Wie ich wurde, was ich bin

Juli 17, 2017

Wenn ich mich zurückerinnere, dann wollte ich eigentlich schon immer lieber ein Mädchen sein. Das begann damit, dass ich als Kind lieber Kleider anziehen wollte und nicht verstanden habe, warum die Erwachsenen darüber pikiert geschaut haben. Später dann heimliches Onanieren mit Mamas Strumpfhosen.
Auch später war ich nie ein „richtiger“ Bub, wenn ich schon Fußball schauen musste, dann haben mich hübsche Spieler immer mehr interessiert als irgendwelche taktischen Finessen. Die männliche Ausstrahlung eines Zinedine Zidane fasziniert mich z.B. bis heute.
Das Interesse an Männern begann mit 13,14. Vor an sehr maskuline Typen mit Muskeln, nahtloser Bräune, gerne stark behaart und schwitzend haben mich immer schon erregt. Das erste Mal hatte ich mit einem fünf Jahre Älteren, hingezogen fühlte ich mich aber eher zu noch reiferen Typen.
Ich war immer rein passiv, habe gerne geblasen und mich in den Arsch ficken lassen – und tue das bis heute. Selber meinen Schwanz in einen Hintern zu stecken hat mich nie gereizt – diese Erfahrung habe ich nie gemacht und sie fehlt mir auch nicht.
Dass ich schwul oder vielleicht noch bi bin, war mir und wohl allen anderen immer klar. Aber ich war eben nicht „nur“ schwul, weil ich eben wie ein Mädchen gefühlt habe und auch so wahrgenommen werden wollte. Ich habe mich mit Mädchen auch immer gut verstanden, es gab auch ein paar sexuelle Erlebnisse, aber auch da hatte ich nie das Bedürfnis, meinen Schwanz in eine Muschi zu stecken – es blieb bei gegenseitigen Handjobs und Oralverkehr. Als ich das erste Mal eine Muschi aus der Nähe gesehen habe, war ich total neidisch, wie schön das weibliche Geschlechtsorgan ist, während ich das Ding zwischen meinen Beinen immer mehr gehasst habe. Die Schwänze von „richtigen“ Männern haben mich dagegen enorm fasziniert.
Ich begann zunächst heimlich mir Frauenkleidung zu besorgen und sie zu tragen. Zunächst nur zu Hause, später dann immer öfter auch draußen. Es war mir auch immer mehr ein Bedürfnis, mich zu schminken und weibliche Bewegungen zu erlernen. Dazu gehörte natürlich auch das Gehen in High-heels, die zu femininen Bewegungen geradezu zwingen. Die ersten Versuche waren sehr unbeholfen, aber mittlerweile sind acht Zentimeter Absätze für mich normal, und auch zehn Zentimeter sind keine große Herausforderung mehr. Glücklicherweise bin ich nicht sehr groß, denn so kann ich auch mit hohen Absätzen zu den meisten Männern auch körperlich aufschauen. Das ist mir wichtig, denn für mich ist es selbstverständlich, dass Frauen sich Männern unterzuordnen haben. Ich halte nichts von Gleichberechtigung. Männer sind Männer und Frauen sind Frauen.
Allmählich begann ich auch außerhalb der Szene als Frau unterwegs zu sein. Das Outing gegenüber allen Verwandten und Bekannten, die zwar alle gewusst hatten, dass ich ein „Warmer“ bin, aber mich noch nie als Frau gesehen hatten, war dann schon eine gewaltige Herausforderung – und von vielen „Freunden“ habe ich danach nicht mehr viel gehört.
Besonders im Job war es natürlich ein gewaltiger Schritt. Die Kollegen waren zwar schon vorgewarnt, kannten Fotos von mir im Kleidchen und mit einigen Kolleginnen hatte ich mich auch schon so getroffen, aber als ich den ersten Tag in Rock und Bluse ins Büro kam, konnte man schon eine Feder fallen hören. Die Kollegen und vor allem die Kolleginnen waren aber großteils sehr verständnisvoll. Und auch der Chef versuchte mich zu unterstützen. Kundenkontakt durfte ich zwar keinen mehr haben, aber ich konnte wenigstens in der Firma bleiben.
Schon lange wollte ich ganz Frau werden und das Ding zwischen meinen Beinen los werden. Ich begann, mich für eine geschlechtsangleichende Operation zu interessieren und bald war mir klar, dass das das Richtige für mich ist. Bis dahin war es aber noch ein weiter Weg. Glücklicherweise übernimmt mittlerweile die Krankenkasse die Kosten für die Hormontherapie und auch für die OP. Ich bin dem Team der Transsexuellen-Ambulanz im Wiener AKH sehr dankbar, dass man mich da immer unterstützt hat.
Die Hormontherapie war anfangs heftig und ich war da wohl oft auch ziemlich neben der Spur. Aber es war schön zu sehen, wie die Körperbehaarung (die bei mir ohnehin nie sehr ausgeprägt war) weniger wurde – glücklicherweise blieb mir Haarausfall am Kopf, an dem viele Transen leiden, erspart. Vor allem hat mich fasziniert, wie meine Formen, rundlicher und femininer wurden.
Wichtig war mir, auch einen Busen zu bekommen, weil das nun mal ein nach außen sichtbares Zeichen der Weiblichkeit ist. Ich musste aber rasch feststellen, dass es nur mit Hormonen zu nicht mehr als einem A-Cup reichen würde. Daher wollte ich schon vor der Geschlechts-Operation eine Brust-OP machen lassen. Umgehauen hat es mich aber, als ich erfahren habe, dass das bei Transsexuellen wesentlich teurer kommt als für Bio-Frauen, aber ich wollte die Dinger unbedingt und habe mein gesamtes Geld verwendet, um die 5000 Euro teure OP zu bezahlen. Es hat sich gelohnt: Wie war ich stolz, als ich das erste Mal mit großem Ausschnitt unterwegs war und gemerkt habe, wie Männer mir auf meine Silikon-Titten starren!
Dann war ich endlich mit der Hormontherapie soweit und hatte meine psychologischen Beratungen hinter mir: Es ging unters Messer. Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich das wirklich wollte. Und wie ich es wollte! Ich wollte den entscheidenden Schritt machen!
Bei der Operation wurde ein Teil der Eichel mitsamt den Blutgefäßen und Nerven aus dem Penis herausgelöst. Dann wurde das Ganze zu einer Klitoris geformt und wieder angenäht. Wichtig ist, dass die Nervenenden intakt bleiben, damit das sexuelle Lustempfinden möglich ist. Die Harnröhre wird entsprechend gekürzt. Die Hoden entfernt. Bei mir wurde eine neue Technik angewendet, bei denen ein Teil der Hoden als vaginale Schwellkörper Verwendung finden. Die Penishaut wird zur Auskleidung des geschaffenen Körperhohlraums verwendet und bildet so die Vagina. Aus dem Hodensack wurden die Schamlippen geformt.
Der erste Blick auf meine neu geschaffene Vagina war ein Schock. Ich war zwar vorgewarnt worden, dass es anfangs noch nicht so toll aussehen würde, aber als ich dieses rote, geschwollene Etwas sah, war ich doch enttäuscht. Doch innerhalb einiger Wochen bildete sich die Schwellung zurück und ich kann mit Fug und Recht sagen, dass meine Muschi jetzt äußerlich aussieht wie bei einer Bio-Frau.
Ein halbes Jahr nach der OP durfte ich keinen Sex haben. Und ich hatte auch kaum Lust darauf, weil mir die Hormonumstellung nun nocheinmal zu schaffen machte. Jetzt hat sich das genau ins Gegenteil umgekehrt und ich habe dauernd Lust 🙂 Das wird nach Ansicht der Ärzte auch so bleiben.
Und ich möchte das ausleben. Und zwar auch so, dass man das nach außen sieht, etwa an meiner Kleidung. Es gefällt mir, wenn mich die Leute als Schlampe sehen.
Ich habe noch nicht so oft Sex mit meiner Muschi gehabt, weil ich eben ein halbes Jahr nach der Operation nicht durfte, aber die wenigen Male war es unbeschreiblich schön. Das erste Mal hatte ich mit einem alten Freund, der sich quasi als Versuchsobjekt zur Verfügung gestellt hat.
Genitaler Verkehr ist für mich ganz was Neues und Aufregendes. Es ist einfach schön einen Mann wie eine echte Frau empfangen zu können. Ich liebe das Eindringen und das Gefühl, wenn meine neu geschaffene Klitoris dabei stimuliert wird. Manche Transsexuelle haben ja nach der Operation Schwierigkeiten einen Orgasmus zu bekommen. Bei mir ist das zum Glück nicht der Fall.
Die Scheidenmuskulatur ist noch nicht so entwickelt. Daher muss ich trainieren – mit dem Dildo, vor allem aber mit Schwänzen aus Fleisch und Blut. Und natürlich kann ich auch nicht feucht werden, sondern brauche Gleitcreme.
Ich knie aber auch gerne vor einem Mann und verwöhne ihn mit meinem Mund. Und vor allem liebe ich es, in der Arsch gefickt zu werden. Mein Arsch war ja jahrelang sozusagen mein eigentliches Geschlechtsorgan und ich bin anal sehr empfindsam. Ich liebe es, vor einem Mann zu knien, ihm meinen Hintern entgegenzustrecken und zu spüre, wie mein Schließmuskel unter dem Druck der Eichel nachgibt. Und besonders geil ist das Gefühl des Ausgefülltseins, wenn sich meine Darmmuskeln um den Schwanz schließen.
Mit den Männern klappt es noch nicht ganz so, wie ich es gerne hätte. Ich werde schon öfters angesprochen, wenn ich im sexy Outfit unterwegs bin. Aber zumindest an meiner Stimme merkt man, dass ich mal ein Mann war und ich sage das auch klipp und klar, wenn die Frage im Raum steht. Dann ziehen sich aber viele Männer schnell wieder zurück.
Die Stimme wird nämlich durch die Hormone nicht höher. Dazu müsste man wieder eine Operation machen.
Ich genieße das Gefühl, jetzt ein Loch zwischen den Beinen zu haben, total. So konnte ich etwa jahrelang keine engen Hosen tragen, weil sich da immer mein Schwanz abgezeichnet hätte. Jetzt liebe ich es, hautenge Hosen und Leggings, ohne Slip, zu tragen, sodass sich meine Spalte schön abzeichnet. Ich freue mich auch, endlich ins Schwimmbad gehen zu können und da einen knappen String-Tanga anzuziehen und die Blicke der Männer spüren zu können. Auch im Fitness-Studio kann ich jetzt nicht nur knappe Outfits tragen, sondern ich kann mich auch bedenkenlos in der Damen-Umkleide ausziehen und nackt zur Dusche gehen ohne dass irgendjemand komisch schaut.
Die Operation war für mich der erste Schritt zu einem erfüllten Leben. Ich habe aber noch zwei weitere Wünsche bzw. Ziele.
Das eine ist es, einen Partner zu finden, der mit beiden Beinen im Leben steht und der Verantwortung für mich übernimmt. Ich suche jemanden, der mir sagt was ich zu tun und zu lassen habe. Es klingt vielleicht komisch, aber das Leben wird für mich einfacher, wenn ich möglichst wenig selbst entscheiden muss.
Ich habe ein großes Bedürfnis, mich unterzuordnen. Ich gehe dabei voll in meiner Rolle als Frau auf, denn Frauen sind nun mal zum Dienen geboren, Männer zum Herrschen.
Ich mag das Gefühl, wenn mich ein Mann beim Sex zu seiner Befriedigung benutzt ohne auch mich Rücksicht zu nehmen. Es ist seltsam, gerade wenn ich das Gefühl habe, dass meinem Partner meine Befriedigung egal ist, komme ich umso leichter zum Höhepunkt. Das war eigentlich schon immer so bei mir, aber jetzt noch viel mehr als früher.
Der zweite Wunsch ist, dass ich endlich meine Fantasie ausleben möchte und als Hure arbeiten will. Nicht nur als Hobby-Hure, sondern richtig mit Anmeldung und allem was dazu gehört. Dabei ist es mir zweitrangig, ob das am Straßenstich, in einem kleinen Studio, einem Laufhaus oder einem Eros-Center ist, ich finde alle diese Vorstellungen erregend.
Ich würde mich in Zukunft auch gerne freizügiger kleiden. Denn jetzt im Job geht das halt leider nicht so. Ich will auch nach außen zeigen, dass ich alles mache, was Männer von mir verlangen.
Dabei bin ich nicht so naiv zu glauben, dass die Arbeit als Hure ein Honiglecken ist. Daher sollte mein Partner hinter mir stehen und mich auch fordern, wenn ich mal keine Lust habe. Ja, er sollte die Dominanz haben, mich auf den Strich zu zwingen, mich zu ohrfeigen und zu schlagen bis ich bereit bin, für jeden Dahergelaufenen, egal wie er aussieht, egal ob er schwitzt oder stinkt, die Beine breit zu machen wie eine liebende Frau.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.