, stimmte Klara zu.

„Hmm, das Licht geht aus, der Film fängt an. Vielleicht hätten sich unsere Hände berührt. Ganz unschuldig. In einer dramatischen Szene hättest du meine Hand gesucht wie zur emotionalen Unterstützungen. Sehr durchtrieben von dir.“

Sie sah mich empört an, dann lachte sie. „Das ist eigentlich kein schlechter Plan. Falls du die Hand wegziehst, könnte man es einfach als harmlose Geste abtun. Aber die Szene geht vorbei. Wir lachen wieder, doch deine Hand liegt noch immer in meiner. Wie selbstverständlich. Aber Gedanken ziehen tiefe Furchen über deine Stirn. Die Berührung hat an Verborgenem gerüttelt. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Gedanken tiefer. Hast du dich verliebt?“

„Hab ich?“, fragte ich gebannt. Klara hatte Talent fürs Geschichten erzählen. Das lag bestimmt an diesen Rollenspielen.

„Aber natürlich hast du das, Petra. Du bist so besonnen, dass du den nächsten Schritt erst wagst, als du spürst, dass du wirklich an mir interessiert bist. Dass ich an dir hänge, ist dir freilich nicht verborgen geblieben. Du versprichst dir eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit. Also setzt du deinen teuflischen Plan in die Tat um.“

„Uh. Gemeinsam Unterwäsche kaufen oder ein Wellness Wochenende?“

„Ähm, nein.“ Sie runzelte die Stirn. „Obwohl das für mich auch gereicht hätte. Du lädst mich zum Essen und ins Kino ein.“

„Das hab ich vorher schon oft gemacht.“

„Ja, aber diesmal ist es ein Date. Nur das ich nichts davon weiß. Es ist wundervoll. Du bist so aufmerksam, machst mir verborgene Komplimente, beobachtest meine Reaktion. Wir gehen am Fluss zurück nach Hause, aber keiner von uns will dort ankommen, will die Nacht enden lassen. Wir bleiben stehen. Ich versuche mutig zu sein, sage, wie schön der Abend mit dir ist. Dann greifst du meine Hände, siehst mich verliebt an und fragst, ob du mich küssen darfst.“

„Wie höflich von mir“, kicherte ich. „Deshalb liebe ich dich auch so sehr, Petra.“

„Das ist wirklich eine schöne Geschichte, Klara.“ Sie zog ein Gesicht. „Ja, und eine, die man auch seinen Freunden hätte erzählen können.“ Über die genauen Details, wie Klara und ich zusammengekommen sind, hatten wir uns nur vage ausgelassen. Die Wahrheit kannten nur wir und Bruno.

Ich kuschelte mich an sie, schloss die Augen, erwachte erst, als die ersten Strahlen der Sonne zu uns hereinfielen. Ich hörte Klara neben mir. Sie sprach mit ihrer Mutter, die überglücklich für mich und ihre Tochter war. Ich riss erschrocken die Augen auf. Gottlob war ich züchtig von der Bettdecke bedeckt und von dem Strap-on war keine Spur zu sehen, als Frau Pastorin Petersen mich unter Tränen als neue Tochter in ihrer Familie willkommen hieß.

Die Stewardess brachte uns zwei Decken. Die Kabine wurde verdunkelt. Ich schloss die Augen. Unter den Decken hielt ich heimlich Klaras Hand. Wir wollten kein Aufsehen erregen. „Du, Klara?“ „Ja, Petra?“ Ich flüsterte. „Ich will nicht länger warten. Ich will sofort ein Kind mit dir.“ Ihre Hand drückte meine ganz fest. Ich lächelte und schloss die Augen wieder. Sofort kamen die Sorgen. Meine beste Freundin Karo versuchte mit ihrem Mann Uwe seit über einem Jahr auf natürliche Weise ein Kind zu zeugen. Bislang ohne Erfolg. Bei künstlicher Insemination war die Erfolgsaussicht auf eine Schwangerschaft noch geringer als bei der natürlichen Methode. Klara und ich mussten uns innerlich auf einen langen Prozess einstellen.

Flughafen-Shuttle Bus

Der Regen prasselte unablässig gegen die Fenster des Shuttle-Busses. Statt eines ehrlichen Winters herrschten mäßige Temperaturen und Dauerregen im Februar. Ich sah durch mein Spiegelbild im Fenster in die Nacht. Es war spät. Der Flug aus Berlin hatte Verspätung gehabt. Ich war müde und erschöpft und bedauerte zum Teil, dass ich Klaras Angebot, mich am Flughafen abzuholen, ausgeschlagen hatte, aber sie hatte etwas Erholung verdient.

Das erste Jahr als Lehrer war intensiv. Die Konferenz in Berlin war gut verlaufen. Ich hatte mit einer Doktorandin unseren Stand betreut. Ich konnte mich sogar an einem Abend mit Karo treffen. Als wir beide im Lokal nicht-alkoholische Getränke bestellten, mussten wir lachen. Am nächsten Tag am Stand bekam ich meine Tage. Das war es gewesen.

Wir hatten unseren Plan in die Tat umgesetzt. Es dauerte nicht lang. Ich hatte mir bereits vor unserem Weihnachtsurlaub alles zurecht gelegt und sogar ersten Kontakt mit der Klinik in Kopenhagen aufgenommen. Ich war gerne vorbereitet. Wir waren erstaunt, wie schnell es ging. Ich war dreiunddreißig, zu alt, um es ohne Hormonbehandlung zu versuchen. Die Medikamente machten mich launisch, wie Klara es diplomatisch ausdrückte.

Wir flogen schließlich nach Kopenhagen. Es war alles sehr klinisch und professionell, fast wie bei einer normalen gynäkologischen Untersuchung, nur dass Klara neben mir stand und meine Hand hielt. Wir aßen zu Abend und gingen in unser Hotel. Wir wollten uns lieben, um der Sache wenigstens den Hauch von Romantik zu verleihen, aber unsere Gedanken waren woanders. Klara hielt mich fest und dankte mir immer wieder. Ich küsste sie. „Dafür musst du das zweite bekommen.“

Am nächsten Morgen flogen wir zurück. Die Erfolgsaussichten einer einzelnen Behandlung waren gering. Die Menge machte es. Heterosexuelle Paare probierten es einfach weiter, aber wir würden jedes Mal nach Dänemark fliegen müssen.

Wir versuchten uns zwanghaft zu entspannen, wollten nicht zu viel vom ersten Versuch zu erwarten. Bloß kein Schwangerschaftstest. Wir wollten einfach die zwei Wochen bis zu meiner Periode abwarten. Die kam pünktlich am letzten Tag, als ich mit meiner Doktorandin den Stand abbaute. Ich rief Klara an. Sie war süß und baute mich auf.

„Beim nächsten Mal klappt es bestimmt, Liebling. Soll ich dir Muffins backen?“ Meine Laune stieg, bis der Flug um zwei Stunden verschoben wurde. Meine Doktorandin blieb das Wochenende über in Berlin. Ich hockte allein unter Fremden in der Lobby und brütete. War ich unfruchtbar? Welch grausame Ironie. Verdorrte Eierstöcke gefangen im Körper einer Fruchtbarkeitsgöttin. Wann könnte ich den nächsten Kurzurlaub nehmen, um mir wieder den Samen eines Fremden in mich pumpen zu lassen? Ich rief Karo an. Gemeinerweise fühlte ich mich danach besser. Sie versuchte es seit einem Jahr vergeblich mit Uwe. Sie wollten es mit künstlicher Befruchtung probieren. Wir quatschten bis mein Flieger endlich bereit stand. Der Flug war unruhig, das Wetter lausig. Snacks wurden auch nicht serviert.

Mit Schirm und Trolli bahnte ich mir meinen Weg von der Bushaltestelle nach Hause. Es war spät. Ich wollte nur noch, dass der Tag endete. Als ich die Wohnungstür aufschloss, empfing mich der Duft von Muffins. Klara hatte das Licht im Flur für mich angelassen. Sie lag im Pyjama im Bett und schlief bereits. Ich ging ins Bad, zog mein Nachthemd an und kuschelte mich an sie.

„Hallo, Fremde“, sagte sie leise. Sie nahm mich fest in den Arm, bis ich aufhörte zu schluchzen.

Am nächsten Morgen sah die Welt gleich freundlicher aus. Ich erwachte vom Duft frischen Kaffees. Ich hörte Klara in der Küche hantieren. Kurz darauf erschien sie mit einem Frühstückstablett, vom dem mich frische Croissants und ein Glas Nutella besonders anlächelten. „Du ist so lieb zu mir.“ Ich gab ihr einen Kuss, als sie das Tablett auf meinen Schloss stellte. Sie bückte sich und hob ein paar Wäschestücke auf, die ich gestern sorglos hatte fallen lassen. Sie trug nur ihr Pyjamaoberteil. Ich sah ihren süßen nackten Hintern. „Sieht lecker aus“, ließ ich sie wissen. „Warst du so beim Bäcker?“

„Ich hab mich wieder umgezogen, Schatz.“ Das Oberteil verbarg ihren Schoss, aber das Wissen, dass sie nackt darunter war, machte mich ganz wuschig. „Willst du nicht wieder ins Bett kommen, Süße.“ „Ich hole nur den Kaffee.“ Kurz darauf saß sie neben mir im Bett. Ich hielt zufrieden meine Tasse in der einen Hand, die andere wanderte zum Saum ihres Pyjamas hinab. „Du bist ja guter Laune“, stellte sie fest und gab mir einen Klaps auf die Hand. „Jetzt wird erst einmal gefrühstückt.“ Ich seufzte. Sie hatte ja Recht. Zu Beginn meiner Tage stand mir für gewöhnlich der Sinn nach allen möglichen Dingen, nur nicht nach Sex.

Ich bestrich mein Croissant mit reichlich Nutella und verspeiste es genüsslich, während Klara mir die guten Neuigkeiten überbrachte. Wir hatten einen Hochzeitstermin.

„Mama hat mit Herrn Pastor Kuhn gesprochen. Er kann uns am Samstag den Segen erteilen. Am Tag vorher sind wir auf dem Standesamt.“ Klaras Mutter war zwar selbst Pastorin, wollte unsere Hochzeit aber lieber als Mutter und Schwiegermutter genießen. Unsere evangelische Landeskirche war noch nicht so weit gleichgeschlechtliche Paare offiziell zu vermählen, aber der Pastor hatte kein Problem damit, uns in einer kleinen Zeremonie zu segnen.

Klara freute sich riesig, obwohl sie unsere Ehe gerne offiziell ins Kirchenbuch hätte eintragen lassen. „Das holen wir nach, wenn es bei uns erlaubt ist“, strahlte sie. Eine Sorge weniger, dachte ich. Einen Ort hatten wir auch schon. Klaras Freundin Maya war passionierte Reiterin und Freunde von ihr vermieteten eine restaurierte Scheune für Veranstaltungen. Es lag nicht zu weit außerhalb, war schön rustikal und nicht so spießig. Wenn mein unfruchtbarer Leib mich schon so schnöde verriet, würde ich ihn zur Strafe in eins dieser ruinösen Brautkleider hungern.

Zufrieden tauchte ich das zweite Croissant in die Erdbeermarmelade. „Und weißt du, was noch passiert ist?“ Ich schüttelte den Kopf. Wir hatten uns bis tief in die Nacht unterhalten. Jetzt war es schön, wieder einmal über etwas anderes zu sprechen. Sie griff erregt meinen Unterarm. Ihre Augen leuchteten vor Begeisterung unter den Gläsern ihrer Brille. „Es ist so romantisch, Petra. Ben und Maya sind ein Paar.“ Klara musste mir ein paarmal auf den Rücken schlagen, als ich an dem Croissant zu ersticken drohte. „Sie sind was?“, krümelte ich erstaunt. „Die beiden sind zusammen. Maya ist so verliebt.“

Maya war Klaras beste Freundin. Sie spielten zusammen in einer Fußballmannschaft und trafen sich fast jede Woche zum Rollenspielen. Maya war ein süßes Mädchen, ziemlich klein aber unglaublich stark. Ben war ebenfalls Klaras Freund und Mitrollenspieler. Er trug seit Jahren einen schütteren Bart und einen kleinen Bauch mit sich herum und war ein liebenswürdiger, kleiner Sittenstrolch, der mir früher gerne auf den Busen starrte, wenn er sich unbeobachtet fühlte. Ich hatte die beiden als Freunde geerbt, als ich mit Klara zusammen gekommen war.

„Ben mag Maya schon seit langem“, sagte Klara. „Ah“, machte ich. Das erklärte, warum er mir seit einiger Zeit nicht mehr auf die Brüste glotzte. Und ich dachte schon, ich würde alt. „Aber Maya hatte ja bis letztes Jahr ihren Freund.“ Sehr zu meiner Überraschung hatte uns Maya eines Tages Florian vorgestellt. Als ich damals wieder mit Klara allein war, ließ ich sie an meiner Verwunderung teilhaben. „Ich hatte gedacht, dass Maya vielleicht lesbisch ist.“ „Was? Wie kommst du denn da drauf?“ „Sie ist so naturverbunden und ziemlich stark. Außerdem spielt sie Fußball.“ „He, ich spiele auch Fußball.“ „Ähm, na ja, was soll ich dazu sagen?“ „Also dein Gaydar ist völlig unterentwickelt.“ „Frau Sappho hier hat gut reden. Du hast mit genauso vielen Frauen Sex gehabt wie ich.“ „Ach ja? Aber dafür wird mein Gaydar nicht von männlichen Interferenzen gestört.“ Ich war der erste Mensch, mit dem Klara Sex gehabt hatte. Damals war sie noch ein wenig verunsichert über meine Vergangenheit mit den beiden Männern vor ihr. Es folgten ein übler Streit und eine innige Versöhnung.

Klara war außer sich vor Glück, dass ihre beiden Freunde zueinander gefunden hatten.

Sie ballte aufregt ihre Hände: „Ich hab gerade mit ihr telefoniert.“ Ich seufzte. Klara erledigte für gewöhnlich ein halbes Tageswerk, während ich am Sonntag gerne länger schlief. Sie flüsterte: „Es ist gestern passiert.“ Sie warf mir einen wissenden Blick zu. „Ben muss ein sehr zärtlicher Liebhaber sein. Wer hätte das gedacht?“ „Ja, wer?“ Ein paar unangenehme Bilder von grabbeligen Händen huschten an meinem inneren Auge vorbei. Ich stellte das Tablett auf Klaras Schoss und sprang auf. Ich schaffte es gerade noch zur Kloschüssel, als ich mich heftig erbrach.

„Herzlichen Glückwunsch, Frau Mankowski, Sie sind schwanger.“ Unsere Frauenärztin Frau Berent gab mir strahlend die Hand. Klara schrie vor Begeisterung auf. Ich starrte sie fassungslos an. „Ja, aber… Wie? Ich habe doch meine Tage.“

„Leichte Blutungen zu Beginn der Schwangerschaft sind durchaus normal und kein Grund zur Beunruhigung. Unter Umständen kann man sie mit einer Periode verwechseln.“

„Ich hatte gar keine Unterleibskrämpfe“, räumte ich ein. Klara griff meine Hand und nickte aufgeregt. „Und deine Laune war auch viel besser als sonst.“ Ich durchbohrte sie mit einem Blick.

„Sie haben bestimmt viele Fragen“, sagte unsere Gynäkologin. Klara nickte heftig. „Petra hatte gestern drei Tassen Kaffee. Wir hatten ja keine Ahnung. Ist das schlimm?“

„Überhaupt nicht. Etwas weniger darf es im Verlauf der Schwangerschaft aber schon sein. Ein, zwei kleine Tassen sind erlaubt. Oder nehmen sie einfach entkoffeinierten.“

„Das meiste hat Petra ohnehin erbrochen“, sagte Klara erleichtert. Ich wurde rot. „Ist es für Morgenübelkeit nicht noch etwas früh?“ Klara hatte sich bereits Dutzende Bücher über Schwangerschaften zugelegt. Sie hatte gestern den ganzen Tag darin gelesen, nachdem unser heimischer Schwangerschaftstest positiv ausgefallen war.

„Es ist etwas früh, aber kein Grund zur Besorgnis.“ Klara löcherte Frau Berent noch einige Zeit, ehe ich sie losreißen konnte.

Auf der Straße schlang Klara die Arme um mich. „Ich liebe dich, meine Fruchtbarkeitsgöttin.“ „Einmal und schon schwanger.“ Ich glühte vor stolz. „Ich muss leider in die Schule“, sagte sie. Ich hatte einen freien Tag als Ausgleich für die lange Konferenz. „Suchst du nach einer Hebamme, Petra?“ „Ist es dafür nicht ein wenig früh, meine Süße?“ Ein paar Bücher hatte ich auch überflogen.

„Frau Berent hat gesagt, wenn man sich unsicher ist, kann man auch schon früh mit einer Hebamme zusammenkommen. Und Karo hat das auch gemeint.“ Meine Freundin Karo war Gynäkologin in Berlin. „Du hast mit Karo geredet? „ „Ja, sie ist auch meine Freundin. Sie hat mir ein paar Kontakte genannt. Es ist unser erstes Kind. Ich habe so viele Fragen.“ „Ich bin so müde, Klara. Ich würde mich lieber wieder hinlegen und vorher ein Nutellabrot essen.“

Wenn ich es denn drin behalten konnte. „Oh, Petra, wir müssen jetzt wirklich wegen Schwangerschaftsdiabetes aufpassen.“ Ich griff sie sanft an den Armen. „Süße, wenn ich schon dein Liebeskind austragen muss, dann nimm mir wenigstens nicht meine kleinen Freuden.“ Sie sah mich groß an. Dann kamen ihr die Tränen. „Oh, es tut mir so leid, Petra. Ich sollte dich unterstützen und mache dir nur Vorhaltungen. Ich sorge mich nur so sehr um dich.“ Ich nahm sie in den Arm und lächelte ein paar Passanten entschuldigend an. Klara strich ihre Tränen fort.

„Die Schwangerschaft macht mich so emotional.“ „Oh, ich weiß, Süße. Wie wäre es, wenn du jetzt zur Arbeit gehst und ich kümmere mich um die Hebammen-Sache.“ Sie küsste mich. Ich sah ihr nach, als sie Richtung Arbeit ging.

„He, Moment mal, sollte ich nicht emotional sein?“ Ich seufzte. Dann würde ich mich eben um eine Hebamme kümmern. Wie schwer konnte es schon sein?

6. Schwangerschaftswoche

„Vielen Dank, Gelin. Das wäre von meiner Seite alles.“ Gelin war die vierte Hebamme, mit der wir uns in genauso vielen Wochen trafen. Gelin war mir gleich sympathisch, aber sie war noch sehr jung. In unserem Gespräch hatte sie mich jedoch rasch von ihrer Kompetenz überzeugt. Es nahte die Frage, die mir mit Schaudern bevorstand: „Hast du noch Fragen an Gelin, Klara?“

Klara zeigte sich wählerischer als ich. Die erste Kandidatin schien ihr zu abgestumpft, die zweite inkompetent und bei der dritten sprachen sehr fadenscheinige Gründe gegen sie. Es war eine bildhübsche Frau Anfang vierzig gewesen, mit der ich mich blendend verstanden hatte. Es war mir schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass Klaras Eifersucht mittlerweile wie ich das Ufer gewechselt hatte.

Ich nahm es als Kompliment für meine Homosexualität hin, dass sie auf Hebamme Nummer drei eifersüchtig gewesen war. Wenn eine so hübsche Frau an Klara rumgefummelt hätte, wäre es mir wohl auch nicht recht gewesen. Wer wollte schon riskieren, auf einmal nicht mehr die schönste Frau der Welt in den Augen seiner Liebsten zu sein? Klara nickte ernst und schlug ihren Aktenorder auf. Es war einer von den dicken. Er war mit „Hebamme“ beschriftet.

„Meine Verlobte sorgt sich, dass sie wegen ihrer Schlupfwarzen unser Kind nicht richtig stillen kann.“ Ich hörte Gelins Antwort kaum, weil das Blut in meinem feuerroten Kopf so laut rauschte. „Außerdem hat sie Angst, dass ihr Damm bei der Geburt reißen könnte.“ Meine Hände krampften sich um die Lehnen des Sessels in Gelins Praxis. Ich wäre am liebsten im Boden versunken, aber Klara kannte kein Pardon, wenn es um mein Wohl ging. „Eine letzte Frage habe ich noch.“ Gott sei Dank. „Gibt es eine Möglichkeit, Hämorrhoiden während der Schwangerschaft vorzubeugen?“

Ich seufzte: „Na, toll, jetzt werden wir wohl nie wieder Sex haben.“

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Gebannt sah ich zu, wie Klaras Daumen durch meine glänzenden Schamlippen fuhr und langsam in mich eindrang. Ihre Behandlung war nicht ohne Wirkung auf mich geblieben. Zuerst hatte sie sich gestützt von Kissen an die Wand von unserem Bett gesetzt. Sie spreizte die Beine weit und lud mich zu ihr ein. Ihre Scham war blank und frisch rasiert. Ich wollte sie spüren, aber Klara schüttelte den Kopf. „Nein, es geht nur um dich.“ Ich setzte mich mit den Rücken zu ihr zwischen ihre Beine. Ihre Arme umschlangen mich, ließen mich meine Nacktheit vergessen. „Ich erdrücke dich, Klara!“ „Nein, ich mag dein Gewicht.“ Ich spürte, wie sehr ich ihre Berührungen vermisst hatte. Meine Morgenübelkeit hatte aufgehört. Mein Körper verspürte wieder Lust, verlangte nach ihr. Sie küsste meine Schulter, öffnete das Babyöl, wärmte das Öl in ihren Händen, ehe sie es großzügig auf meinen Brüsten verrieb. Wir hatten unsere Hebamme endlich gefunden. Klara zeigte sich genauso begeistert von Gelin wie ich. Sie konnte es gar nicht abwarten, Gelins Tipps zur Vermeidung von Schwangerschaftstreifen praktisch anzuwenden. Klara schaute über meine Schulter, betrachtete fasziniert, wie sich das weiße, glänzende Fleisch meiner Brüste unter ihren liebevollen Fingern verformte.

Das meiste der Urlaubsbräune war dahin, aber der Absatz zu meinem Busen war noch deutlich sichtbar. „Das gefällt dir, nicht wahr?“ „Ja“, brummte Klara zufrieden in mein Ohr. Sie hielt meine Brüste schwer in ihren Händen, nahm meine Warzenhöfe zwischen Daumen und Zeigefinger und drückte sanft. Sie war zärtlicher und ihre Berührung schoss mir hinab bis in den Unterleib, aber das Resultat war das gleiche wie bei Gelin. Meine Nippel ließen sich nicht sehen, selbst wenn man etwas drückte. „Wenn sie erregt sind, treten sie hervor?“, hatte Gelin bei der Untersuchung gefragt.

Trotz des unangenehmen Gefühls, von einer Fremden untersucht zu werden, musste ich lachen, als Klara heftig nickte und für mich antwortet. „Ja, sie sind ganz normal.“ „Sie stehen aber kaum vom Warzenhof ab“, sagte ich. „Du brauchst dir, glaube ich, keine Sorgen machen“, sagte Gelin. „Schlupfwarzen können auf verkürzte Milchkanäle hindeuten, aber wenn deine Brustwarzen von selbst hervortreten, sollte dein Baby keine Probleme haben. Notfalls stimulierst du sie vorher etwas. Man sagt ja, dass man seinem Baby die Brust gibt. Die Kleinen saugen nicht nur an der Brustwarze sondern nehmen den ganzen Warzenhof…“ Ihr Blick huschte über meine untertassengroßen Warzenhöfe. „Oder Teile davon in den Mund.“

„Dann brauche ich kein Brustsc***d?“ „Ich glaube nicht.“ Ich seufzte erleichtert, als ich meine Brust wieder verstaute. Die Aussicht eine Plastikeinlage im BH mit rumzuschleppen, die mir mit leichten Unterdruck den Nippel rauszog, war nicht sehr erheischend. „Du kannst auch jeden Tag leicht an ihnen zwirbeln und ziehen“, sagte Gelin. „Das dehnt die Milchkanäle und desensibilisiert die Brustwarze. Die Kleinen gehen nicht gerade sanft mit einem um.“ Klara machte große Augen. Ich zog ein Gesicht. Das würde ich lieber selbst übernehmen. Wenn ich nicht wirklich sehr erregt war, dann ließ ich mir da nur ungern dran rumspielen.

Als ich Klaras Atem dicht an meinem Ohr spürte und ihre Hände geschickt über meinen Busen strichen, zeigten sich die beiden untreuen Nippel schließlich. „Hm“, machte Klara selig. Sie bildete sich mittlerweile viel darauf ein, wie sie mich verführen konnte. Sie tat es nicht ganz zu unrecht.

Mehr ÖL. Dann war der Bauch daran. „Das ist schön“, seufzte ich. Ich war zwar erst in der sechsten Woche und die Wölbung meines Bäuchleins war leider schon vorher da gewesen, aber es war nie zu früh damit anzufangen, sich verwöhnen zu lassen. „Du bist so lieb, Klara.“ Ich schloss die Augen und genoss ihre Berührung. Nach einer Zeit wurde ihr Atem schneller. Ihre Hände kreisten langsam aber zielsicher weiter nach unten, bis ihre Fingerspitzen wie zufällig den Ansatz meines Haares berührten.

Ich schmolz dahin, zog meine Beine an und spreizte schamlos meine Schenkel. „Berührst du mich?“ Klara kicherte: „Erst sind Po und Beine dran.“ „Oh bitte!“ Ich legte meine Hand auf ihren Handrücken und lotste sie tiefer. Sie fuhr durch mein Haar, das bald ölig glänzte. Ihre Finger erreichten meine Klitoris, kreisten sanft mit leichtem Druck. „Oh, Süße.“ Ich öffnete meine Schenkel so weit es ging, verrenkte meinen Hals beinahe, um sie leidenschaftlich zu küssen, als ihr Finger tiefer glitt. „Oh“, stieß sie aus, als sie ohne Widerstand in mich glitt.

Öl und Lust hatten mich glitschig gemacht. Ihre Hand griff meine Brust, fasste sie fest. Ich zwängte meine Finger unter ihren Handballen, rieb meine Klitoris, als sie tiefer in mich glitt. „Oh, Klara, gleich, gleich…“ „Pscht“, flüsterte sie in mein Ohr. „Noch nicht, Liebling.“ Sie küsste mich, zog langsam ihren Finger aus mir und begann sich hinter mir hervor zu zwängen. „He!“, machte ich empört. Sie küsste mich kurz. Zu meiner Erleichterung kniete sie sich vor meine geöffneten Schenkel. Ich kuschelte mich voller Vorfreude in die Kissen in meinem Rücken. Ich konnte es nicht erwarten, ihre Zunge in mir zu spüren. Stattdessen griff sie das Babyöl, rieb meine riesigen Schamlippen ein, verteilte den Rest auf ihrem Zeigefinger. „Sei ganz entspannt“, sagte sie. Instinktiv verkrampfte ich mich. Jetzt wusste ich, was sie plante.

„Das braucht man erst ab der 34. Woche“, zitierte empört ich unsere Hebamme. Sie sah mich scheu an. „Ich hab Angst, dass ich es falsch mache.“ Ich seufzte. Ich hatte wirklich Schwierigkeit damit, Klara etwas abzuschlagen. „Du solltest dich was schämen. Du hast mich nur so erregt, damit ich nicht schreie wie am Spieß.“ Klara wurde rot. „Vielleicht.“ „Also gut. Aber ganz lieb, ja?“ Sie nickte eifrig. Ihr Daumen glitt durch meine glänzenden Schamlippen in mich. Ich schloss meine Augen. Der Daumen fühlte sich gut und dick an. Ich zuckte kurz, als ihr glitschiger Zeigefinger sich auf meinen Damm legte.

„Kitzelt es sehr?“ Ich schüttelte meinen Kopf. „Es geht. Aber nicht zu weit nach hinten, ja?“ Da war ich ziemlich verklemmt. Das wollte ich auch gar nicht ändern. „Hm, ja.“ Mit sanftem Druck begann Klara mit dem Daumen in mir kreisende Bewegungen zu machen, während ihr Zeigefinger ruhig auf meinem Damm lag und dagegenhielt. „Ich…uh.. Oh, Gott, Klara. Ich laufe aus, oder?“ „Es ist ziemlich glitschig hier“, räumte sie ein. Ich legte meine Hand in mein Schamhaar und rieb. „He, das ist aber nicht Sinn der Übung“, lachte Klara. Sinn war es, den Damm durch tägliches Massieren auf die Geburt vorzubereiten. Dadurch sollte er besser durchblutet und dehnbarer werden, um so das Risiko eines Risses zu verringern. Normalerweise reichte es, wenn man erst ein paar Wochen vor der Geburt damit anfing, aber meine Verlobte war eine ziemliche Streberin, die während ihres Studiums ihre Prüfungsleistungen schon immer einen Monat vor Abgabetermin eingereicht hat.

„Möchtest du den Daumen nicht etwas tiefer und nach oben…“ „Petra, noch zwei Minuten, ja? Dann sind wir fertig. Mach ich es denn richtig?“ „Hm, Süße, ich bin so was von gedehnt.“ Ich öffnete meine Augen. Klara wurde rot. Ihre andere Hand lag in ihrem Schoß. „Du stöhnst so schön“, gestand sie. Ich beugte mich nach vorn, küsste sie, hielt ihre straffen Brüste. „Küssen wir uns gleich? Mit den anderen Lippen?“ Ich nickte heftig. Endlich war die Zeit um. Sie zog ihren Daumen aus mir, sprang auf, rannte ins Bad, um sich die Hände zu waschen, und kam zurück ins Bett, als ich mir gerade die Flasche mit dem Babyöl griff.

Sie spreizte ihrer Beine. Ich tauchte hinab, überschüttete ihre blanke Scham mit Küsschen, küsste hinab, bis ich ihre Feuchtigkeit schmeckte. Ich goss einen Strahl Öl auf ihren Schamhügel, verteilte es genüsslich. „Oh, Petra. Du machst mich ganz geil.“ Ich legte mich ihr gegenüber. Ihre Schenkel fuhren zwischen meine. Ich griff meine Schamlippen, spreizte sie wie einen riesigen Schmetterling, legte sie über ihre kleinen, perfekten Schamlippen, als wir uns trafen. „Oh, Petra, du umschließt mich so.“

Wir griffen uns an der Hand, drücken uns aneinander, glitschig von Öl und Lust. Die Finger des anderen berührten sich, als wir in unsere Schösse griffen. Es kam mir rasch. Meine Sinne kehrten kaum zurück, als ich sah, wie sich Klaras Blick verklärte. Erlöst krabbelte sie in meine Arme. Ich zog die Decke über uns. Wir hielten uns. Ich lachte. „Du, Klara. Ich glaube, du wirst eine wundervolle Mutter.“ Sie küsste mich überglücklich. Dann glitt ich in einen seligen Schlaf.

Ein zärtlicher Kuss weckte mich. Müdigkeit hielt mich noch fest in ihren Griff. Ich schloss die Augen wieder. Karla rüttelte unsanft an mir. „Aufstehen, Liebling. Wir sind verabredet.“ Ich seufzte. Maya und Klara hatten ein Pärchenabend geplant. Wir wollten essen und ins Kino. „Es ist Freitagabend. Ich bin über dreißig. Da geht man nach einer langen Arbeitswoche nicht mehr feiern“, maulte ich. „Wir gehen essen“, korrigierte mich Klara. „Na, komm, nach der Massage hast du doch bestimmt etwas Appetit.“

Ich erhob mich widerwillig. „Wenn du wirklich zu müde bist, bleiben wir zur Hause.“ Die Schwangerschaft hatte mich mit einer bleiernen Müdigkeit geschlagen. Ich schüttelte den Kopf. „Es wird schon gehen.“ Ich sprang unter die Dusche und wusch mir das Babyöl vom Leib.

Wir erreichten das Restaurant noch vor den beiden. Klara und ich waren schrecklich pünktliche Menschen. Wir warteten an unserem Tisch. Klara nahm meine Hand, flüsterte in mein Ohr. „Das war schön gerade.“ „Hmm. Du hast mich so schön massiert.“ „Und du hast mich so schön geküsst.“ Sie wurde rot. „Mit deinen großen Lippen.“ Ich lachte. „Wir sollten es ausnutzen, so lange geht. Wenn ich erst einen dicken Bauch habe, wird das schwierig mit der Beinschere.“ Ich hatte mich hübsch für sie gemacht, Lippenstift und eine meiner engeren Blusen angelegt. Klara gab gerne mit mir an. Sie trug ihren flauschigen Kapuzenpulli. Ihr Haar, das immer ein wenig strohig war, trug sie zum Pferdeschwanz gebunden. Es war schulterlang geworden, der Pony von einst herausgewachsen und vergessen. Sie trug ihre Brille für mich.

Unsere Freunde kamen, begrüßten uns. „Man sieht ja gar nichts“, sagte Ben. Er sah gut aus, trug ein Oberhemd über der Hose und war frisch rasiert. Kaum wiederzuerkennen.

„Dafür ist es noch zu früh“, sagte Maya. Die beiden waren im Bilde wie auch meine Freundin Karo. Eigentlich wollten wir vor der zwölften Woche nichts sagen –zu viel konnte noch geschehen – aber der vermeintlich schief-gelaufene erste Versuch hatte Klara und mir auf der Seele gelegen. Danach mussten wir unsere Freundinnen mit den guten Nachrichten updaten. Maya hatte es natürlich ihrem Ben gesteckt.

„Mein Bäuchlein ist wie immer“, sagte ich zerknirscht. „Aber ich habe das Gefühl, meine Brüste würden spannen.“ Nichts. Kein Blick von Ben. Liebe musste so schön sein. Die beiden erzählten uns ausführlich, wie sie zusammengekommen sind. Es hatte etwas mit einer Party, Alkohol und einem Ben zu tun, der sich fest an Maya klammerte, als sie ihn auf dem Gepäckträger ihres Rades mit nach Hause nahm. Klara stieß mich unauffällig an und formte lautlos „süüüüß“ mir ihren Lippen, als Ben einmal Mayas Hand quer über den Tisch in seine nahm. Ich konzentrierte mich auf die Salate in der Speisekarte. Hebamme und Frauenärztin hatten mich wissen lassen, dass man in der Schwangerschaft entgegen der Legende nicht für zwei essen sollte. Auf seine Ernährung zu achten war ratsam, besonders wenn man nachher nicht zu viele überflüssige Pfunde zurückbehalten wollte. „Wie genau seid ihr beide eigentlich zusammengekommen“, fragte Ben. Klara wurde rot. „Ach, das war nichts besonders“, meinte ich. „Wir saßen irgendwann im Kino, als sich wie durch Zufall unsere Hände berührten…“ Die Bedienung kam. „Ich nehme das Jägerschnitzel mit Pommes, bitte.“ Ach, verflucht!

Ich stand mit Maya vorm Kino und genoss die frische Luft nach dem Regen, während Ben und Klara sich um die Karten kümmerten.

„Wie ist es so mit Ben?“, wollte ich wissen. „Ist es nicht seltsam, mit einem alten Freund zusammen zu sein?“ Maya überlegte, schüttelte dann den Kopf. „Eigentlich nicht. Wir waren zwar immer Freunde, aber irgendwie war da immer etwas mehr, auch wenn man es nie recht mit Worten fassen konnte.“ Ich nickte. Klara war damals auch immer etwas mehr für mich gewesen als eine Mitbewohnerin und Freundin, nur dass ich es lange nicht wahrhaben wollte. „Als ich damals mit Florian zusammen war, ist Ben wohl ein Licht aufgegangen, wie sehr er mich mag.“ Sie sah sich verstohlen um. „Und mir irgendwie auch. Florian war einfach nicht der Richtige. Aber erzähl das bloß nicht Ben. Er bildet jetzt schon mehr als genug auf seine Verführungskünste ein.“

Wir schwiegen einen Augenblick. „Ich kann immer noch nicht glauben, dass Klara Mutter wird“, wunderte sich Maya auf einmal. Ich seufzte. Bei mir wunderte sich anscheinend niemand. „Sie ist genauso alt wie ich.“ „Aber ich bin älter, Maya. Sie passt sich ein bisschen meiner biologischen Uhr an.“ „Ach, nein, das glaube ich nicht. Sie liebt Kinder. Ihr wart noch kein Jahr zusammen, da hat sie mir gesagt, dass sie ein Kind mit dir haben möchte. Und dass sie dich heiraten möchte, wusste sie am Tag, als du ihr zum ersten Mal gesagt hast, dass du sie liebst.“ Ich lachte. „Klara verfolgt ihre Ziele mit eisernem Willen.“

Sie sah mich an. „Du, Ben hat mir gesagt, dass er mich liebt.“ „Oh, das ist aber schnell“, schoss es aus mir heraus. Sie nickte. „Ich glaub ihm ja auch, dass er es jetzt ehrlich meint. Aber was ist in ein paar Monaten?“ „Das weiß man am Anfang leider nie. Geht es einfach langsam an. Im Laufe der Zeit bilde sich ganz natürlich eine Vertrauensbasis oder eben auch nicht.“ „Wann wusstest du denn, dass du Klaras Liebesschwüren wirklich trauen kannst?“ „Als sie mir sagte, dass sich mich nach einer Brustverkleinerung noch genauso sehr lieben würde.“ Maya wieherte vor Lachen. „Nein, wirklich, es war ganz süß. Ich hatte damals schlimme Rückenschmerzen.“ Sie wischte sich die Tränen aus dem Auge. „Klara hat einen ausgeprägten Busenfetisch“, kicherte sie. „Hat sie nicht“, tat ich empört. „Sie mag halt nur meine.“

Unsere besseren Hälften kamen. Im Kino hielt ich Klaras Hand. Ich fühlte mich geborgen. Vor zwei Tagen waren wir beim Ultraschall gewesen. Viel sehen konnte man nicht, aber Frau Berent meinte, alles sei so weit in Ordnung. Sie gab mir meinen Mutterpass, einen Fahrplan für den weiteren Schwangerschaftsverlauf. Ich war überglücklich. All die Veränderungen machten mir Angst. Ein Fahrplan gab mir Ordnung und Stabilität. Ich ließ mich ungern von der Zukunft überraschen.

Woche

„Herzlichen Glückwunsch, Frau Mankowski. Sie bekommen Zwillinge.“

Ungläubig sah ich zwischen meiner Frauenärztin, Klara und dem Ultraschallmonitor hin und her. Klara fing vor Freude an zu weinen. „Ja, aber wie? Es ist nicht unser erster Ultraschall-Termin.“ Ich kniff die Augen zusammen, als ich auf die Urkunde an der Wand hinter Frau Berent starrte. Hatte sie etwa ihren Abschluss an der Universität von Trinidad-Tobago gemacht? „Es sind eineiige Zwillinge“, sagte sie entschuldigend. Klara klatsche vor Begeisterung in die Hände. „Der eine Embryo hat sich beim Ultraschall immer hinter dem anderen versteckt.“ Schüchtern wie die Mutter, dachte ich. Ich sah auf den Monitor, war längst in diese wundervollen, kleinen Wesen in mir verliebt.

„Das erklärt, warum mein Bauch so gewachsen ist“, meinte ich. Mein Bäuchlein regte sich bereits etwas kühner empor, als es sich für die elfte Woche gehörte. Ich warf Klara einen vorwurfsvollen Blick zu. Sie war zu verträumt, um ihn zu bemerken. In den letzten Wochen quälte sie die Furcht vor Schwangerschaftsdiabetes. Ihr Ernährungsplan gestaltete sich zunehmend freudloser. Frau Berent verließ kurz den Untersuchungsraum. Klara wischte meinen Bauch ab und half mir auf. Sie warf sich in meine Arme. „Du bist die schönste und fruchtbarste Frau der Welt.“ Ich konnte mich mit Mühe loseisen, um mich anzukleiden. Wir trafen Frau Berent im Sprechzimmer, sprachen das weitere Vorgehen durch. Ich hörte kaum hin. Ich war geschockt vor Glück. Wir wurden Eltern von Zwillingen. Unser Glück war perfekt. Nichts würde es trüben können. „Eine Frage habe ich noch“, hörte ich Klara durch die rosa Wolken in meinem Kopf. „Was kann Petra gegen ihre Verstopfung tun?“ Ach, verdammt!

18. Woche

„Deine Lippen sind so dunkel geworden.“ „Oh, Klara, bitte, ja.“ Sie schlürfte sie förmlich in ihren Mund. Ich schloss die Augen und genoss es.

19. Woche

„He, Liebling?“ „Wasn?“ „Du bist eingeschlafen!“ „Oh Gott. Es tut mir so leid. Du hast es so schön gemacht. Soll ich dich streicheln.“ „Oh, bitte ja.“ „Petra!“ „Ja?“ „Du bist schon wieder eingeschlafen!“

20. Woche

„Entschuldigung, ist das hier der Schwangerschaftsvorbereitungskurs?“

„Ja, ist es. Aber sind sie nicht ein bisschen spät dran?“ Klara wieherte vor Lachen. Ich zog ein Gesicht. „Es sind Zwillinge.“ „Oh, wie schön. Kommt ihr Mann denn nicht?“ Klaras Lachen erstarb.

21. Woche

„Oh, bitte, jetzt sag es mir doch.“ „Nein, Klara, du wolltest es nicht wissen. Jetzt bleibt es dabei.“ „Aber da bin ich davon ausgegangen, dass es keiner von uns weiß.“ „Also ich für meinen Teil will schon wissen, wen ich den ganzen Tag mit mir rumschleppe.“

22. Woche

„Oh, bitte, Petra, du bist langsam echt gemein.“ 

23. Woche

„Oh, Klara, du massierst so schön.“ Ich schmolz dahin, als sie sich meine linea nigra, die dunkle Linie auf meinem Bauch zärtlich hinab küsste. „Soll ich dich lecken?“ Ich nickte heftig. Dann verzog ich misstrauisch mein Gesicht. „Du willst es nur wissen, oder?“ Sie besaß wenigsten den Anstand rot zu werden. Sie küsste sich weiter hinab. „Warte“, seufzte ich. „Ich muss aufs Klo.“ „Schon wieder?“ „Ja, dir drückt ja auch nicht den ganzen Tag jemand auf der Blase rum.“

24. Woche

„Schläfst du schon?“ „Nein, ich werde hier ganz schön getreten.“ Klara horchte an meinem Bauch. „Unsere Töchter sind stark wie die Mama.“ Sie küsste meinen Bauch und mich. „Du, ich glaube, ich habe die perfekten Namen gefunden.“ Ich seufzte. Meine kleine Verführerin hatte das Geschlecht in einem verletzlichen Augenblick aus mir herausgekitzelt. „Sind es Maria und Magdalena?“ Sie sah mich böse an. „Nein!“ „Was dann?“ „Ach, schon gut!“

25. Woche

„Natürlich wissen wir die Namen“, sagte Klara stolz. „Aber wir verraten noch nichts.“ Unsere Freunde und Familienmitglieder hatten Namensvorschläge für die Zwillinge als neues Hobby für sich entdeckt. Klara und ich hatten uns bereits entschieden, hüteten uns aber, sie jemanden zu verraten, damit man sie uns nicht vermieste. Es war unser Jungesellinnenabschied.

Er würde selbst für unsere Verhältnisse brav ablaufen. Da wir nicht genau wussten, was das offizielle Vorgehen bei diesem Anlass war, wenn es zwei Bräute gab, feierten wir einfach zusammen mit unseren Freunden. So konnte Klara die Gäste auch weiter unterhalten, während ich einschlief. Am nächsten Wochenende würden wir heiraten. Ich konnte es kaum erwarten. Danach würden wir für in die Flitterwochen an die Ostsee fahren. Süßes Nichtstun am Strand konnte ich gut gebrauchen.

Es klingelte an der Tür. Ich wollte mich aus dem Sofa wuchten, aber Maya sprang schon auf. Kurz darauf standen Karo und Uwe im Wohnzimmer. Ich erhob mich schwerfällig, während Karo mir mit einem langen, in Geschenkpapier eingewickelten, wabbeligen Ding zuwinkte. Dann fiel ihr Blick mit Entsetzen auf die Frau neben Klara. „Hallo, Karo, wie schön, dass du es aus Berlin geschafft hast.“

Karos Mund klappte auf. „Hallo, Frau Pastorin Petersen“, stammelte meine burschikose Freundin, die sonst nie um Worte verlegen war. „Oh, bitte“, sagte Klaras Mutter. „Nenn mich doch einfach Anne. Wir sind doch eine große Familie. Was hast du denn da Schönes mitgebracht?“ „Ja, ähm…“ „Korsische Eselswurst aus unserem Urlaub“, sprang Uwe seiner Frau bei. Er hatte Mühe, sein Lächeln zu verbergen.

„Oh, der arme Esel“, sagte Klara bedrückt. Ich fasste Karo am Arm und zog sie aus dem Wohnzimmer. „Ich muss ihr mein Kleid zeigen“, sagte ich den verwunderten Gesichtern unserer Gäste. Die Gesichter nickten verständig.

Im Schlafzimmer umarmte mich Karo herzlich. Dann musterte sie mich lachend. „Du bist ganz schön schwanger, Petra. Du machst ja keine halben Sachen, wie? Ich kenne Frauen, die sehen im achten Monat nicht so schwanger aus.“ Ich drückte sie so fest an mich, wie es mit dem Bauch ging. Die künstliche Befruchtung hatte bei den beiden noch kein Ergebnis gebracht. Sie reichte mir unser Geschenk. „Es ist gar keine Eselswurst“, gestand sie. „Ach, wirklich?“ „Ich wusste ja nicht, dass Klaras Mutter dabei ist.“ „Sie wollte nur kurz Hallo sagen. Sie geht gleich rüber in ihr Hotel.“

Ich versteckte das Geschenk ganz tief im Kleiderschrank und holte das Kleid heraus. „Anziehen“, forderte Karo. „Sonst kann ich es nicht richtig beurteilen.“ Ich zog mich aus. „Deine Brüste sind ja riesig geworden.“ Ich wurde rot. „Tut dein Rücken sehr weh?“ „Nur manchmal. Ich war ganz fleißig mit meinen Übungen. Aber langsam wird es beschwerlich.“ „Ja, kein Scherz. Aber Schwangerschaftsstreifen hast du noch kaum.“ „Klara ist sehr aufmerksam.“ Karo lachte. „Kann ich mir vorstellen, dass ihr das gefällt.“ Ich quetschte mich in das Kleid. Es saß strammer als letzte Woche. Karo schloss den Reißverschluss.

Ich besah mich im Spiegel. Das Kleid war knielang. Ein rotes Band mit Schleife sollte verspielt um meinen Bauch laufen. Der hatte es mittlerweile hoch bis zu meinem Busen geschoben, der mehr Raum verlangte, als das Kleid ihm zugestand. „Gut, dass ich nächste Woche heirate. In zweien würde das Kleid reißen“, sagte ich bitter. „Oh, Petra, du siehst fantastisch aus.“ „Meinst du?“ „Aber ja. Klara wird hin und weg sein.“ „Na, hoffentlich.“ Ein bisschen hübsch wollt ich schon sein trotz der Zwillinge. Klara tat zwar ist Bestes, um es zu verbergen, aber sie aß in der letzten Zeit deutlich weniger. Sie machte Gewicht für ihr Kleid.

„Oh, Gott. Meine Backen und Arme sind ganz rosig.“ „Es ist halt alles gut durchblutet, Petra.“

„Und meine Beine sind dick geworden.“ „Du bist schwanger. Das ist normal. Dafür strahlst du am ganzen Leib vor Glück.“ „Ja?“ „Hmm. Ich bin etwas neidisch.“ Ich nahm sie in den Arm. Karo verdrückte sich eine Träne. „Wo sind deine Schuhe?“ „Im Schrank.“ „Petra, die sind ja sagenhaft.“ Karo holte ein paar weiße Riemchen-Sandalen hervor, die dafür, dass sie aus so wenig Material bestanden, ruinös gewesen waren. Mit übergroßer Willensanstrengung vermied ich einen Heulkrampf. „Nicht die. Die anderen.“ Karo zog das paar weiße Turnschuhe hervor. „Oh!“ „Meine Füße bringen mich um.“

Wider Erwarten hatte ich noch Energie, als wir das Restaurant verließen, so dass ich die Meute noch in eine Bar begleitete. Kaum hatte ich mich hingesetzt, fingen die Kleinen an zu treten. „Willst du mal fühlen“, fragte ich Andrea neben mir. Sie hatte schon den ganzen Abend fasziniert auf meinen Bauch geschaut. Zögerlich legte sie ihre Hand auf meinen Bauch. Dann lachte sie überrascht, als sie die Bewegung spürte. „Die sind aber munter.“ Andrea war Volkers Freundin.

Volker war Klaras Freund und dritter Mitrollenspieler. Vor Ewigkeiten war er einmal in Klara verschossen gewesen, was für seinen guten Geschmack sprach. „Dann kommst du wohl dieses Jahr nicht mit in die Eifel, oder?“, fragte Andrea. An den wöchentlichen Rollenspielen von Klaras Gruppe hatte ich nie teilgenommen. Dazu fehlte mir immer die Zeit und Lust. Einmal im Jahr organisierten Volker und Klara ein Live-Rollenspiel in der Eifel. Mit gewissem Widerwillen ließ ich mich von Klara in unserem ersten Jahr dazu überreden mitzukommen. Es war ihr unglaublich wichtig gewesen.

Zu meinem großen Erstaunen entdeckte ich an dem Wochenende zwei Dinge. Es machte unglaublichen Spaß, verkleidet durch den Wald zu springen, und als Spielleiterin galt meine Klara unter den Teilnehmern als eine Art Sexgöttin. Als sie mich stolz als ihre Freundin vorstellte, tat das ihrem Nimbus keinen Abbruch, befeuerte eher die ohnehin reichlich vorhandene Fantasie der männlichen Teilnehmer. Sie belagerten sie förmlich mit einer Menge von fadenscheinigen und sehr detaillierten Regelauslegungen. „Oh, natürlich komme ich“, sagte ich entschlossen. Uschi die Barbarin würde nicht von Klaras Seite weichen, und wenn man sie auf einer Sackkarre durch den Wald schieben musste.

26. Woche

Klara sah fantastisch an. Das Kleid fiel weit über ihre Hüften bis zu den Knien. Weißer Spitzenstoff bedeckte durchscheinend ihr Dekolleté und die Arme. Als ich sie in der Kirche sah, verschlug es mir den Atem. Ihr Friseur hatte es auf geheimnisvolle Weise geschafft, ihr Haar zu glätten, das nun frei und schlicht bis zu den Schultern fiel. Ich lachte. Ihre braunen Augen sahen mit Kontaktlinsen strahlend und neugierig aus. Sie wirkte mädchenhaft, aber sie war eine Frau. Meine Frau. Mein Finger strich weiter. Klara sah zierlich neben mir aus, wie eine Meerjungfrau, die sich in einen Wal verliebt hatte.

Mein Friseur hatte an mir etwas verbrochen, das wohl an den Charme von längst erloschenen Hollywood Sternchen erinnern sollte. Karo hatte es gefallen, aber mir kam es fremd vor. Klara und ich standen nicht gern im Mittelpunkt. Vielleicht wollten wir deshalb einmal den ganzen Zauber mit Kirche, Brautkleid und allen drum herum.

Klara kam zurück. Der Zauber ihrer glatten Haare war bereits verflogen. Sie hatte mir ein Eis mitgebracht. Sie quetschte sich zu mir in den Strandkorb. Sie sah das Tablet in meiner Hand. „Du hast die Foto ohne mich angesehen“, sagte sie vorwurfsvoll. Wir hatten sie etliche Mal zusammen angesehen, aber Klara konnte nicht genug davon bekommen. „Es ist der Beweis, dass ich nicht geträumt habe“, gestand sie. Wir gingen die Fotos durch, während ich glücklich am Eis leckte.

„Duu, ist das schlimm, dass ich mir manchmal gewünscht habe, ich könnte alles überspringen und schon mit dir verheiratet sein?“ Sie sah mich mit tadelndem Lehrerblick an. „Das ist aber nicht nett, den schönsten Augenblick unseres Lebens einfach auslassen zu wollen.“ „Der schönste Augenblick ist immer der, den ich gerade mit dir verbringe.“ Sie sah mich gerührt an. „Oh, wie lieb. Du bist aber sehr romantisch heute.“ Ich nickte, gab ihr einen Kuss mit kalten Lippen. „Es war ganz schön anstrengend für dich, oder?“ Ich nickte erneut.

Die Aufregung, das Stehen, die vielen Gäste hatten mich erschöpft. Am nächsten Morgen sind wir gleich zur Ostsee aufgebrochen. Quälende Staus und mein Bedürfnis, alle Viertelstunde aufs Klo zu gehen, ließen uns spät ankommen. Ich legte mich ins Bett, schlief, ging aufs Klo und schlief bis zum Morgen, an dem Klara mich mit einem perfekten Frühstück in unserem Apartment überraschte. Endlich kam ich zur Ruhe. Ich sah sie glücklich an. Meine Frau!

Ich zog mein T-Shirt aus. Es war heiß. Der Strandkorb spendete genug Schatten. Ich musste mir dringend einen neuen Bikini kaufen. Mein alter war an die Grenze des Sittlichen gestoßen und bedeckte meine Brüste mit nur noch Mühe. Sie waren riesig geworden und hatten längst meinen Bauch erreicht. Der war ihnen allerdings auch ein ganzes Stück entgegengekommen. Ich setzte meine Lesebrille auf und schnappte mein Buch. Ich genoss Klaras Blicke auf mir. Für einen hellen Hauttypen fiel die Linie auf meinem Bauch sehr dunkel aus. Klara liebte sie, küsste sie gerne hinab wie einen Wegweiser. Ihre Augen folgten der Linie zu meinem Schoß.

„Wir hatten noch gar keine richtige Hochzeitsnacht, Liebling.“ Nach der Zeremonie und Party war ich todmüde umgefallen. Ich nahm meine Lesebrille ab und legte das Buch zur Seite. Sie schluckte, als ich neckisch die Träger meines Bikinis ordnete.

„Wir hatten einen schönen Hochzeit ’s-Morgen, meine Gemahlin.“ Klaras Augen leuchteten. „Wie wäre es mit einem Hochzeitsnachmittag?“ Wir packten zusammen, sperrten den Strandkorb ab. Ich wickelte mich dezent in meinen Sarong und watschelte Hand in Hand mit Klara über den Strand zu unserem Apartment.

„Du, Klara?“ „Hmm?“ „Ich hab so Schmerzen in den Brüsten.“ Es war zwei Uhr nachts. Klara war sofort hellwach. Kurz darauf saß ich auf dem Stuhl in der Küche, hielt mir meinen schmerzenden Busen. Es hatte mit einem Kribbeln angefangen. Jetzt fühlte es sich an, als stieße man mit einer glühende Nadel hinein. Die Tränen liefen mir vor Sorge und Schmerz. Klara kniete vor mir, hielt meine Hand, die andere das Telefon. „Oh, bitte, geh dran.“ Klara war außer sich vor Sorge. Geh bitte dran, betete ich. „Hallo, Karo?“, sagte Klara erleichtert.

Ein Stein fiel mir vom Herzen. Klara sprang auf, überschüttete Karo mit einem Schwall von Worten, ging nervös dabei auf und ab. Dann wurde sie langsamer, als Karo sie beruhigte. Klara stellte den Anruf auf Lautsprecher. Ich beschrieb Karo den Schmerz. „Und ich bin ganz nass.“ Klara half mir mit dem Nachthemd. Allein die Berührung des Stoffes war unerträglich. Meine Brustwarzen brannten wie Feuer. Sie waren verborgen, aber ein gelbliches Rinnsal floss aus ihrem Versteck, tropfte ölig auf meinen Bauch. Karo beruhigte mich, bevor ich panisch wurde. „Das ist nicht schlimm, Petra. Das ist Kolostrum.

Dein Körper produziert schon fleißig für die Geburt.“ „Es tropft aber ganz schlimm.“ „Das ist bei einigen Frauen normal. Dein Körper macht bei dieser Schwangerschaft ja auch keine halben Sachen.“ „Und der Schmerz?“ „Die letzten Tage waren sehr anstrengend für dich. Deine Brüste haben sich sehr vergrößert und produzieren Vormilch. Schmerzen sind dabei nicht ungewöhnlich. Klara, habt ihr Quark?“

Meine Frau sprang an den Kühlschrank. „Wir haben nur Erdbeerjogurt.“ Karo lachte. „Das geht auch.“ Klara kniete sich vor mich, riss beide Jogurts auf. „Es ist ein altes Hausmittel. Der Quark oder Erdbeerjogurt kühlt die Brust. Das brennende Gefühl sollte bald nachlassen. Streicht einfach ein Handtuch ein und wickelte es…“ „Oh“, sagte Klara. Sie hatte den ersten Jogurt über meine Brust gegossen und schmierte bereits mit Hingabe. „Kann man das auch direkt auftragen?“, seufzte ich. „Natürlich“, lachte Karo. „Zum Schlafen sollte ihr aber etwas drum wickeln. Petra?“ Ich nahm das Telefon und schaltete den Lautsprecher aus. „Ja?“ Klara und der Jogurt vollbrachten ein Wunder. Das Brennen ebbte spürbar ab. Die Kälte war wie Labsal auf meinem Warzenhof und hatte meine Brustwarze hervorgelockt. Gelbliche, schmierige Tropfen fielen herab, als ich mich vorbeugte, damit Klara auch an die Unterseite kam. Dann war die zweite Brust dran.

„Das Kolostrum ist sehr wichtig für das Immun- und Verdauungssystem der Kleinen. Nach ein paar Tagen Stillen bildet sich dann die Muttermilch.“ „Ja, ich weiß.“ Karo räusperte sich. „Also, deine Brüste wissen nicht genau, wer da so dran saugt.“ „Karo!“ „Ich sag ja nur. So wie Klara immer auf deinen Busen starrt, hat sie bestimmt einen ausgeprägten Brustfetisch.“ Ich hätte Karo nicht erzählen dürfen, wie sehr Klara meine Rundungen lieb hatte. „Hat sie überhaupt nicht!“, entfuhr es mir. Klara sah überrascht auf. Ich seufzte. Sie kniete vor mir und hielt meine schwere Brust wie in Andacht in ihren verschmierten Händen. „Du bist mir ja eine große Hilfe“, murmelte ich. Karo lachte erneut. „Ich hoffe, ich konnte euch helfen. Wenn du morgen noch immer starke Schmerzen hast, müsst ihr aber sofort zum Arzt.“

Als ich am späten Morgen erwachte, war der Spuk wie verflogen. Klara kam bereits vom kleinen Supermarkt zurück, als ich mich endlich aus dem Bett erhob. Die Hälfte des Einkaufes bestand aus Quark und Jogurt. Ich schloss Klara in meine Arme. „Ich hab dich lieb.“

„Ich hatte so Angst um dich. Ich war panisch und wusste nicht, was ich machen soll.“ „Du hast doch alles richtig gemacht und mir Hilfe geholt, Klara.“ Ich küsste sie zum Lohn.

Wir verbrachten einen herrlichen Tag am Strand. Klara war süß anhänglich. Sie bekam ihre Tage. Im Gegensatz zu mir, wurde sie noch verschmuster als sonst. Pünktlich zum Abendessen fingen meine Brüste an zu tropfen. Ich bemerkte es auf der Toilette des Restaurants. Ich hatte mir Stilleinlagen in der Apotheke besorgt und kontrollierte schon den ganzen Tag mit mulmigem Gefühl. Jetzt waren beide Einlagen vollgesaugt. Ich wechselte sie und kehrte an den Tisch zurück. Klara hielt meine Hände quer über den Tisch. Einige der älteren Gäste guckten verstohlen. „Wollen wir zahlen“, fragte ich. „Es ist so romantisch hier. Wollen wir nicht noch etwas trinken?“ „Du, meine Brüste nässen.“

„Rechnung bitte!“

„Nein, sie tun überhaupt nicht weh“, sagte ich. „Oh, okay.“ „Aber du kannst sie natürlich prophylaktisch einreiben.“ Klaras Gesicht erstrahlte. Ich zog mich nackt in der Küche aus. „Damit nichts auf meine Hose kleckert“, erklärte ich. „Das machte Sinn.“ Kurz darauf stand sie ebenfalls nackt vor mir. Wir drückten uns aneinander, küssten uns innig. Ich fuhr über ihre Hüften an ihren Bauch, spürte schmierige Feuchtigkeit. „Ich tropfe dich voll.“ Klara stöhnte auf. „Ist das schlimm, dass mich das erregt?“ Ich schüttelte den Kopf.

Egal wie sehr ich mich veränderte, Klara fand mich immer ein klein wenig schöner. Sie setzte mich auf den Stuhl. Ich bekam eine Gänsehaut, noch bevor der Jogurt meine Haut berührte. Meine Warzenhöfe waren dunkel geworden, stachen von der weißen Haut ab, unter der sich bläulich die Adern abzeichneten. Der Warzenhof schrumpelte zusammen, die Drüsen traten als kleine Knubbel hervor. Der Nippel kam aus seinem Versteck, glänzte feucht. Klara schüttete den Jogurt in ihre Hand. Ich kicherte, als sie das kalte Zeug auf mir verteilte. „Soll ich dich anfassen?“ Sie nickte schüchtern.

Es war ihr etwas peinlich, dass sie so leidenschaftlich während ihrer Tage war. Ich erhob mich. Im Stehen war es einfacher für mich. Ihre Hände verrieben Jogurt und Vormilch zu einem schleimigen Film. Ich griff hinab, nahm ihre süßen Schamlippen zwischen Zeigefinger und Daumen, spürte abwesend das Bändchen. „Darf ich sie küssen?“ „Ganz sanft.“ Ich hatte Karos Mahnung so diplomatisch überbracht, wie es ging. Klara war dennoch feuerrot geworden. Sie küsste zärtlich meine Brustwarze. Meine freie Hand lag auf ihrem steifen Nippel, drückte ihn sanft, während der Finger der anderen ihre feuchten Schamlippen streichelte. Klara schnurrte. Ich musste nicht raten, wovon sie träumte. Ekel war nicht in ihrem Gesicht.

Die Vorstellung davon schoss mir heiß bis in den Schoss hinab. „Willst du probieren?“ Sie schluckte schwer und nickte. Ihre Zunge fing den Tropfen von meiner Brustwarze, ehe er hinabfiel. Sie stöhnte vor Entzücken, küsste und leckte genüsslich meinen Warzenhof frei, erst den einen, dann den anderen. Ich drang etwas in sie ein, soweit es der Tampon zuließ. Klara stöhnte, presste sich immer wilder dem Finger in ihr entgegen. Ihr Mund war geöffnet. Sie sah mich an, als sie meinen Namen wieder und wieder stöhnte. Sie war so lieb. Sie hatte eine Belohnung verdient. Ich legte meine Hand unter meine Brust, hob sie an und fuhr mit meiner Zunge über den Nippel. Es schmeckte süß und etwas salzig.

Es gab kein Halten mehr für sie. Ihre verschmierte Hand presste sich fest auf meine, sie drückte ihre Scham mit aller Macht gegen meine Hand. Ihre andere griff meine Brust. Sie verlangte meine Lippen, drückte ihre verschmieren Lippen zu Kuss auf mich. Ich zog sie fest an mich. Stöhnend trafen sich unsere Zungen, als es ihr kam. Sie verlor die Spannung. Ich zog meine Hand fort, drückte sie fest an meinen Busen. Sie atmete schwer. „Ich bin ganz schrecklich.“ „Bist du überhaupt nicht.“ „Deine Brüste… Du hast mich so erregt.“ Ich grinste. Es machte sie verrückt, wenn ich an mir spielte. Mir ging bei ihr genauso. „Es schmeckt gut“, flüsterte sie. „Darf ich wieder?“ „Ja“, hauchte ich. „Es war schön.“ Sie sah mich glücklich an. Dann drückte sie mich sanft auf den Stuhl.

„Meine Beine sind gar nicht müde… Oh!“ Sie küsste meinen Bauch, folgte der Linie hinab. Ihre Nase verschwand in meinem Haar, sog den Duft ein. Ihre Lippen legten sich auf meinen Kitzler. Jogurtfinger griffen meine Lippen, rieben sie sanft. Sie waren dunkel geworden wie meine Warzenhöfe. Sie fühlten sich geschwollen und noch größer an. Klara steckte ihren Finger in den Mund, leckte ihn sauber. Ohne Mühe verschwand er in mir. Die Lust, mit der Klara meine Tropfen geleckt hat, war nicht ohne Wirkung auf mich geblieben. Jetzt wurde aus den Tropfen ein kleiner Fluss, der sich sein Bett über meinen Bauch hinab in mein Haar bahnte, vorbei an der gierigen Zunge, geteilt von dem Finger tief in mir.

Woche 28

Andrea holte mich vor der Wohnung ab. Die anderen waren schon gestern in die Eifel gefahren, um alles vorzubereiten. „Ich bin ein bisschen aufgeregt“, gestand Andrea. Sie war eine eingefleischte Rollenspielerin und steckte viel Liebe in ihre Kostüme. Meins steckte noch in dem Karton, in den ich es nach dem letzten Live-Rollenspiel gestopft hatte. Ich gab mich keinen Illusionen hin, dass es noch passen würde, aber Kämpfe mit dem Zweihänder würde meine Barbarin dieses Mal ohnehin nicht ausfechten. „Ich hoffe, ich halte euch nicht auf.“ Andrea schüttelte den Kopf. „Ach was.“ Sie lachte. „Aber irgendwie ist es nett, mal nicht die Langsamste zu sein.“

Nach nicht allzu vielen Zwischenstopps kamen wir an dem Sportplatz an. Die Zahl der Teilnehmer wuchs jedes Jahr an. Eine regelrechte Zeltstadt war auf der Wiese neben dem Sportplatz entstanden. Ich half Andrea mit dem Rollstuhl, dann machten wir uns auf die Suche nach den anderen. Es war eine fremde Welt, durch die Andrea und ich wanderten. Sie spielte in einer Fantasy-Version der Antike, in der sich Orks, Elfen und Ritter die Hand mit Griechen und Römern gaben. Klara und Volker, beides Lateinlehrer, hatten die Welt erschaffen und verliehen ihr einmal im Jahr in der Eifel Leben. Volker stammte aus dem Kaff und hatte freundlicherweise Zugang zu den Sportanlagen und der Turnhalle.

Es gab ein umfangreiches Regelwerk für unsere Fantasy-Welt, für dessen Studium ich aber nie die Zeit gefunden hatte. Ich ließ mich einfach von Maya, Ben und Andrea, meiner Abenteuergruppe, mitschleifen.

Wir bahnten uns unseren Weg zum Marktplatz vorbei an halbkostümierten Orks und Burgfräuleins, die ihre Zelte aufschlugen, und fanden die beiden Bürgermeister des kleinen Städtchens Knidos umringt von zahllosen, wissbegierigen Rollenspielern. Knidos wurde regiert von einem großen, hageren Magier mit zwielichtiger Vergangenheit (Volker). Die Gerüchte, er sei einst ein Nekromant gewesen, hielten sich hartnäckig.

Der zweite Bürgermeister ist die wunderschöne Labrystheia, eine Frau von untadligem Leumund, die einst eine Priesterin der Pallas Athene gewesen war, bis sie das Priesteramt niedergelegte, da sie sich in eine dralle Barbarin aus den Nordlanden verliebt hatte. Klara sah umwerfend aus. Sie trug Pferdeschwanz, Brille und einen Chiton, den sie in den letzten Monaten selbst genäht hatte. Der luftige Stoff war der schwülen Hitze angemessen. Er war an der einen Seite halboffen und zeigte für meinen Geschmack etwas viel Bein. Ich würde meinen Zweihänder brauchen, um die Kerle von ihr fernzuhalten.

„Wollen wir unser Revier markieren“, fragte Andrea. Wir saßen in einem Boot. Als zweiter Spielleiter badete sich Volker in der Aufmerksamkeit der weiblichen Spielerinnen. „Wie kann man sich nur so schamlos an den Spielleiter ran schmeißen“, murrte sie. Ich grinste. Andrea hatte Volker bei dem Rollenspiel kennengelernt. Sie war süß, lustig und gerissen genug, um dafür zu sorgen, dass Volker ihr nachlief. Unsere Partner bahnten sich den Weg durch die Spieler und nahmen uns freudig in die Arme.

„Endlich bist du da“, jubelte Klara. Sie war sichtlich stolz, als alle auf meinen Bauch starrten. „Du trägst deinen Ehering ja gar nicht“, stellte ich bitter fest. „Labrystheia und Uschi sind nicht verheiratet“, sagte sie tadelnd. Dann beugte sie sich vor und wisperte in mein Ohr: „Noch nicht.“ Zur Enttäuschung der Anwesenden zog Klara mich fort. „Komm, ich zeig dir unser Zelt.“ „Ja, was das Zelt angeht…“ Die Spielleiter hatten an dem Wochenende kaum eine ruhige Minute und Klara wollte natürlich, dass wir wenigstens die Nacht zusammen verbrachten. Es war schön mit ihr im Zelt und Schlafsack zu kuscheln, wenn man nicht gerade mit Zwillingen schwanger war. Richtig schlafen konnte ich mittlerweile nur noch auf der Seite liegend. Ich brauchte ein weiches Bett und Platz. Vorsorglich hatte ich in meinem Smartphone die Nummern von drei Gasthöfen und einem Wellness-Hotel gespeichert. So wie die Kleinen mich gerade traten, gab ich dem Hotel den Vorzug.

„Hier ist es“, sagte Klara. Sie warf sich in würdevolle Pose, nahm meine Hände. „Liebste Uschi, die du meinem Herzen näher stehst als selbst die göttliche Pallas Athene…“ „Oh, Klar – ähm, Labrystheia!“ „Ich weiß um der Unbill, die du ob der Leibesfrüchte erduldest. Wisse, dass ich dir daher ein Lager bereitet, welches würdig ist einer Tochter aus patrizischem Hause.“ Ich starrte gebannt auf das riesige Zelt, vor dem wir standen. „Dieses Zelt habe ich von einer Gruppe vom Glauben abgefallener Kreuzritter erbeutet.“

„Ah! Deshalb das große Rote Kreuz am Eingang.“ Klara zog den Eingang zur Seite, gebot mir mit einer Geste Eintritt. „Geliebte.“ Ich war sprachlos. Ein riesiges Bett mit unzähligen Kissen, Tisch, Stühle und ein kleines Sofa füllten das Zelt. „Oh, Klara“, sagte ich gerührt. „Petra, bitte schlaf doch eine Nacht bei mir. Wenn es dir nicht gefällt, fahre ich dich sofort in das Hotel.“ Ich warf mich in ihre Arme, riss sie beinahe um. „Es ist wundervoll.“ Sie sah mich glücklich an. „Wirklich? Das Zeug stand bei Volkers Eltern auf dem Speicher… Oh, Liebling.“

Ich fing an zu weinen. In der letzten Zeit war ich wirklich nahe am Wasser gebaut. Sie hielt mich, bis die Tränen trockneten. Ich schniefte, sah meine Frau bewundernd an. „Du siehst umwerfend aus. Eine richtige Aphrodite aus Knidos“ Sie wurde rot. Ich seufzte. „Ich fürchte, mein olles Kettenhemd krieg ich nicht mal mehr über den Bauchnabel gezogen.“ Ich fing wieder hemmungslos an zu heulen, als Klara den Koffer öffnete und mir den Chiton reichte, den sie heimlich für mich geschneidert hatte.

Es war 18 Uhr. Alle hatten sich in der Turnhalle versammelt und lauschten der Eröffnungsrede der Spielleiter zur diesjährigen Kampagne. Ich warf einen heimlichen Blick auf die Spieler, die gebannt Volkers und Klaras Worten lauschten. Die meisten hatten sich unglaubliche Mühe mit ihren Kostümen gemacht. Einige waren sogar über sich selbst hinausgewachsen. Zu meiner Rechten stand eine schlanke Elfe in einem verbotenem Etwas, das vielleicht einmal ein rückenfreies Cocktailkleid gewesen war, neben einem römischen Zenturio in voller Rüstung und querstehenden Helmbusch.

Klara sah entzückend aus. Ich hatte ihr das Haar hochgesteckt. Sie war wirklich eine Priesterin, nur dass ihre Züge ein wenig zu mädchenhaft wirkten. Ich seufzte. Ich hatte das Gefühl, dass die Nähte meine Chiton gleich platzen mussten. Das Gewand war wunderbar luftig, ideal bei dieser Hitze. Es bot sogar meinem Bauch ausreichend Platz. Oben spannte es jedoch, was zu einem tieferen Ausschnitt führte, als es für eine antike Frau anständig gewesen wäre. Ich warf Klara einen misstrauischen Blick zu. Labrystheia gab gerne mit ihrer Eroberung aus den Nordlanden an.

„Ein letztes Wort noch“, sagte Klara zum Abschluss der Ansprache. „Bogen- und Armbrustschützen, geht verantwortungsbewusst mit euren Waffen um, besonders nach dem Vorfall vom letzten Jahr.“ Ein Brillengestell war trotz der gepolsterten Pfeile verbogen worden. „Bitte identifiziert euer Ziel und vergewissert euch, dass man euch sehen kann, bevor ihr schießt. Wir möchten nicht, dass es jemanden unvorbereitet trifft. Das sage ich nicht nur, weil meine Frau schwanger ist.“ Ich lief rot an, als alle mich anstarrten. Hinter mir hörte ich ein wütendes Fauchen.

Ich erschauderte, als ich die Stimme erkannte. „Na, toll, was soll ich dann mit meiner Attentäterin machen, wenn ich Leute nicht mehr heimlich meucheln darf?“ Das war Jenny, besser bekannt als Chryseis, die Attentäterin. Vor zwei Jahren war es noch süß gewesen, wie die Schülerin hinter Klara hergelaufen war. Letztes Jahr war ihre sexuelle Selbstfindung in eine aggressivere Phase eingetreten. So sehr sie Klara vergötterte, so sehr verachtete sie mich. Ich drehte mich um, sah ihren funkelnden Blick. Ihre Einstellung zu mir schien sich nicht gebessert zu haben. „Gott, bin ich froh, dass ich keine neunzehn mehr bin“, murmelte ich.

Volker hob seine Hand. „Und damit wünschen wir euch allen viel Spaß an diesem Wochenende. Und bitte denkt dran, die Turnhalle ist der einzige Ort, an dem ihr Geräte aus der Moderne nutzen dürft. Und von nun an: IN-Time!“ Wir klatschten. Von jetzt an befanden wir uns in unseren Rollen. Es galt als sehr ungehörig, mit ihnen zu brechen.

„Eines noch“, meldete sich Labrystheia. „Seid gewarnt. In den Wäldern von Knidos wurden Orks gesichtet. Und hütete euch nach Anbruch der Nacht auf den Straßen der Stadt unterwegs zu sein. Es geht das Gerücht, etwas Böses treibe sein Unwesen in Knidos.“

Kurz darauf erklang Musik aus den Lautsprechern. Man blieb zwar in seiner Rolle, aber ansonsten war die Turnhalle ein Relikt der realen Welt. Volker und Klara wurden mit Fragen zur diesjährigen Kampagne bombardiert. Ben, oder vielmehr Gernot der Halblingsdieb, holte uns an der Bar die zweite Runde Getränke, während Maya, oder Ragnhild die Zwergin, mir die Neuerungen ihrer Glasfaser-Axt erklärte. Wie aus dem Nichts erschien Chryseis neben uns. „So, du und Labrystheia, wie?“ Sie deutete auf meine Hand. Ich hatte den Ring nicht abgenommen.

„Es ist auch schön dich zu sehen, Chryseis“, sagte Maya giftig. Ich nippte am Rest meiner traurigen zucker- und koffeinfreien Cola. Chryseis sah mich herausfordernd an. Ich ließ es mit der mütterlichen Würde einer Frau an mir abprallen, die den durchtrainierten Teenager um mehr als Haupteslänge überragte. „Und, ist es eine offene Partnerschaft?“ Die Cola schoss mir aus der Nase. Maya brüllte vor Lachen. „Wie bitte?“ Ich sah das freche Gör ungläubig an. „Ich meine ja nur, wenn es Labrystheia irgendwann einmal zu langweilig wird mit einer alten…“ Sie sah mich abschätzig an und rümpfte die Nase. „Von mir aus darfst du auch mitmachen.“ Maya packte ihre Axt fester. Ich richtete mich auf, legte meine Hände würdevoll auf meinen Bauch. „Ich glaube, wir haben jetzt genug von dem Unsinn hier gehabt. Respektiere gefälligst meine Partnerschaft.“ Sie grinste frech und wandte sich zum Gehen. „Nichts für ungut. Ist alles die Rolle.“

„Rolle an meinem Arsch“, murmelte ich, als Chryseis verschwand.

„Was war das denn?“, wunderte sich Maya. Ich zuckte mit den Schultern. „In dem Alter merkt man nicht immer, wann man sich lächerlich macht.“ „Ja, deshalb auch dieses Outfit.“ Das Kostüm der Attentäterin war recht bauchfrei gewesen. „Also bitte, Maya. Wenn ich neunzehn und Leichtathletin wäre, könnte ich das auch tragen.“

Ben kehrte zurück. Kurz darauf rollte Andrea/Hebe neben uns. Sie trug meistens schwarz, weswegen das strahlend weiße Gewand einer Priesterin so ungewohnt an ihr aussah. Ihr Rollstuhl war mit einer Vielzahl von Waffen und Spikes aus Gummi verziert. Wir unterhielten uns eine Zeit lang über das Abenteuer, das uns morgen im Wald erwarten würde. „Wenn ich morgen nicht mehr kann, dann geht ruhig ohne mich weiter.“ Ragnhild schlug sich auf die Brustplatte. „Zwerge lassen niemanden zurück.“ Ben wollte ihr einen Kuss geben, aber die Zwergin stieß ihn zurück. „Lass das! Das müssen wir erst ausspielen.“ Ich lachte und suchte Klara mit einem Auge in der Halle. Mittlerweile wurde schon getanzt.

Endlich fand ich sie. Umlagert wie immer. Meine Miene verfinsterte sich. Chryseis hatte sich ganz dicht an Klara herangedrängt. Das nächste Lied erklang über die Lautsprecher. Wütend stampfte ich hinüber. Zeit mein Review zu markieren. Ich bahnte mir meinen Weg durch die Horde, lachte über Chryseis´ grimmen Blick, als ich Klara am Arm griff. „Tschudigung, Leute, aber sie spielen unser Lied.“

Kurz darauf tanzten wir eng umschlungen auf der Tanzfläche. Klara kicherte: „Wirklich, Uschi? Summer of Sixtynine?“

**

Ich saß nackt auf dem Bett, rieb mit Hingabe meinen Bauch ein, genoss das Gefühl des Lebens in mir, das Auslaufen meiner Bürste allerdings weniger. Po und Beine einzureiben fiel mir dann deutlich schwerer. Ich kam mir vor wie eine Seekuh. Die Leidenschaft zwischen Klara und mir beugte sich mittlerweile ziemlich praktischen Erwägungen. Am angenehmsten war es für mich, wenn ich beim Sex saß oder auf der Seite lag. Eines hatte sich jedoch nicht geändert: ich fühlt mich noch immer unglaublich begehrenswert in ihren Armen. Erschöpft stellte ich das Öl ab.

Die Dammmassage schenkte ich mir. Die machte Klara mittlerweile ohnehin besser als ich. Ich konnte mich selbst vor lauter Bauch da unten nicht mehr sehen. Missmutig legte ich den BH mit den Stilleinlagen wieder an. Klara war sichtlich erregt von dem, was mit meinen Brüsten geschah, und beteuerte verdächtig oft, wie gut ich schmeckte, aber mit BH war es in der Nacht trockener für mich. Ich seufzte gelangweilt. Es war dunkel geworden, aber meine Frau ließ auf sich warten.

Vermutlich starrten ihr diese Kerle und Chryseis die ganze Zeit auf ihren entblößten Unterschenkel. Ich wollte schlafen und sie neben mir spüren. Mir kamen die Tränen. Ich atmete tief ein. Die Hormone spielten wirklich verrückt. „Das ist alles eure Schuld“, sagte ich meinen Bauch vorwurfsvoll. Ich zog mir den Bademantel über. Ich hatte ihn heimlich mitgebracht. Wer wusste schon, ob die Römer so etwas trugen. Er konnte ja auch von den Elfen oder Orks stammen. Ich überlegte, ob ich zurück in die Turnhalle gehen sollte. Ich schüttelte den Kopf.

Ich war zu müde, um mich wieder in den Chiton zu wickeln, meine Füße taten weh und draußen lauerte etwas Böses auf den Straßen. Die Gefahr war durchaus real. Bei meiner ersten Kampagne hatte mich eine Gruppe von Ghoulen gefangengenommen, als ich angeheitert unser Zelt suchte. Es waren höfliche Ghoule gewesen und am nächsten Morgen wurde ich gegen Zahlung eines Lösegelds freigelassen, aber die ganze Nacht hatte ich mit anderen Gefangenen in einem trostlosen Zelt verbringen müssen. Wenigstens hatte ich so Andrea kennengelernt.

In weiter Ferne hörte ich es grollen. Die Schwüle der Nacht reagierte sich in Gewittern ab. Meine Frau fehlte mir noch mehr. Bei Gewittern klammerte ich mich immer ängstlich an sie. Von draußen scholl eine Stimme durchs Zeltlager. Die meisten nicht-schwangeren Rollenspieler feierten noch in der Turnhalle, aber der Herold versah dennoch tapfer seine Pflicht in der entvölkerten Zeltstadt. „Hört, ihr Leute, lasst euch sagen, die Turmuhr hat elf geschlagen.“ Oh, Gott, bin ich alt. Freitags um elf wollte ich mich nur noch an meine Frau kuscheln und schlafen. Ich hatte eine Idee. „He da“, rief ich zum Zelteingang hinaus. Ein Elf in Toga erschien aus der Dunkelheit. In den Händen hielt er Heroldsstab und Laterne.

Er verbeugte sich artig. „Edles Fräulein aus den nördlichen Barbarenländer, wie kann ich Euch behilflich sein?“ Ich wurde rot. Als Spielleiter-Frau rieb auch etwas von Klaras Ruhm auf mich ab. Ich bemühte mich möglichst gestelzt zu sprechen: „Sage, überbringt er der edlen Labrystheia eine Botschaft von ihrem Gespons?“ „Gerne will ich der Mittler solchen Minnedienstes sein.“ „Ähm, also ja?“ Er nickte. „Gut, ich schreibe rasch etwas auf.“ „Das Barbaren-Fräulein beherrscht das Geheimnis der Schrift“, fragte er erstaunt. „Einen Augenblick.“ Ich verschwand im Zelt und warf einen Blick auf meinen Charakterbogen. Verflucht! Ich gestreckte den Kopf hinaus und schüttelte ihn enttäuscht. „Es gräme sich nicht das Fräulein, ist des Nordens orale Tradition doch weithin gerühmt.“ Ich sah ihn misstrauisch an. „Die orale was?“ „Die mündliche Überlieferung.“ „Ah, gut. Überbringe der edlen Bürgermeisterin dann mündlich, ihre geliebte Uschi harrt ihrer baldigen Rückkehr.“ Der Herold verbeugte sich und verschwand in der Nacht.

Nach einer endlosen Weile räusperte sich jemand vor dem Zelt. „Mein Fräulein?“ Der Herold brachte mir einen abschlägigen Bescheid meiner Liebsten. „Zu sehr nehmen sie die Geschäfte des Rates in Anspruch.“ Ich verzog den Mund. Last es Amtes hin und her, etwas mehr Zeit durfte sie schon mit ihrer schwangeren Frau verbringen. Vielleicht bedurfte es eines zusätzlichen Anreizes. „Werter Herr, verkünde der edlen Labrystheia, dass Tränen der Einsamkeit mir entfließen wie Ströme aus den übervollen Quellen des Lebens, und das Herz sich mir mächtig regt im Busen vor Sehnsucht nach der Liebsten.“

„Eilen will ich, edle Herrin, wie der Wind. Doch nicht wie der sanfte Zephyros, der läulich weht in Sommersnacht, uns von des Tages Hitze Linderung verschafft, sondern wie der ungestüme Boreas will ich sein, nicht rastend, bis dass dein verlangend Wort der Liebsten Herz zur baldigen Rückkehr bewegt.“ Ich zog ein Gesicht, als der Herold in der Dunkelheit verschwand. Manche Leute nahmen dieses Rollenspielen vielleicht etwas zu ernst. Ich zog mich aus und kuschelte mich in Vorfreude unter die Bettdecke. Wenn Labrystheia ihre Karten richtige ausspielte, würde ich sie vielleicht ihre süßen Schamlippen auf meine tropfende Brust pressen lassen. Das machte sie ganz schön wuschig. Ich biss mir bei der Vorstellung auf die Unterlippe. „Eile dich, Liebste“, säuselte ich und schloss kurz die Augen.

Ein vehementes Räuspern vor der Tür riss mich aus dem Tiefschlaf. Schwankend erhob ich mich und warf mir den Bademantel über. Der Herold brachte schlechte Nachrichten. „Die Frau Bürgermeisterin bedauert sehr, aber ob der orkischen Scharen in den Gebieten vor der Stadt, wird sie auf unabsehbare Zeit unabkömmlich im Rate sein.“

„Na ist ja großartig.“ Ich dankte dem Herold und drückte ihm eine Münze von der In-Game-Währung in die Hand, deren unterschiedlichen Wert ich nie begriffen hatte. Der Herold strahlte vor Glück. „Ui, ein Aureus. Sei bedankt, edles Fräulein.“

Ich seufzte und legte meinen BH wieder an. Auf die würde Klara von nun an lange warten müssen, wenn sie mich so schnöde versetzte. Ich seufzte erneut und griff meinen Zweihänder. Bevor ich wieder an Schlaf denken konnte, musste ich noch einmal den gefahrvollen Weg zum Ort des Grauens antreten.

Lustlos den Zweihänder durch Gras hinter mir herziehend erreichte ich endlich die Batterie von Dixi-Klos, die für die Rollenspieler aufgebaut worden war, weil die Kapazitäten der Turnhalle nicht immer ausreichten. Ich bandagierte die Klobrille mit Toilettenpapier wie Tutanchamuns Mumie, ehe ich mich draufsetzen mochte. Ich zuckte erschrocken zusammen, als heftiger Donnerschlag die Nacht zerriss. Ich beeilte mich, öffnete die Plastiktür zur Nacht hinaus. Es war stockfinster. Das nahende Gewitter hatte Mond und Sterne verschlungen. Ich eilte, um noch vor dem Regen ins Zelt zu gelangen. Klara würde was zu hören bekommen, weil sie mich so allein ließ in einer Gewitternacht. Ich hielt mitten in der Nacht an und fluchte. „Das ist doch kein Zustand für eine erwachsene Frau!“ Ich musste schon wieder. Ich drehte um. Ein Blitz zerriss die Nacht. Ich schrie, als ich in eine Fratze mit gelblichen Hauern blickte.

Zwei Orks links und rechts von mir hielten mich in sanftem Griff, während ein dritter Ork den vieren schalt. „Wie kannst du sie so erschrecken, Gnark? Du siehst doch, dass sie schwanger ist.“ „Tut mir leid“, murmelte Gnark kleinlaut. „Es ist nichts passiert“, sagte ich. „Den Göttern sei Dank“, sagte das Mädchen unter der imposanten Orkmaske, das mir den Zweihänder abgenommen hatte.

„Tritt hervor“, grunzte der vierte Ork in die Dunkelheit. Er lispelte niedlich wegen der Hauer im Maul. „Du hast deinen Teil getan.“ Der Herold trat aus dem Dunkel eines Zeltes hervor. Der Ork warf ihm eine Börse zu. „Du gemeiner Schuft“, entfuhr es mir. „Du hast Labrystheia meine Worte niemals überbracht.“ Das erklärte, warum Klara nicht in Windeseile erschienen war, um sich an meinen übervollen Quellen des Lebens zu laben. „Das hätte ich von einem Elfen nicht erwartet.“ Der Herold verbeugte sich tief. „Sei´s dir vergewissert, mein Fräulein, die meisten Elfen haben auch nicht diese schreckliche Glücksspielleidenschaft wie ich.“ Fröhlich mit dem Inhalt der Börse klimpernd verschwand der miese Verräter in der Dunkelheit.

Die Orks geleiteten mich behutsam durch die Dunkelheit. „Was habt ihr mit mir vor?“ Das Orkmädchen lachte tief und hämisch. „Wenn deine Geliebte dich lebend wiedersehen will, wird sie im Austausch dafür die Wachen von den Mauern abziehen und die Tore für unsere Horde öffnen müssen.“ „Aha. Und wird das die ganze Nacht dauern?“

In gellender Schrei erklang. Ork Nummer Vier fiel zu Boden, wand sich theatralisch mit einem Gummidolch, den er an seine Brust drückte, auf dem Gras. Regen begann zu prasseln. Im Licht eines Blitzes sah ich einen dunklen Schemen. Einer meiner Bewacher brach röchelnd zusammen. Der andere gab Fersengeld. Das Orkmädchen ging in die Knie, die Hände erhoben, flehte sie um Gnade. Aber Chryseis kannte keine. Mit einem Gummidolch, den sie sich an die Halsbeuge hielt, sank die Ork zu Boden. „Chryseis“, staunte ich ehrlich überrascht. „Du kommst zu meiner Rettung?“ Ihre perfekten weißen Zähne funkelten hämisch, als fünf Gestalten in schwarzen Umhängen und mit Tierschädeln als Masken aus der Dunkelheit traten und mich umzingelten. 

Gedungene Mörderin die sie war, ließ Chryseis mich in den Händen der Kultisten zurück, nachdem sie ihre fürstliche Belohnung eingestrichen hatte. Mit brachialer Sanftheit geleitete man mich in ein Zelt von imposanter Größe, das ein wenig an eine Jurte erinnerte. Einer der Kultisten trug eine besonders kunstvoll verzierte Maske. Er war vermutlich der Anführer. Er deutete auf mich.

„Durchsucht die Geisel!“ Niemand rührte sie. Eine weibliche Stimme räusperte sich: „Ich bin mir nicht sicher, ob sie etwas unter dem Bademantel trägt, Aterius.“ Ein Seufzer erklang unter der Maske. „Entleere deine Taschen“, wies Aterius mich an. Ich legte mein Smartphone und einige Schokoriegel auf den Tisch. Es war ein weiter Weg bis zum Dixi-Klo. „Ha“, rief Aterius triumphierend. „Welch verbotenes Artefakt sehen meine Augen da?“ Er hielt mir das Smartphone unter die Nase. „Ähm, das ist ein magischer Gegenstand, mit dem ich den Gott Äskulap herbeirufe, falls meine Fruchtblase platzt“, behauptete ich kühn.

Nervöses Getuschel im Zelt. „Das kann passieren?“, fragte einer. Ich zuckte mit den Schultern. „Alles ist möglich. Es sind Zwillinge.“ „Oh, wie süß“, schwärmte einer der Kultisten.

„Dann sollest du den magischen Gegenstand wohl bei dir tragen.“ Aterius reichte mir das Smartphone. „Wir ketten dich jetzt an den Mittelpfeiler?“, fragte er skeptisch. Ich schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht so lange stehen.“ „Einen Stuhl?“ „Ich würde mich lieber hinlegen.“ „Natürlich. Moribunda, bereite der Geisel dein Lager vor.“ „He, warum ausgerechnet mein Lager?“ „Weil du die einzige mit einem Feldbett bist. Wir können sie ja wohl kaum auf einer Matte schlafen lassen. Oder können wir?“ Ich schüttelte den Kopf. „Na, also.“ Murrend machte sich Moribunda ans Werk.

„Ich brauche noch mein Necessaire aus meinem Zelt“, ließ ich Aterius wissen. „Und meine Schwangerschaftshose. Und den flauschigen Pulli. Und habt ihr etwas zu essen?“

Aterius schickte einen seiner Mitkultisten zu meinem Zelt.

„Darf ich fragen, was ihr mit mir vorhabt?“ „Wir werden dich nur an Labrystheia ausliefern, wenn sie uns zum Austausch für dich das Auge des Argos übergibt. Du fragst dich vielleicht, was wir mit dem Auge erreichen wollen. Nichts weniger als…“

**

Ob Klara mich wohl vermisste? Wahrscheinlich hatte sie genug mit den Rollenspielern um sie herum zu tun. Einmal im Jahr sollte ihr diese Aufmerksamkeit gegönnt sein. Manchmal war es einfach schön, dass andere als der eigene Partner einem bestätigten, dass man attraktiv und begehrenswert war. Aber vielleicht vermisste sie mich ja doch. Beim ersten Donnerschlag war sie vor Sorge ins Zelt gelaufen, nur um es verwaist vorzufinden.

Vielleicht rannte sie durch den prasselnden Regen, immerfort den Namen ihrer Liebsten in die Nacht rufend, während der Regen ihr Gewand durchnässte, bis es an ihrem Leib klebte, die perfekten kleinen Brüste durch den weißen Stoff schienen, die Warzen… Ich riss mich aus der Vorstellung, ehe meine Hormone völlig durchdrehten.

„… und was letztlich sind Hypnos und Thanatos als der schwarzgewandeten Nyxes Söhne, vor welcher selbst Zeus sich scheut? Du siehst, unser Plan Unsterblichkeit zu erlangen, ist wohl durchdacht und völlig plausibel. Sollte deine Geliebte unserer Forderung nicht nachkommen, wirst du bei Sonnenaufgang Baal-Hammon als jungfräuliches Opfer dargebracht.“ „Ist es dafür nicht etwas spät?“, murmelte einer der Kultisten im Hintergrund.

„Ich müsste mal aufs Klo“, sagte ich entschuldigend. Die verzierte Maske seufzte. „Naupaktos, begleitete die Geisel zum Abort. Und halte ihr gefälligst den Regenschirm.“

Eine halbe Stunde später lag ich, durch Vorhänge abgetrennt vom restlichen Zelt, warm angezogen auf einer erstaunlich bequemen Feldliege, genoss den Geschmack des Schokoriegels im Mund und schloss für einen Augenblick die Augen.

Ich öffnete die Augen, hörte Stimmen in dem abgedunkelten Zelt.

„Sie hat alle meine Snickers gegessen. Die sollten das ganze Wochenende reichen.“, sagte einer. „Ja, und warum ist sie so eingeölt? Ist sie ein Gladiator?“, sagte der andere.

„Aterius hat die Sache nicht recht durchdacht. Sie liegt bequem im Bett und wir müssen Wache schieben. Und wie kann man alle Viertelstunde aufs Klo müssen?“ Ich grinste. „Naja, Aterius konnte ja nicht wissen, dass diese Uschi schwanger ist, als wir den Plan ausgeheckt haben.“

„Ja, schon, aber warum haben wir stattdessen nicht die Gefährtin vom zweiten Bürgermeister entführt, um ihn zu erpressen?“ „Du spinnt wohl. Der soll ein Nekromant sein. Damit lege ich mich nicht an. Außerdem sitzt seine Freundin im Rollstuhl. Das ist bestimmt schlecht fürs Karma.“

„Ja, aber jemanden nicht zu entführen, weil er im Rollstuhl sitzt, scheint auch nicht richtig zu sein.“ Ich schloss die Augen.

Ich öffnete die Augen. Der Regen hatte aufgehört. Das Prasseln auf der Zeltbahn war fort. Vor dem Zelt vernahm ich Kampflärm. Mein Herz schlug schneller. Kamen meine Gefährten, um mich zu befreien? Theatralische Schreie, dann wurde es still.

„Was soll das heißen, ihr habt nicht die Tochter des Müllers entführt?“ „Ja, wenn ich es euch doch sage.“ „Aber ihr habt jemanden entführt?“ „Ja.“ „Aber es ist nicht die Tochter des Müllers?“ „Korrekt.“ Schweigen für einen Augenblick. „Arrgh, dieser verfluchte Herold hat uns reingelegt. Der hat uns einfach die falschen Entführer für viel Geld verkauft.“ „Naja, dann…“ „Also, nicht für ungut.“

Ich seufzte und schloss die Augen.

Ich öffnete die Augen. „Möchtest du Kinder haben“, fragte Moribunda. „Wo kommt das auf einmal her?“, wunderte sich Aterius. Panik schwang in seiner Stimme mit.

„Sie strahlt so vor Zufriedenheit. Da fragt man sich schon, wie es wohl wäre, wenn man selbst Kinder bekommen würde. Jetzt guck nicht so erschrocken. Ich meine nicht gleich jetzt sondern irgendwann einmal.“ „Naja, irgendwann schon.“ Sie schwiegen. „In welche Richtung, würdest du sagen, bewegt sich unsere Beziehung eigentlich?“ Ich hörte einen tiefen Seufzer, schloss die Augen und schlief zufrieden grinsend ein.

Der Angriff fand kurz vor Morgengrauen statt. Meine Bewacher waren müde und nervös, weil sie noch keine Nachricht auf ihr Forderungen erhalten hatten. Ich machte mich bereit für einen erneuten Gang zum Abort, als ohne Warnung ein Rammbock in Form eines schwerbewaffneten Rollstuhls durch den Zelteingang herein-schoss. Eine brüllende Zwergen Kriegerin und ein atemloser Halblingsdieb folgten der wild den Streitkolben schwingenden Priesterin auf dem Fuß und machten kurzen Prozess mit den Kultisten, die theatralisch zu Boden fielen oder sich unter die Seitenwände der Jurte hindurch ins Freie retten. Meine Gefährten schlossen mich in die Arme. „Schnell, wir haben es eilig“, mahnte Ragnhild. Ich winkte Moribunda zum Abschied. „Danke fürs Bett.“ Ihre Maske war verrutscht. Sie lächelte mir im Todeskampf zu.

Labrystheia wartete neben ihrem Amtskollegen auf der kleine Lichtung, als die ersten Strahlen der Sonne aufs taunasse Gras fielen. Als Spielleiterin hatte Klara nicht aktiv an meiner Befreiung teilnehmen dürfen, und ich vermutete stark, dass sie ohnehin das meiste an der Entführung geplant hatte.

Wir fielen einander in die Arme. Dann sank Labrystheia aufs Knie, bat um meine Hand. Ich wusste, dass es nur Rollenspiel war, aber meine Hormone nicht. Ich weinte noch immer, als Hebe bunte Bänder um unsere verbundenen Arme wickelte, Segensworte sprach und die schöne Labrystheia und Uschi, die Barbarin, unter den Jubelrufen ihrer Freunde vermählte.

„Von wegen, Zwerge lassen niemanden zurück“, murrte ich, als ich allein mit dem Zweihänder über der Schulter durch den Wald streifte. Einen echten Vorwurf machte ich meine Gefährten freilich nicht. Für eine Geisel hatte ich zwar überraschend gut geschlafen, aber es war doch eine lange Nacht gewesen. Nach einer Stunde musste ich mich bereits von meinen Gefährten verabschieden. Meine Füße taten so weh.

Sie waren nicht allzu enttäuscht, sich ohne schwangeren Klotz am Bein auf die Suche nach einem Artefakt zu begeben, welches die Orkbedrohung abwenden sollte. Ich war erschöpft. Ich würde die nächste Nacht definitiv in dem Wellness-Hotel verbringen und mich erholen. Ich freute mich auf den Pool. Im Wasser fühlte ich mich beinahe leicht.

„Sei gegrüßt, edles Fräulein.“ Der Herold grüßte mich freundlich. Er war an einen Baum gefesselt. Anscheinend hatte er die Quittung für seine krummen Geschäfte erhalten.

Ich ließ ihn lachend zurück. Die Fesseln saßen sehr locker. Das einzige was ihn hielt, war der Ehrenkodex eines Rollenspielers, der nicht die Fähigkeit hatte, sich selbst aus magischen Fesseln zu befreien. Ich würde ihm vom Lager aus Hilfe schicken. Ich wollte ihn nicht selbst befreien, damit er nicht die Gelegenheit erhielt, mich noch einmal als Geisel zu verkaufen. Meinen Wellness-Tag und die Aussicht auf ein richtiges Klo würde ich für nichts und niemanden riskieren.

Der Waldweg beschrieb eine Kurve. An ihrem Ende wartete eine schwarzgekleidete Gestalt auf mich. Chryseis hob ihren Bogen und zielte.

Klara fand Chryseis und mich eng umschlungen auf dem Waldweg, als sie ihren Kontrollgang machte. Jenny konnte nicht aufhören zu weinen. Ich klärte Klara kurz auf, während ich die schluchzende Neunzehnjährige zu trösten versuchte. Jenny hatte sich schlimm in ihre beste Freundin und Teamkollegin aus dem Leichtathletik-Verein verliebt. Vor einer Woche hatte sie sich auf dem Sommerfest des Vereins Mut angetrunken und ihrer Freundin ihre Liebe gestanden. Und leider versucht, ihr einen Kuss zu geben.

„Sie hat mich weggestoßen und eine Alte Lesbe genannt“, heulte Jenny. Sie hatte sich für ihr Verhalten mir gegenüber entschuldigt. Es war Überkompensation gewesen. „Oh, Süße“, sagte Klara und strich Jenny übers Haar. „Ich bin ihr seitdem aus den Weg gegangen. Ich kann ihr nie wieder in die Augen sehen.“

„Ach was“, sagte Klara. „Deine Freundin hatte bestimmt nur überreagiert, weil du sie überrascht hast.“ Ich nickte. „In eurem Alter ist diese ganze Sex-Sache auch ziemlich verwirrend. Es ist völlig legitim jemanden deine Gefühle zu gestehen, aber du hättest sie nicht so mit einem Kuss überfallen sollen.“ „Ich weiß“, schniefte Jenny. „Ich komme mir so blöde vor.“ „Warum rufst du sie nicht einfach an“, schlug Klara vor. „Ich wette, sie kommt sich für ihre Worte genauso blöd vor.“

Ich drückte Jenny noch einmal fest an mich. „Es war sehr mutig, ihr deine Gefühle zu gestehen. Aber manchmal wird man trotz allen Mutes abgewiesen. Wir können niemanden zwingen uns zu lieben. Ich weiß, du schämst dich jetzt schrecklich, aber ich verspreche dir, du schämst dich gleich viel weniger, wenn du sie anrufst und mit ihr über die Sache spricht, als wenn du ihr den Rest deines Lebens aus dem Weg gehst. Im schlimmsten Fall hat sie ihre Worte ernst gemeint, aber im Besten bleibt ihr Freunde. Am Anfang wird es vielleicht etwas unangenehm zwischen euch sein, aber nach ein paar Monaten interessiert es keinen mehr so recht.“

„Meint ihr wirklich?“ „Aber natürlich“, sagte Klara. „Und wenn du im Herbst studierst, findest du bestimmt bald eine süße Freundin.“ Schüchterne Hoffnung zeigte sich in Jennys verquollenen Augen. Sie nickte entschlossen. „Ich glaube, ich will sie sofort anrufen.“ Sie sah mich flehentlich an. „Kommst du bitte mit, Petra?“

Wir ließen Klara ihren Rundgang fortsetzen und gingen zurück Richtung Turnhalle. „Ihre beide seht so verliebt aus. Ich bin so neidisch“, gestand Jenny. „Wir haben großes Glück“, räumte ich ein. „Aber das haben viele andere auch.“ „Wie seid ihr damals zusammengekommen?“ Ich räusperte mich. „Auf eine sehr reife und erwachsene Weise. Ich waren zusammen im Kino, als mich wie zufällig ihre Hand…“

30. Woche

Klara kam vom Fußballtraining zurück. „Du, Süße, liebst du mich eigentlich noch?“

„Aber natürlich, Liebling.“ „Aber begehrst du mich auch?“ „Das weißt du doch.“ „Warum haben wir dann keinen Sex mehr?“ „Wir hatten letzte Woche Sex, aber seitdem sagst du, es wäre dir zu beschwerlich geworden.“

„Du darfst nicht immer auf mich hören, Klara. Meine Hormone spielen verrückt. Dann findest du mich noch immer attraktiv?“

„Liebling, natürlich. Das erste, was ich morgens denke, wenn wir uns zum Abschied geküsst und ich die Tür hinter mir geschlossen habe, ist, wie ich nur den Tag in der Schule überstehen soll, getrennt von der Frau die ich so liebe.“

„Oh, Klara, das ist so lieb. Willst du mich?“ „Jetzt?“ Ich nickte heftig. Sie sah skeptisch auf den Küchentisch, auf dem ich ohne viel Federlesens Nutellabrote schmierte. „Hier?“ „Oh, bitte, Klara. Liebe mich.“ „Darf ich wenigstens unter die Dusche. Die am Trainingsplatz hatten immer noch kein Heißwasser.“ „Aber beeile dich, Süße. Ich tropfe ganz doll.“ Klara duschte in Rekordzeit und stand nackt vor mir in der Küche. Ich verdrückte gerade die dritte Stulle und leckte genüsslich meine mit Nutella verschmierten Finger ab. Den Rest wischte ich an meinem Unterhemd ab. „Also, Süße, das Zeitfenster hat sich längst wieder geschlossen.“

31. Woche

„Hallo, Süße. Tut mir leid, dass ich dich in der Schule anrufe, aber ich liege im Krankenhaus…“ Eine Dreiviertelstunde später stand Klara außer sich vor Sorge in meinem Krankenzimmer. Als die Ärztin sie aufklärte, dass mit den Kleinen und mir alles in Ordnung war, beruhigte sie sich langsam. „Ich war schon den ganzen Tag etwas wackelig auf den Beinen. Nach dem Meeting ist es dann passiert.“ Ich hatte einen Schwächeanfall und war zusammengebrochen. Mein Chef meinte auf der Fahrt ins Krankenhaus, ich wäre rührend darum bemüht gewesen, nicht auf den Bauch zufallen, als ich zusammenklappte.

Ich war erschöpft, aber sonst fehlte mir nichts. Meine Ärztin schrieb mich natürlich gleich bis zum Beginn des Mutterschutzes krank. „Ich wollte mein Projekt noch abschließen“, murrte ich. Klara stemmte die Fäuste in die Hüften und funkelte mich wütend an. „Nichts da, Petra. Du hast Frau Berent gehört. Von nun an wirst du jegliche Anstrengung vermeiden. Und Thomas hat bestimmt nichts dagegen, wenn du etwas früher aufhörst. Er wartet draußen noch immer außer sich vor Sorge.“

Seit dem ersten Weihnachtsfest in meinem neuen Job waren mein Chef und Klara per Du. Professor Schmitt hatte ein humanistisches Gymnasium besucht und liebte es mit Klara in alten Lateinerinnerung zu schwelgen. „Du musst mir versprechen, dich von jetzt an zu schonen.“ Ich seufzte. „Ich verspreche es.“ Die nächsten Wochen würden schrecklich langweilig werden. Was sollte ich nur den ganzen Tag machen, wenn ich nicht zur Arbeit ging?

38. Woche

Die Zeit verflog rasend schnell. Mein Bauch wuchs unaufhaltsam weiter. Die Kleinen legten vor der Geburt noch einmal ordentlich Gewicht zu. Unsere Gynäkologin meinte, für Zwilling wären die beiden ziemlich groß. Zu unser großen Erleichterung hatten sie sich vor einigen Wochen endlich gedreht. Ihre Köpfe zeigten startbereit Richtung Ausgang. Mein Rücken schmerzte unter der Last.

Ich verspürte ein ständiges Ziehen im Becken, das sich für die Geburt vorbereitete. Schlafen konnte ich nur noch auf der linken Seite, Bauch und Rücken gestützt von einer Batterie von Kissen, die Klara jede Nacht liebevoll um mich drapierte. Die Kleinen traten jetzt weniger oft, dafür aber heftiger. Manchmal sah ich, wie kleine Fäuste meinen Bauch von innen ausbeulten. Die beiden konnten es ebenso wenig wie ich erwarten, endlich das Licht der Welt zu erblicken. Meist legte ich mich tagsüber kurz hin, um den Schlaf nachzuholen, den ich in der Nacht nicht gefunden hatte.

Meine Untersuchungstermine waren zweiwöchentlich. Ich traf mich regelmäßig mit Gelin, besuchte mit Klara einen Babypflegekurs und komplettierte unsere Erstausstattung. Das meiste hatten wir von meinem Bruder und meiner Schwägerin übernommen, aber einen Kinderwagen für Zwillinge mussten wir neu anschaffen. Ich räumte das Arbeitszimmer aus, soweit Klara es mich allein machen ließ, baute Krippe und Wickeltisch auf. Nach einem Spaziergang legte ich mich für gewöhnlich etwas hin, ließ mich von Klara verwöhnen, wenn sie nachmittags aus der Schule zurückkehrte.

Seit Anfang der Woche hatte ich ein überraschendes Hoch. Meine Müdigkeit war verflogen. Mit Eifer bereitete ich den Antrag auf Stiefkindadoption vor, damit Klara möglichst schnell nach der Geburt das volle elterliche Sorgerecht erhielt. Zugleich entwickelte ich einen regelrechten Nestbautrieb, putzte die Wohnung, bis alles glänzte, kochte, backte Kuchen und machte alles babysicher. Zu meiner Verwunderung kehrte sogar meine Lust zurück.

Seit meinem Schwächeanfall hatte Klara große Angst, ich könne mich überanstrengen. Wir kuschelten gerne, aber nach Sex stand uns nicht der Sinn, selbst wenn sie beide Daumen in mich führte und liebevoll meinen Damm massierte. Im Geiste verschoben wir alles auf die Zeit nach der Geburt. Wenn ich wollte, dass Klaras Lust ihre Sorge um mich überwog, dann würde ich sie verführen müssen. Heute Abend würde es so weit sein.

Drei Tage später würde es so weit sein. Leider war ich an den letzten Tagen immer bei ihrer Massage eingeschlafen. Diesmal war ich wild entschlossen, hatte aber mit gewissen Hindernissen zu kämpfen. Ich wollte hübsch und sexy für meine Frau sein, aber aus naheliegenden Gründen hatte ich in den letzten Wochen mit der Intimpflege geschludert. Ganz recht war es mir nicht, so kurz vor der Geburt meine riesigen Lappen freizulegen, aber aus rätselhaften Gründen fand Klara sie unglaublich reizvoll.

Sie würde ihnen nicht widerstehen können. Ich setzte mich im Schlafzimmer vor die verspiegelte Schranktür und schaffte es mit knapper Not meinen Busch zu stutzen und meine Schamlippen zu rasieren. Sie waren noch dunkler geworden. Als ich noch beweglicher war, liebte Klara es, wenn ich mich über sie setzte. Sie konnte alles genau sehen und kicherte süß, wenn meine Schamlippen an ihre Nase klatschten. Ich spürte ihren heißen Atem, genoss die unzähligen Küsschen, die mich vergehen ließen, ehe die Zunge durch sie fuhr. Ich riss meine Hand aus dem Schoß. Ich musste mich für sie aufsparen, sonst schlief ich nur wieder ein.

Wir waren vom Babypflegekurs zurückgekommen. Klara saß hinter mir am Kopfende des Bettes, umschlang mich mit ihren Armen. Ich startete den Film. Notting Hill. Er war so romantisch. Er würde meinem perfiden Plan, meine Frau zu verführen, zu Gute kommen. Ich fühlte mich so geborgen in ihren Armen, spürte ihre Wärme, ihren Atem in meinem Nacken.

Als ich erwachte, war der Film beinahe vorbei. Verflucht! Ich hörte Klaras ruhigen Atem, sah im Spiegel der Schranktür, dass sie schlief. Ihre Hände lagen schützend auf meinem Bauch. Mein Nachthemd war durchnässt. Ich hatte den BH mit Stilleinlagen nicht angelegt. Ich hatte geträumt. Von Klara, wie sie mich berührte. Die Erregung des Traums war ins Wachsein gesickert. Ich schloss die Augen, genoss die seltsame Leichtigkeit meines Körpers, der noch nicht gemerkt hatte, welche Last auf ihm in der realen Welt lag. Die Bilder aus dem Traum waren noch bei mir.

Ich spürte Klaras Griff, sah ihre Lippen, die mich küssten, ihre Zunge, die nach den Tropfen meiner Brustwarze lechzte. Finger wanderten hinab, zogen mein Nachthemd nach oben. Das Höschen hatte ich weggelassen. Alles war sanft und weich nach der Rasur. Meine Lippen waren geschwollen vor Erregung. Ich spürte ihre Nässe, als meine Finger mich teilten. Ich musste sie spüren, brauchte ihre Nähe. Ich nahm ihre Hand, führte sie hinab und drückte sie in meinen Schoss. Ihre Wärme löste einen glücklichen Schauer aus. Ich biss auf meine Unterlippe, stöhnte sanft.

„He, Liebling“, hauchte Klara. „Was tust du da?“ Ich sah ihre wachen Augen im Spiegel. Ertappt errötete ich, ließ unsere Hände aber, wo sie waren. „Du solltest dich nicht anstrengen“, mahnte Klara, zog ihre Hand aber nicht fort. „Ich brauche dich jetzt“, hauchte ich. Ich drückte ihren Finger zwischen meine feuchten Lippen in mich. Klara stöhnte auf. „So anstrengend ist es nun auch nicht“, säuselte ich. „Meinst du?“ Ich sah die Lust in ihren Augen, drückte den Finger tiefer. „Ja.“ Sie küsste meinen Nacken. Ihre freie Hand legte sich auf meine Brust. „Du bist ganz durchnässt“, seufzte sie lustvoll. „Hilfst du mir?“ Sie nahm ihren Finger aus mir, half mir aus dem Nachthemd. Ich schnurrte, als ihre Hand zurückkehrte, sich in mein Haar legte und meinen Kitzler rieb.

„Du bist so schön“, sagte Klara, als sie uns im Spiegel beobachtete. Ich sah wirklich aus wie eine Fruchtbarkeitsgöttin. Riesige Brüste mit großen, dunklen Warzenhöfen, die sich wegen ihrer Schwere verzogen, aus denen Milch tropfte und die auf einem gigantischen Bauch lagen, dessen dunkle Linie die Liebste zu meinem Schoß lockte. Schwangerschaftsstreifen hatten sich leider nicht mehr vermeiden lassen. Sie störten meine Frau nicht, als sie mich im Spiegel beobachtete. Ich spreizte meine Beine weiter, damit Klara meine dunklen Schamlippen genießen konnte. Ihre Finger griffen sie, zogen spielerisch daran.

Ich hob meine Brust mit beiden Händen, bot sie ihr an. Sie war prall und schwer. Über meine Schulter konnte Klara sie mit der Zunge erreichen und leckte zärtlich den öligen Film, der meine Warzenhöfe bedeckte. „Du strahlst vor Lust, Klara.“ „Du bist so schön.“ „Auch nach der Geburt?“ „Du wirst immer die schönste Frau der Welt für mich sein.“ „Ich will dich sehen und küssen, Klara“, sagte ich sehnsüchtig.

Sie quetschte sich hinter mir ins Freie. Ich nahm ihre Position an der Wand ein, gestützt von einer Flut von Kissen. Klara zog sich ihr Höschen aus und wollte sich des Nachthemdes entledigen. „Warte. Ich will.“ Ich zog meine Beine an. Sie setzte sich mir gegenüber. Unsere Schösse kamen sich nah. Ich legte meine Hände auf ihre Schenkel, schob langsam das Nachthemd nach oben. Sie erschauderte, als meine Finger über ihren festen Bauch glitten und sich auf ihre Brüste legten. Ich streifte den Stoff ab.

Wir beugten uns vor. Ihre harten Brustwarzen bohrten sich in das weiche, adrige Fleisch meines Busens, als wir uns küssen. Meine Hand glitt an ihrer Scham. „Warte, Liebling.“ Sie beugte sich vor, griff ihre Brille vom Nachttisch. „Ich will dich ganz sehen.“ Ihr Finger verschwand in mir, die freie Hand drückte sich auf meine Brust, die immer stärker tropfte. „Willst du sie trinken, wenn die Kleinen da sind?“

Klara hielt inne, sah mich an, als wären Ostern und Weihnachten auf einen Tag gefallen. Sie hatte mehr oder weniger dezente Vermutungen darüber angestellt, wie Muttermilch wohl schmecken würde. Was meine Brüste anging, war Klara ziemlich einfach gestrickt. „Darf ich wirklich?“, fragte sie mit großen Augen. Ich bewegte meine Hüfte genüsslich, als ein zweiter Finger in mich flutschte.

Mein Becken hatte sich geweitet. „Hmm, wenn die Kleinen was übrig lassen.“ Mit den Fingern in mir, konnte sie alles mit mir anstellen. Sie küsste mich überglücklich und schämte sich gleich. „Bin ich pervers?“ Mein Finger glitt sanft zwischen ihre süßen Lippen. Es war beschämend eng bei ihr. „Du bist ganz lieb, Klara. Du liebst alles an mir. Warum nicht das auch das bisschen Milch.“ „Oh, Liebling.“ Sie legte ihre Lippen auf meine Brust, saugte nicht, leckte nur zart mit der Zunge, als sie sich stärker mit dem Becken dem Finger in ihr entgegen schob.

Das Lecken machte mich verrückt. Unsere Hände berührten sich, aber noch näher konnten sich unsere Schamlippen nicht kommen. Der Bauch war im Weg. „Oh, Klara, Süße, ich will dich ganz spüren.“ Sie wurde rot. „Ich habe schon zwei Finger in dir, Liebling. Du bist schon ganz weit.“ Ich zog ein Gesicht. „Ich meine anders spüren, Süße.“

„Es muss ganz hinten liegen.“ „Ich hab´s!“ Klara zog das wabbelige Ding aus den Tiefen des Schrankes hervor und riss mit fiebrigen Fingern das Geschenkpapier auf. Das biegsame Ding lag schlaff in Klaras Hand. Es war vielleicht vierzig Zentimeter lang und war von einem halbwegs natürlichen Umfang. An beiden Enden befanden sich eichelförmige Verdickungen. Klara starrte fasziniert auf das Spielzeug. Dann sah sie mich erbost an. „Du hast Karo von meiner Idee mit dem Doppeldildo erzählt.“ Wütend, nackt, rasiert und mit dem obszönen Ding in der Hand sah sie so süß aus, dass ich am liebsten über sie hergefallen wäre, wenn es mir irgendwie möglich gewesen wäre, mich aus meiner Position ohne großen Aufwand zu erheben.

„Du erzählst Maya doch auch immer alles. Außerdem fand ich das Wort so ulkig. Doppeldildo.“ Klara strich andächtig über die Spitze und sah mich an. Sie runzelte die Stirn. „Ich hatte mich schon gefragt, ob du die Eselswurst ganz allein gefuttert hast.“ Ich durchbohrte sie mit einem Blick. Dann streckte ich die Arme nach ihr aus, aber sie schüttelte den Kopf. „Erst mal wasche ich das Ding gründlich.“

Endlich erschien sie wieder aus dem Bad, sprang ins Bett und setzte sich wieder mir gegenüber. „Tut wir den Babies nicht weh?“ „Nicht, wenn du ganz zärtlich bist. Du musst es ja nicht ganz reinschieben. Das andere Ende ist für dich.“

„Sehr witzig. Führst du ihn in mich?“ Klara war etwas nervös. „Es sieht dicker aus als der Strap-on.“ Mit einer Mischung aus Furcht und Vorfreude spreizte sie ihre Beine. Wir küssten uns. Mein Finger spürte die Nässe zwischen ihren Schenkel. „Soll ich ihn glitschig machen? Mit meiner Milch?“ „Oh, Petra, bitte, ja!“ Ihre Sorgen waren augenblicklich verflogen. Sie konnte es kaum erwarten, bis ich in sie eindrang. Ich hielt die Spitze an meine Brust. Klara rieb sich schamlos, als mehr und mehr Tropfen auf den Dildo fielen. Ich verschmierte die ölige Vormilch und setzte die Spitze an ihr an.

Nach einem Widerstand glitt sie in sie. Klara stöhnte. „Oh, Petra, du machst es so schön.“ „Willst du bei mir? Aber ohne Milch bitte“, lachte ich. Klara nickte eifrig. Wir küssten uns, stöhnten in einander, als ich meine Schamlippen für sie spreizte und sie mühelos in mich glitt. „Er schwimmt förmlich, Liebling.“ „Das Lecken und deine Finger machen mich verrückt.“ Ich seufzte, als sie ihn vorsichtig weiter in mich schob. „Nicht zu tief, Süße.“ „Ich bin ganz sanft“, versprach sie. Sie rückte näher, stöhnte heftig, als das Ding dabei tiefer in sie drang. Unsere Hände trafen sich an unseren Schössen.

Vormilch tränkte längst mein Schamhaar, mischte sich mit meiner Lust. Klara tauchte ihren Finger hinein, leckte ihn genüsslich. Unsere Finger griffen das freie Stück zwischen uns. „Ganz langsam.“ Wir küssten uns. Klaras Hand lag auf meinem Bauch, fühlte das Leben darin, als wir den Dildo langsam etwas vor und zurück schoben. Sie hielt mich in ihren Armen, als es uns kam und unserer Glück und meine Anspannung sich in einem Heulkrampf lösten. Klara küsste mich, bis meine Tränen trockneten und meine Augen zufielen. Ich schlief wundervoll in dieser Nacht.

40. Woche

Es war Sonntagmorgen. Nach einem kuscheligen Aufwachen aßen wir zusammen Frühstück. Ich bestrich mir gerade ein Croissant. Ich war glücklich und zufrieden. Das Hoch am Ende meiner Schwangerschaft hielt an, so dass meine Frauenärztin keinen Anlass gesehen hatte, die Kleinen früher zu holen, obwohl es denen mittlerweile ziemlich eng in mir sein musste. „Aua!“ „Treten dich die Kleinen?“ Klara sah mich verliebt an. Das machte sie bereits seit einigen Tagen. „Ich werde dich bald nicht mehr für mich alleine haben. Lass mich die Zeit doch genießen“, hatte sie gesagt. Langsam machte es mich nervös, dauernd angeschmachtet zu werden.

„Ich glaube, das war eine Wehe, Klara.“

Nach drei Minuten war Klara zum Aufbruch bereit. Mein Koffer war seit Wochen gepackt. Wir hatten die Fahrzeit zum Krankenhaus x-Mal gestoppt und sonntags waren die Straßen ohnehin frei. Dennoch lief Klara nervös auf und ab. „Oh, Petra! Nun beeil dich doch!“ „Ich komm ja gleich.“ Ich war die Ruhe selbst. Bald würde ich unsere Kinder in den Armen halten und wieder Herrin über meinen Körper sein. „Petra, jetzt wirklich. Dann nimm das Croissant doch einfach mit.“

„Tut es sehr weh?“, fragte meine Frau, als wir über die verwaisten Straßen fuhren. „Es geht so“, stellte ich zu meiner Überraschung fest. Es tat weh, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Die Senkwehen waren schlimmer gewesen.

„Sie haben es aber eilig“, sagte der Frauenarzt in der Klinik. „Ihr Muttermund ist bereits auf zehn Zentimeter geweitet.“

Es war keine Zeit mehr, auf Frau Berent zu warten. Unsere Kinder wollten nicht länger warten. 

Klara hielt meine Hand, half mir atmen, bis ich meinen Rhythmus fand. „Ich sehe den Kopf“, sagte der Frauenarzt. Ich presste fester. Der Arzt lachte auf einmal. „Frau Mankowski, bei ihnen läuft es wie bei einer Achtzehnjährigen.“ Ich schämte mich, weil ich stolz darauf war. „Meine Fruchtbarkeitsgöttin.“ Klara küsste mich weinend auf die verschwitzte Stirn, weinte, als die Hebamme ihr das kleine Bündel in die Arme legte, das unsere Tochter war, während ich mich weiter mit ihrer Schwester abmühte. „Sie flutscht richtig heraus“, staunte die Krankenschwester. Ich hörte das erlösende Schreien. Die Hebamme legte mir vorsichtig unsere Töchter an den nackten Busen. Ihre Wärme war überwältigend. „Julia und Claudia“, ließ Klara die Anwesenden und die Welt im Allgemeinen wissen, während sie tapfer versuchte, ihre Tränen fort zu wischen. Meine Lateinlehrerin hatte sich bei der Wahl der Namen durchgesetzt. Sie waren perfekt. Klara beugte sich über uns. „Ich liebe euch.“ Ich lächelte sie an. „Wir dich auch, Klara.“

Ende…

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